Neein, das Zitat ist nicht von mir, sondern von Christoph Wilhelm Hufeland, es kam mir nur vor ein paar Tagen in einem anderen Zusammenhang unter, und ich fühlte mich angesprochen, weil ich, seit ich Kinder habe, das Gefühl habe, die Zeit rast mir davon. Weil ich alter Schi.sser allmählich selbst Angst bekomme vorm Altwerden, vor den Krankheiten, die den Körper heimsuchen, den morschen Knochen, den Schmerzen, den Falten, der Halsstarrigkeit, der Einsamkeit, dem Sterben der Lieben und dem eigenen Tod. Im Studium habe ich in Altenheimen gearbeitet, und es gab keines, in dem ich hätte sterben wollen. Auch kein Krankenhaus. Ich sträube mich immer noch wie ein bockiges Kind gegen das Alter, obwohl ich nichts gegen den Lauf der Zeit tun kann. Nein, noch bin ich nicht alt. Aber älter als vor zehn Jahren. Mitte 20 denkt man nicht über das Alter nach – da hat man andere Dinge zu tun. Und in zehn Jahren steht da plötzlich und unerwartet irgendwo eine 50, auf die ich gemächlich zusteuere. Ich merke, dass ich an meiner Einstellung zum Alter(n) arbeiten muss – vielleicht auch an meiner Einstellung zu alten Menschen. Ich möchte in Würde altern und keine meiner Falten verbergen, ich möchte Menschen um mich herum, die mich nicht zum Kleinkind degradieren, nur weil ich nicht mehr das Durchschnittsverhalten einer Dreißigjährigen besitze, ich möchte ein Wohn- und Lebensumfeld, in dem ich Mensch sein darf und nicht das Produkt einer Pflege-Maschinerie. Ich möchte mutiger sein meiner eigenen Zukunft gegenüber …
Posted on Januar 29th, 2010 by Patricia | 2 Comments »
Das Leben ist es eigentlich gar nicht wert, allzu viel zu streiten, grübeln, sich in Widersprüche zu verstricken und mit ihm zu hadern, ganz im Gegenteil ist es dazu zu wertvoll. Verwirrt und erschüttert über den frühen Tod eines Erziehers in der Schule des Großen. Überhaupt macht der Tod immer, was er will – und ich bin immer noch nicht alt genug, das anzuerkennen.
Posted on Januar 29th, 2010 by Patricia | 2 Comments »
angesichts des Endlos-Winters und des fürchterlich grauen Himmels habe ich mir heute ein T-Shirt und einen Sommerrock gekauft. Jetzt können mich alle für völlig irre halten, aber ich hatte das dringende Bedürfnis, mir irgendwie vor Augen zu halten, dass der Winter irgendwann ein Ende hat. Ich. bin. kein. Wintermensch.
Posted on Januar 28th, 2010 by Patricia | 1 Comment »
- Kind 2 in Kita gebracht und drei Stunden später wieder abgeholt. Kind 1 geht heute nachmittag zum Backen und isst darum in der Schule.
- drei Wäschen gewaschen und aufgehängt, drei Körbe Wäsche abgehängt und gefaltet. Dabei kleinstem Kind rohe Kartoffeln aus dem Mund geräumt und es davon abgehalten, in die Flamme der Gasheizung zu packen.
- drei Kinderzimmer aufgeräumt und gesaugt. Dabei Murmeln und Mini-Lego aus Mund des Babykindes gepult.
- Büro aufgeräumt und gesaugt. Anruf bei Giftnotrufzentrale, weil sich das Babykind mit Hocker am Baby-Nasenspray vergriffen hat. Zur Info: Babynasenspray darf man sogar flaschenweise trinken, ohne dass das Kind Schaden erleidet. Vorsicht nur bei Erwachsenenspray. Sehr sinnvolle Institution, dies Giftnotrufzentrale. Bislang nie gebraucht, und das älteste Kind ist schon sechseinhalb.
