Die letzte Rose dieses Sommers …

… blüht in unserem Garten wacker, tapfer und unverfroren gegen jeden Raureif und Dauerregen an. Ich schenk sie dir zum siebten Hochzeitstag und ja, ich wäre bekennender Wiederholungstäter, wenn man sich jährlich heiraten könnt!

rose_letzte

“Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft
unter den Akrobaten und Vögeln:
mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweigs.

Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehen.

Ich schließe die Augen und hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.
Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
und das Klicken des Riegels hören,
der die Stalltür am Abend schließt.

Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.”

Hilde Domin (1909-2006)

3 Responses to “Die letzte Rose dieses Sommers …”

  1. Kai says on :

    :-) (-: Oh, diese Rose blüht sicher nur für uns! Und die kirchliche Hochzeit steht ja noch aus …

  2. Patricia says on :

    *gg* – mit drei Blumenkindern, wie süß!

  3. Peggy says on :

    Ihr seid ja süß :)

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