Dieses Gemüse als Schwarzwurzeln zu bezeichnen ist ein glatter Euphemismus. Eigentlich müssten die Dinger Dreckwurzeln heißen, und wenn man ein knappes Kilo von ihnen gesäubert hat, schaut die Küche aus, als hätten Wildschweine in ihnen gehaust. Nevertheless: lecker! (vielleicht sollte ich mal eine Top-Liste der banalsten Contents meines Blogs aufmachen, dieser würde sicher auf einem der vorderen Plätze landen …)
Posted on Januar 21st, 2010 by Patricia | 3 Comments »
die Freundin am Tisch ein ernsthaftes Problem erzählt, das Telefon klingelt und der Mann vom Küchenstudio JETZT SOFORT (lieber Herr, es ist Mittagszeit, die Küche sieht aus wie ein Schlachtfeld, hier sitzen drei eigene Kinder und zwei Gäste) den Schalter an der Dunstabzugshaube einbauen möchte, zeitgleich die Schule, die man angeschrieben hatte, aufs Handy anruft, das Töchterlein oben wütend die Holzkasse vom Kaufladen die Treppe runterwirft, weil die Schublade klemmt und das kleinste Kind übermüdet vor die Tischkante läuft und sich dabei ein blaues Auge holt, dann lächeln gutaussehende, gut gelaunte Menschen in der Werbung doch meist entspannt, weil sie morgens ein Medikament eingeworfen haben, oder? Welches war das nur? Baldrian? Johanniskraut? In Ermangelung beider Kräuter gibts jetzt Schokolade.
Posted on Januar 20th, 2010 by Patricia | 4 Comments »
Seit eineinhalb Wochen besucht auch das kleinste Mädchen nach einer monatelangen Eingewöhnungszeit für ein bis zwei Stunden am Tag den Kindergarten. Die mittlere ebenfalls, der Große geht zur Schule. Nun sollte man meinen, ach wie schön, endlich Zeit für mich. Ist aber nicht so. Gluckenmäßig vermisse ich die Kinder, insbesondere das Kleinste, bereits drei Minuten nach der Abgabe. In der Zeit, die ich eigentlich zum Auffrischen meiner Studieninhalte nutzen wollte, denke ich, während ich lese und Notizen mache, ständig darüber nach, wie es ihr wohl geht, ob sie auch nicht weint, was ich stattdessen hier mit ihr machen würde etc … Hätte mir das je irgendwer erzählt, hätte ich es nicht geglaubt, jetzt bin ich selbst so. Geht das noch mal weg, dieses Eva-Herman-Syndrom?
Edit: Madämsche war heute bereits nach einer Stunde wieder da, da verfiebert und weinerlich. Ich muss mir High Speed Reading angewöhnen. 150 pph (pages per hour) oder so …
Edit 2: ich muss aufhören, vor Freude zu heulen, wenn sie wieder zu Hause ist. Was soll das Kind denn von mir denken?
Posted on Januar 20th, 2010 by Patricia | 1 Comment »
Heute beim müden Rausstarren in den trüben, matschig-grauen Garten fiel mir auf, dass ich gar nicht mehr weiß, wann zuletzt die Sonne geschienen hat. Letzte Woche? Vorletzte Woche? Es muss schon lange her sein.
Passend dazu heute eine merkwürdige Mail im Account vom Gymnasium aus dem Nachbarort, wo ich unverbindlich angefragt hatte, ob zufällig in nächster Zeit eine Stelle frei wird.
“…. bieten wir Ihre Fächerkombination nicht an. [Anm. meiner Wenigkeit: ich habe Deutsch und Geschichte studiert und plane eine Zusatzqualifikation in Latein oder Englisch]. Wir empfehlen Ihnen darum, sich an der Hauptschule zu bewerben.”
Aaah ja – ein Gymnasium, das weder Deutsch noch Geschichte, kein Latein und Englisch anbietet? Mir juckt es in den Fingern zu antworten, dass meine Kinder dann auch selbstverständlich die Hauptschule besuchen werden, da man offensichtlich wenigstens dort einen breiten Fächerkanon hat. Ich geh dann mal Kartoffeln kochen …
Posted on Januar 19th, 2010 by Patricia | 2 Comments »
möchte ich mir eine Pause vom Leben nehmen. Einfach aussteigen aus dem überfüllten Bus, mich umdrehen und die Hauptdarsteller allein weiterspielen lassen. Eine Zeit lang Luft holen und gar nichts denken, müssen, tun. Bis ich wieder in allen Poren ich selbst bin und danach wieder einsteigen. Frommer Wunsch.
