Archive for Oktober, 2009

Twittert die Generation 60+ eigentlich auch?

Wenn ja, dann schienen heute Weihnachtssterne bei AL.DI ein ganz großes Thema gewesen zu sein. Die gab es nämlich, für 1,39 Euro, wie mir eine ältere Dame freudestrahlend erklärte. So günstig bekomme man die nie, nie wieder. Während meines Großeinkaufs, der ziemlich genau dreißig Minuten dauerte, begegneten mir exakt 45 rüstige Renterinnen und Rentner, die (mindestens) einen Weihnachtsstern in ihrem Einkaufswagen spazieren fuhren. (ich habe da einen Statistik-Knall, ich zähle auch gern die Frequenz der Pelzmantel-Trägerinnen bei Strandspaziergängen auf Sylt.) Liebe Leute, wir schreiben den 29. Oktober! Was wollt ihr mit den ganzen Weihnachtssternen? Und warum kauft nur die Generation Ü60 diese Dinger?

Posted on Oktober 29th, 2009 by Patricia  |  No Comments »

Ach Mensch

Das mittlere Tochterkind (eigentlich auch das kleine, aber das hat sich so erfolgreich an Mamas Bein gekettet, dass es ein weiteres Jahr aussetzen darf) besucht die Kita direkt ums Eck. Zufrieden sind wir mit dieser Kita schon lange nicht mehr, das einzige Pro-Argument ist die Fußläufigkeit. Ansonsten: riesengroße Gruppen, ständiger Erzieherinnen-Wechsel, wenig bis gar kein Programm, keine pädagogischen, ethischen oder sonstigen Grundsätze, nach denen die Kinder erzogen würden, keine Ausflüge in die wirklich sehr nahe gelegenen Wälder und und und …

Nun bin ich eher durch Zufall und Umwege letztens an einer kleinen, feinen Kita vorbeigefahren, die auf dem Weg zur Schule des Großen liegt. Spaßeshalber habe ich sie auch noch von innen besichtigt und war danach völlig aus dem Häuschen: Jeden Morgen Frühstücks-Buffet (am Besichtigungstag tafelten die Kinder Lachs, Krabben und frisch gebackenes Brot), mittags kocht eine Köchin vollwertig und aus der Region, die Kinder gehen einmal wöchentlich in den Wald, einen Tag begleitet sie ein Sport-Therapeut, das Vorschul-Programm findet am PC statt, wo gleichzeitig eine Einführung in kontrollierte Mediennutzung geschieht, an einem Vormittag fahren die Kinder ins Schwimmbad, einmal wird experimentiert … Hinzu kommt, dass der Umgang mit den Kindern ein gänzlich anderer ist: die Erzieherinnen beobachten Verhalten, stellen Fragen, statt Urteile zu fällen und kommentieren zurückhaltend, wenn sie die Motive des Kindes für bestimmte Dinge nicht kennen. Ich habe danach noch ein wenig meine Fühler ausgestreckt, bei verschiedenen Eltern nachgefragt, deren Kinder die Einrichtung besuchen und für mich war klar: wir melden unsere beiden Mädchen dort an. Gesagt, getan – haben wir jetzt sehr spontan einen freiwerdenden Platz für die Große ab Januar angeboten bekommen, mit der Option, die Kleine nach den Sommerferien als Geschwisterkind nachrücken zu lassen. Nach anfänglicher Riesenfreude habe ich jetzt aber den aktuellen Kiga-Vertrag herausgekramt und gesehen, dass wir die Kita nur zum Kindergarten-Jahresende verlassen dürfen. Mi.st aber auch – denn ich weiß nicht, was ich machen soll. Unsere jetzige Kiga-Leiterin ist bekannt für ihre Unnachgiebigkeit, und ich mag keinen Riesenstreit vom Zaun brechen, in dem ich alle Mängel der jetzigen Einrichtung herunterbete, wenn ich am Ende dann doch mit den Kindern dableiben muss. Heute muss ich wohl oder übel mal mit beiden sprechen, der neuen Leiterin und der alten, und hoffen, dass es noch andere als bürokratische Wege gib, die wir gehen können.

Posted on Oktober 28th, 2009 by Patricia  |  4 Comments »

Geschützt: Kleine Wunder

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Posted on Oktober 18th, 2009 by Patricia  |  Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

Die letzte Rose dieses Sommers …

… blüht in unserem Garten wacker, tapfer und unverfroren gegen jeden Raureif und Dauerregen an. Ich schenk sie dir zum siebten Hochzeitstag und ja, ich wäre bekennender Wiederholungstäter, wenn man sich jährlich heiraten könnt!

rose_letzte

“Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft
unter den Akrobaten und Vögeln:
mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweigs.

Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehen.

Ich schließe die Augen und hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.
Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
und das Klicken des Riegels hören,
der die Stalltür am Abend schließt.

Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.”

Hilde Domin (1909-2006)

Posted on Oktober 18th, 2009 by Patricia  |  3 Comments »

Die verlorene Leichtigkeit

Vorab: ich liebe meine Kinder, und ich liebe mein Leben, und ich möchte um nichts in der Welt auf sie verzichten. An manchen Tagen aber vermisse ich diese Leichtigkeit, mit der ich früher durchs Leben gegangen bin. Die Möglichkeit, einfach so aus dem Haus zu gehen, ohne Windeln, Feuchttücher, Apfelschnitze und Trinkflasche einzupacken, die Gelegenheit, nachts bis um zwei in der Kneipe zu hocken, im Wissen, dass man am nächsten Morgen die Vorlesung schwänzen kann und nicht um halb sechs von ein bis drei süßen Wesen geweckt wird, das In-Den-Tag-Hinein-Leben ohne Geldsorgen (für mich allein hat mein Verdienst immer gereicht), endlose Frühstücke ohne Diskussion, ob jetzt die Sendung mit der Maus geschaut wird oder nicht, das Theater, Museum, die Oper. Nicht dass ich als Mutter ständig schwermütig und sorgengeplagt durch die Gegend liefe, aber die völlige Sorglosigkeit mancher Studententage, die ist dahin. Ob sie je wiederkommt, wenn die Kinder groß sind, oder ob die alten Knochen später so schwer und müde sind, dass an Leichtigkeit nicht mehr zu denken ist?

Posted on Oktober 12th, 2009 by Patricia  |  3 Comments »

Nochmal Kind sein

Heute beim Augenarzt, das kleinste Töchterlein, das sich zur Zeit gar nicht von mir trennen kann, ans Hosenbein geheftet, saßen wir brav dinkelkeksemümmelnderweise im Wartezimmer und warteten, bis die Sprechstundenhilfe uns aufrief: “Die kleine Patricia und ihre Mama bitte!” Sehr putzig, fand ich, erklärte ihr dann lächelnd, dass ich die kleine Patricia sei, meine Mama aber nicht mitgebracht hätte, ob ich denn trotzdem schon alt genug sei, allein untersucht zu werden. Der Guten war das Ganze sichtlich peinlich und sie murmelte “Ach so, ich dachte, Sie sind wegen Ihres Kindes da!” Ich dachte eigentlich, auf der Patientenkarteikarte steht auch mein Geburtsdatum vermerkt, aber vielleicht aus Gründen des Datenschutzes auch nicht. Ich habe danach jedenfalls nur mühsam den Impuls unterdrückt, auf dem Untersuchungssessel mit den Beinen zu baumeln und nach der Untersuchung lautstark nach Gummibären aus dem bereitstehenden Glas zu verlangen.

Posted on Oktober 8th, 2009 by Patricia  |  No Comments »

Heute im Angebot

Die totale Sprachlosigkeit. Gestern abend schon absehbar, ist mir die Stimme heute endgültig abhanden gekommen. Gepaart mit Ohrenschmerzen eigentlich völlig untypisch für mich, sonst habe ich meist “nur” Schnupfen. Aber ich bin ja durchaus aufgeschlossen für Neues. Nicht so toll hingegen die Kommentare: “Oooh, zu viel getrunken?” oder “Na, zu viel zu Hause rumgebrüllt?” Ist es wirklich so schwer, einfach mal zu sagen “Oh je, gute Besserung!” ??

Posted on Oktober 7th, 2009 by Patricia  |  No Comments »

Es geht NIE einfach, nie!

In der letzten Woche habe ich meinen Antrag auf Arbeitslosengeld abgegeben – der freundliche Sachbearbeiter nannte mir die monatliche Summe, die sich mit meinen Berechnungen deckte. Heute kam dann der Bescheid, der 300 Euro darunter liegt. Der Grund: die Leistungsstelle verortet mich in Lohnsteuerklasse V – dabei steht auf meiner Steuerkarte IV. Kann die Leistungsstelle nicht lesen? Versucht die Leistungsstelle, Geld zu sparen? Diskriminiert sie am Ende Frauen, indem sie bei weiblich = 5 berechnet? Aaaargh – ich gehe gleich die Wand hoch.