- Schokoladenkuchen gebacken, ein Kilo Roggen eingesaugt, den das jüngste Kind währenddessen in allen Schubladen verteilt hat, Babykind davon abgehalten, mit Stuhl Teekanne aus mannshohem Regal zu holen.
- Müll- und Windeleimer geleert, während jüngstes Kind auf Toilettendeckel klettert und Toilettenbürste von der Fensterbank reißt.
Vielleicht sollte ich das sein lassen mit dem Haushalt, wird meiner Meinung nach eh völlig überbewertet.
Posted on Januar 27th, 2010 by Patricia | 4 Comments »
Wer nicht traurig sein kann
Hat im Leben nicht getanzt.
(Herbert Grönemeyer, Leb in meiner Welt) Read the rest of this entry »
Posted on Januar 26th, 2010 by Patricia | No Comments »
Sie (steht müde und verschnupft im Schlafzimmer, mag aber noch nicht ins Bett gehen und wirft einen Blick aufs neue Bügelbrett): “Mmmh, jetzt habe ich vergessen, mein altes Bügelbrett mit auf den Sperrmüll zu packen. Das steht immer noch auf dem Dachboden. Na ja, vielleicht brauchen wir es noch mal!”
Er: “Wozu sollten wir das denn noch brauchen?”
Sie (überlegend, warum sie sich eigentlich wirklich noch nicht von ihrem Bügelbrett aus Studentenzeiten trennen möchte): “Ähm, vielleicht für, falls, wenn wir mal Synchronbügeln wollen?”
Er: “Ist das eine Sportart?”
Sie: “Ich weiß nicht. Mal im Internet nachschauen.”
Er: “Ach so, und da denkst du, falls das mal unser Hobby wird, brauchen wir wenigstens nicht mehr das teure Equipment kaufen?”
Sie (erleichtert): “Ja, genau!”
Demnächst hier auf diesem Kanal: Live-Übertragung der deutschen Meisterschaften im Synchron-Paarbügeln. Oder wahlweise: über die Kausalverknüpfung von Schlafmangel und Irrsinn …
Posted on Januar 25th, 2010 by Patricia | 3 Comments »
… die “Bremer Stadtmusikanten”. Das jüngste Kind hat bellenden Husten, ich krächze, statt zu sprechen, uns fehlt nur noch jemand, der “Iiiaaa” sagt und “Miau”, aber ich denke, im Lauf der Woche schafft das die Virenflut auch noch mit dem Rest der Familie.
Posted on Januar 25th, 2010 by Patricia | No Comments »
… neben der mangelnden oder vielmehr mangelhaften Kinderbetreuung in Deutschland ist doch, dass die Arbeitswelt nicht gewappnet ist für die Eventualitäten, die Arbeitnehmer mit Kind mit sich bringen, als da wären Krankheiten, Schulausfälle, Kita-Ausfälle, Kita-Ausflüge, Backen und Basteln mit Mutti am Vormittag und und und … Jeder Magen-Darm-Infekt und jede Bindehautentzündung verursacht elterlicherseits Bauchweh, Unwohlsein und das typische doppeltschlechte Gewissen, gegenüber dem Arbeitgeber, weil man schon wieder nicht vor Ort ist, gegenüber dem Kind, weil man es eventuell schon wieder zu früh zurück in die Betreuung gegeben hat. Es gibt die Möglichkeit, von der Krankenkasse bezahlte Krankentage zu nehmen, aber die sind in schlechten Jahren oft schon Ende Februar aufgebraucht. In Schweden hingegen zahlen alle Steuerzahler einen geringen Betrag, damit Eltern insgesamt einen Monat pro Jahr bei ihren kranken Kindern bleiben können. Ich empfinde es als sehr großen Luxus, beim dritten Kind nicht den Eiertanz zwischen Inhaliergerät, Computer, Meetingraum und Arztpraxis machen zu müssen, jedenfalls nicht in den ersten Lebensjahren, und ich habe die Erschöpfung noch nicht vergessen, die eigentlich Dauerzustand war, wenn ich spätnachmittags nach der Arbeit Qualitätszeit für die Kinder, Haushalt, Kochen und Einkauf, also eigentlich all das, wofür ich jetzt den kompletten Tag Zeit habe, in die Zeit von 17 Uhr bis Mitternacht gequetscht habe. So möchte ich nicht wieder leben. (mal für mich hinter die Ohren geschrieben, bevor ich leichtfertig mein Leben verplane)
Ich wünsch mir für mein nächstes Leben ein Familiensplitting, damit wir als Familie entscheiden können, wofür das Familieneinkommen genutzt wird und nicht der Staat, genügend Krankentage, damit ich meine Kinder nicht halbschniefend in den Kindergarten schleppen muss, ich wünsch mir Arbeitgeber, die erkennen, dass Eltern treue Seelen sind, die gern auch nachts am Schreibtisch hocken, wenn sie vormittags wegen Laternenbasteln indisponiert sind, mehr Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen, eine Gesellschaft, die Eltern nicht per se Erziehungsunfähigkeit unterstellt und anerkennt, was sie täglich leisten, und rückblickend noch viel mehr Zeit, im Augenblick zu leben.
