Wenn ich etwas nicht mag …

… ist es das, irgendwohin zu gehen und ständig und immer gefragt zu werden: “Uhund? Bewirbst du dich schon? Und wenn ja, wo? Hast du schon ein Vorstellungsgespräch?” Argh … Hat eigentlich schon mal jemand mit drei Kleinkindern, von denen das Baby derzeit tags und nachts auf Mama herumklettert, versucht, sich intensivst zu bewerben? Nein, ich bewerbe mich derzeit noch nicht und sage auch derzeit allen 60-Stunden-Headhunter-Angeboten in Karlsruhe, Stuttgart, Oldenburg und JWD einfach so ab, weil ich es nicht mag, mit dem Feuer zu spielen, wenn ich momentan gar keine Kerze anzünden möchte – meine Elternzeit endet erst Ende September, ja, ich habe viele Pläne, nein, ich weiß noch nicht, wie meine Arbeit überhaupt zwischen diese drei Kinder passen soll … aber im Ernst: gibt es nichts Wichtigeres als die Frage, wo ich demnächst arbeite? Einer Gesellschaft mit über 6 Mio. Arbeitslosen, zig Frühverrenteten und zahllosen Müttern, die wegen mangelnder Kinderbetreuung oder weil sie es einfach wollen, zu Hause ihre Arbeit verrichten, täte es sicherlich gut, ihre Mitglieder zur Abwechslung mal nicht nur als Animal laborans zu definieren, sondern auf den gesamten Menschen zu schauen.

One Response to “Wenn ich etwas nicht mag …”

  1. Lucy says on :

    Hach ja, dass das sogar Müttern mit drei kleinen Kindern passiert, hätte ich nicht gedacht… manche Bekannte sprechen einen so verdruckst an, als hätte man eine schwere Krankheit. “Und – hast du schon was neues?” “Was machst du denn jetzt?” Und das in Kreisen, wo befristete Arbeitsverträge, zeitweilige Selbstständigkeit etc. zum Alltag gehören. Ich möchte allen einbimsen, dass nicht die Tatsache, dass man eine bezahlte Arbeit hat, den Menschen ausmacht. Und dass wir nie wieder sowas wie Vollbeschäftigung haben werden und uns deshalb lieber gleich was anderes überlegen sollten. Und das das Erziehen von Kindern Arbeit ist, eine ziemlich wichtige.

    VG

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