Nicht genug, dass das Finanzamt neuerdings nicht nur Rechnungen, sondern auch zu allem Krimskrams Konto-Auszüge sehen möchte (für Kita-Gebühren z.b.) und das Jugendamt für jedes Kind einzeln eine Aufstellung des Elterngehaltes verlangt (ist ja auch logisch, die gleichen Eltern verdienen bei jedem Kind anders … *andenkopfklatsch*), darüber hinaus ist auch die letzte Vorsorgeuntersuchung unserer Jüngsten von der Kinderärztin nicht an die zugehörige Gesundheitsbehörde weitergegeben worden und wir bekommen böse Drohbriefe, die mit dem Jugendamt drohen (putzen die eigentlich auch, die vom Jugendamt?), wenn wir die U nicht nachholen würden (die wir turnusgemäß absolviert haben) – die Dame am Telefon gab sich aber mit einer kompletten Kopie des U-Heftes inclusive aller dokumentierter Us zufrieden (warum muss das eigentlich ICH dokumentieren, wenn doch ein Anruf dieser neu gegründeten Gesundheitsbehörde bei der Kinderärztin reichen würde?). Ich fühle mich gerade gewaltig von Behörden schikaniert und habe den halben Tag damit zu tun, nachzuweisen, nachzurechnen, zu dementieren, zu widersprechen – und zwischendurch ko…. ich einfach mal in die Waschmaschine oder das Waschbecken, je nachdem, wo ich gerade hausfraulich tätig bin. Hat eigentlich je irgendwer berechnet, was dieser Bürokratie-Wahn kostet? Also nicht nur an Angestellten- und Beamten-Gehältern im öffentlichen Dienst, sondern auch an Arbeits- und Lebenszeit für jeden einzelnen unbescholtenen Staatsbürger?

Posted on Oktober 6th, 2009 by Patricia  |  1 Comment »

Schnupfen-Abo

Seit Anfang September der fünfte Schnupfen – liegt sicherlich daran, dass ich seitdem zwecks Eingewöhnung jeden Morgen mit Matilda in der Bärengruppe verbringe und mich zehn Ein- bis Vierjährige unentwegt anniesen und anhusten. Ich weiß gar nicht mehr, wie sich eine freie Nase, ein klarer Kopf, eine gesunde Nasenschleimhaut, die nicht vom Dauerschniefen blutig ist und nicht juckende Augen anfühlen.

Außerdem Notiz an mich selbst: Keine blauen Oberteile mehr kaufen, die betonen die schwarzen Ringe unter den Augen äußerst unvorteilhaft.

Posted on Oktober 4th, 2009 by Patricia  |  1 Comment »

Das Mutti-Ding (und anderes …)

Wenn alle drei Kinder zu Hause beim Mann weilen, man derweil noch ein paar Dinge einkauft, im Laden ein Kind losweint und man instinktiv beginnt, den Einkaufswagen hin und herzuschaukeln und “Psst, ist ja alles gut, mein Kind” zu säuseln, wenn man ernsthaft überlegt, dem motzenden Rentner in der Schlange vor der Kasse einen Schnuller in den Mund zu stecken und man, allein zu Besuch in fremden Wohnungen, erst mal alle Kleinteile vom Boden klaubt, war man eindeutig zu viel Mutter in der letzten Zeit.

So viel Mutterdings, dass die Zeit kaum reichte, mal einen ernsthaften Blogeintrag zu schreiben, weil das Allerkleinste neuerdings auf Dauer-Exkursion durch die Wohnung geht, mit Plastiklöffeln in der Toilette herumrühren möchte, gern den Gelben Sack ausräumt auf der Suche nach Wurstresten, vom Hocker auf Stühle und ins Regal klettern möchte und so weiter … (mein Körpergewicht ist mittlerweile sensationell niedrig, obwohl ich esse wie ein Scheunendrescher)

Mit dem Herbst ist auch etwas Klarheit in mein Leben getreten; seit mir eingefallen ist, dass ich ja eigentlich damals und in grauer Vorzeit mal Lehrerin werden wollte und das Studium dazu auch schon abgeschlossen habe, freunde ich mich von Tag zu Tag mehr mit dem Gedanken an, in die Schule zu gehen – entweder als Quereinsteiger oder noch mal mit zwei Jahren Martyriums-Referendariat … Angeblich werden Lehrer ja händeringend gesucht, ich hoffe mal, dass das nicht nur für 24jährige kinderlose Junglehrer gilt, sondern auch für Frauen in den besten Jahren … *hust*

Zum ersten Mal in meinem Leben freue ich mich, vor der Geburt der Dritten ordentlich gearbeitet und verdient zu haben, damit ich jetzt in Ruhe und mit freundlicher finanzieller Unterstützung der örtlichen Arbeitsagentur meinen Berufs-Neueinstieg vorbereiten kann. Ich glaube, ich bin ein Herbst-Säer ;-)

Posted on Oktober 3rd, 2009 by Patricia  |  No Comments »