Posted on Januar 18th, 2010 by Patricia | 3 Comments »
Oft, wenn ich mit mir selbst im Unreinen bin, wurschtelig und kruschig, mich in Selbstmitleid bade oder mein ganzes Leben umwerfen möchte, wenn ich im Trüben fische und es in mein Gemüt tropft, krame ich Händels “Jephta” hervor und springe zum Endes des zweiten Aktes, wo der Schluss-Chor mit der schlichten Feststellung endet: “No certain bliss, no solid peace, we mortals know, on earth below. Yet on this maxim still obey, whatever is, is right.” Wenn man bedenkt, dass Händel während der Arbeit an seinem Oratorium erblindete, so ist da sehr viel Fügung mit im Spiel, ins Schicksal, in die göttliche Weltordnung, in die Dinge, über die man jahrelang fruchtlos hadern könnte, die sich aber trotzdem nicht ändern lassen. Fügung ins Schicksal ist vermutlich altmodisch in einer Zeit des Machens, der Macher, der Machbarkeit. Aber manchmal, nicht immer, werde ich beim Hören ganz ruhig und sage, ja, so ist es. So sind die Dinge. Manche liegen in meiner Hand, manche nicht. Und ich könnte mir das Leben um einiges einfacher machen, wenn ich das akzeptieren würde. “Whatever is, is right”
Posted on Januar 17th, 2010 by Patricia | 1 Comment »
Da die Keksdose schon seit Weihnachten gähnend leer war und Backen bei uns immer ein heißes Thema ist, musste heute dringend Nachschub her. Um nicht immer nur Cookies, Brownies und Cheese Cakes à la Barcomi zu servieren (auch wenn ich sie täglich essen könnte …), habe ich mir zu Weihnachten ein neues Backbuch gegönnt – und das musste natürlich endlich einmal eingeweiht werden.

Disclaimer: Wahlweise könnte ich jetzt auch über Unterrichtsprinzipien und die Psychologie des Lernens bloggen, aber Kekse sind doch viel schöner …
Posted on Januar 15th, 2010 by Patricia | No Comments »
- immer fehlt irgendwem ein Handschuh (Handschuh beliebig ersetzbar durch Mütze, Schal, abknöpfbare Kapuze)
- riesige Pfützen im Vorraum durch auftauende Kinderwagenräder und Stiefel
- Salzränder an Stiefeln
- Kalte Kleinkindfinger
- Riesige Schneehaufen am Straßenrand, die mit Kinderwagen kaum überwindbar sind
- Menschen, die auf komplett geräumten Straßen Tempo 20 fahren
- Menschen, die auf spiegelglatter Fahrbahn bei 100 km/ h Höchstgeschwindigkeit mit 150 überholen und dabei arg ins Schlingern kommen
- Die Obst- und Gemüseauswahl lässt zu wünschen übrig, wenn man versucht, ökologisch korrekt zu kaufen
- Alle Schneehosen, Stiefel und Handschuhe sind bereits im Januar ausverkauft
- Man hat ständig kalte Füße, außer im Bett und in der Badewanne. Beides sind aber Orte, die ich viel zu selten sehe
(Trotzdem schön, dass mal Winter ist
)
Posted on Januar 14th, 2010 by Patricia | 1 Comment »
Für ein kleines Ah und Oh muss man nur ein wenig Geduld haben und gern in kaltem Eis rumprukeln. Man nehme einen Eimer Wasser, warte, bis selbiges am Grund und an den Wänden des Eimers gefriert, schlage die Eisschicht an der Oberfläche ein, kippe das noch flüssige Wasser in der Mitte ab, klopfe den entstandenen hohlen Eisblock aus dem Eimer (geht am besten mit lauwarmem Wasser) und stelle ein Teelicht hinein. Vermutlich kann man das Ding draußen auch als Salat- oder Dessertschüssel verwenden, aber bei den Temperaturen bevorzugen wir im Wohnraum zu speisen …

Posted on Januar 13th, 2010 by Patricia | 1 Comment »
Heute vier Schulen angerufen und dabei zwei Vorstellungsgespräche vereinbart. Davon eines für eine Stelle, die in zwei Jahren frei wird, würde ja passen, da wäre mein Vorbereitungsdienst beendet. Festgestellt, dass die Lehrer, mit denen ich telefoniert habe, angenehm transparent kommunizieren, anders als in der Wirtschaft, in der Double Speak oft an der Tagesordnung ist. Auch sehr nett: das enorme Verständnis für lärmende Kinder im Hintergrund, die Bereitschaft, abends zurückzurufen, wenn die Kinder schlafen und überhaupt die Freude darüber, dass es Kinder bei mir zu Hause gibt. So langsam beginne ich mich mit meinem avisierten neuen Beruf aufrichtig anzufreunden.
Posted on Januar 12th, 2010 by Patricia | 1 Comment »