Posted on Januar 23rd, 2010 by Patricia | 8 Comments »
à la Leila Lindholm – die mit Parmesan schmort noch in der Röhre. Eigentlich sollte es ja Mangold-Kartoffelsuppe geben, aber nach Kindergeburtstag der Mittleren und Home Cinema bei der besten Freundin des Großen lieber nur ein kleiner Snack – gleichzeitig Vergangenheitsbewältigung, denn das erste Focaccia meines Lebens war fürchterlich trocken Dieses hat heute mehr als entschädigt …

Posted on Januar 23rd, 2010 by Patricia | No Comments »
In der Schule des Großen kommt jeden Mittwoch, egal ob es regnet, stürmt oder schneit, eine gepflegte Dame um die 50 zu den Kindern, um mit ihnen zu backen, einfach nur so, nicht weil sie es müsste, nicht weil es ihr Job ist, sondern einfach, weil sie Spaß hat, mit den Kindern in der Küche zu stehen und zu backen. Im Gegensatz zu allen anderen Sterblichen ist sie nie krank oder verhindert. Ich freue mich jeden Mittwoch darauf, mein glückliches, nach Keksen duftendes Kind abzuholen, und noch mehr freue ich mich darauf, einen Blick in die Küche zu werfen. Dort steht die gute Seele stets mit einer frisch gestärkten Schürze, einer ordentlichen Frisur, begrüßt Eltern und Geschwister aufs Herzlichste und versorgt alle Menschen, die an ihr vorbeilaufen, großzügig mit frisch gebackenem Kuchen, Muffins, Plätzchen und und und … Obwohl sie oft mit bis zu zehn Kindern backt, ist sie dabei sehr fröhlich und entspannt. Nun kann man ja nicht einfach wildfremde Frauen fragen, ob man sie adoptieren darf, aber jeden Mittwoch wieder denke ich, das ist das Dorf, das es braucht, um ein Kind großzuziehen. Mangels eigener Omas (die weder vor Ort leben noch irgendwelche omahafte Eigenschaften besitzen) bin ich unglaublich dankbar, dass es Menschen wie sie gibt. Und das Allergrößte: Die Kinder lernen nicht nur backen und manierlich essen, nein, mein Sohn hat bei ihr (sic!, nicht bei mir, bei Eltern ist das ja alles so fürschterlich anstrengend …) verinnerlicht, dass zum Backen das Reinigen gehört. Heute nachmittag haben wir gemeinsam Frau Cynthias Oatmeal Cookies gebacken und das Kind hat allein und eigenhändig das komplette Geschirr abgespült, alle Arbeitsflächen gereinigt und alle Zutaten wieder an ihren Platz gebracht. Ich verneige mich in Dankbarkeit! (nicht vor dem Kinde, sondern dieser erzieherischen Leistung!)
Posted on Januar 21st, 2010 by Patricia | 1 Comment »