Alles ist gut

Oft, wenn ich mit mir selbst im Unreinen bin, wurschtelig und kruschig, mich in Selbstmitleid bade oder mein ganzes Leben umwerfen möchte, wenn ich im Trüben fische und es in mein Gemüt tropft, krame ich Händels “Jephta” hervor und springe zum Endes des zweiten Aktes, wo der Schluss-Chor mit der schlichten Feststellung endet: “No certain bliss, no solid peace, we mortals know, on earth below. Yet on this maxim still obey, whatever is, is right.” Wenn man bedenkt, dass Händel während der Arbeit an seinem Oratorium erblindete, so ist da sehr viel Fügung mit im Spiel, ins Schicksal, in die göttliche Weltordnung, in die Dinge, über die man jahrelang fruchtlos hadern könnte, die sich aber trotzdem nicht ändern lassen. Fügung ins Schicksal ist vermutlich altmodisch in einer Zeit des Machens, der Macher, der Machbarkeit. Aber manchmal, nicht immer, werde ich beim Hören ganz ruhig und sage, ja, so ist es. So sind die Dinge. Manche liegen in meiner Hand, manche nicht. Und ich könnte mir das Leben um einiges einfacher machen, wenn ich das akzeptieren würde. “Whatever is, is right”

One Response to “Alles ist gut”

  1. katobia says on :

    Oh, danke für diesen Beitrag! Trifft gerade einen wunden Punkt bei mir, bin nämlich selbst gerade mal wieder so ein Bündel aus (Selbst)zweifeln… “Whatever is, is right.” – das ist so wahr und oft so schwer anzunehmen.

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