Im Dunkeln
Heute war ich mit den großen Kindern abends im Dunkeln unterwegs, am Himmel leuchteten Mond und Sterne, es roch nach Herbst, dem kommenden Martinsfest, Holzöfen und trockenem Laub. Nachdem sich das Tochterkind vergewissert hatte, dass es bei uns wirklich keine Wölfe gibt und der Sohn noch einmal wissen wollte, wie das mit dem Voll-, Halb- und Neumond ist, fanden wir drei die Wanderung unterm Sternenhimmel sehr schön. Und ich erinnerte mich, dass ich es als Kind geliebt habe, mit meinem Vater im Dunkeln spazieren zu gehen. Im Dunkeln deshalb, weil er da von der Arbeit kam und mit mir sehr häufig noch eine Runde durch Wald und Wiesen gedreht hat, bei Regen, Sturm und Schnee. Meine kleine Hand in seiner großen warmen habe ich ihm von meinem Tag erzählt, mein Vater hat mir die Sternbilder, Reh-, Fuchs- und Hasenspuren gezeigt, vom Winterfell der Tiere und von Fernsehtürmen erzählt, die in der Ferne leuchteten und mich aus Schneeverwehungen gezogen, die so groß waren wie ich und in die ich in kindlichem Übermut hineingesprungen war. Er hatte immer ein großes Stofftaschentuch gegen meine triefende Nase dabei und immer warme Finger. Ich hoffe, dass meine Kinder irgendwann ähnlich schöne Erinnerungen an solch kleine Alltagsrituale haben. Vielleicht sollte ich öfter mit ihnen im Dunkeln spazieren gehen.

Du bringst mich auf Ideen!