“Alter ist nichts für Feiglinge”
Neein, das Zitat ist nicht von mir, sondern von Christoph Wilhelm Hufeland, es kam mir nur vor ein paar Tagen in einem anderen Zusammenhang unter, und ich fühlte mich angesprochen, weil ich, seit ich Kinder habe, das Gefühl habe, die Zeit rast mir davon. Weil ich alter Schi.sser allmählich selbst Angst bekomme vorm Altwerden, vor den Krankheiten, die den Körper heimsuchen, den morschen Knochen, den Schmerzen, den Falten, der Halsstarrigkeit, der Einsamkeit, dem Sterben der Lieben und dem eigenen Tod. Im Studium habe ich in Altenheimen gearbeitet, und es gab keines, in dem ich hätte sterben wollen. Auch kein Krankenhaus. Ich sträube mich immer noch wie ein bockiges Kind gegen das Alter, obwohl ich nichts gegen den Lauf der Zeit tun kann. Nein, noch bin ich nicht alt. Aber älter als vor zehn Jahren. Mitte 20 denkt man nicht über das Alter nach – da hat man andere Dinge zu tun. Und in zehn Jahren steht da plötzlich und unerwartet irgendwo eine 50, auf die ich gemächlich zusteuere. Ich merke, dass ich an meiner Einstellung zum Alter(n) arbeiten muss – vielleicht auch an meiner Einstellung zu alten Menschen. Ich möchte in Würde altern und keine meiner Falten verbergen, ich möchte Menschen um mich herum, die mich nicht zum Kleinkind degradieren, nur weil ich nicht mehr das Durchschnittsverhalten einer Dreißigjährigen besitze, ich möchte ein Wohn- und Lebensumfeld, in dem ich Mensch sein darf und nicht das Produkt einer Pflege-Maschinerie. Ich möchte mutiger sein meiner eigenen Zukunft gegenüber …

Bevor ich mir Gedanken mache, wie das wohl möglichst würdig sein wird im Alter, hoffe ich irgendwann mal damit leben zu können, dass man zwangsläufig älter wird. Finde das zur Zeit sehr schwer anzunehmen. Doof das :/
Ja, das zwangsläufige oder naturgegebene Altern ist auch etwas, das ich nur schwer akzeptieren kann …