Archive for Februar, 2010

Wenn man das Haus

den ganzen lieben Sonntag dank orkanartiger Böen nicht verlassen kann, wurschtelt man so vor sich hin …

moehrentorte

Jaa, ich weiß, es ist noch nicht Ostern, aber ich wollte eine Generalprobe für die Möhrentorte machen – und irgendwie musste ich den Rest Möhren aus der Biokiste ja verarbeiten (also die Möhren sind IM Kuchen, obendrauf nur Marzipan-Dummies) ..

roggenbrot

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Roggenbrot mit viel Zeit und viel Sauerteig, eigentlich und ursprünglich anthroposophisch rund und frei geformt, dann fiel mir der Laib aber beim Weg in den Ofen aufs Gesicht (also nicht auf meines, aufs Brotgesicht) und ich habe den renitenten Teig kurzerhand in die eckige Form gepresst …

hyazinthe

Das Tochterkind wollte Blumen basteln – und da haben wir schon wieder Klo-Content produziert, Hyazinthen aus Klorollen sind nämlich ein sehr netter Sturmsonntag-Zeitvertreib. (dass man nicht viel sieht, liegt am Weltuntergangswetter und der Weigerung der Kamera, den Blitz zuzuschalten …)

strebergarten

Dem Sohn wiederum war eine Blume nicht genug, er wollte einen ganzen Garten, und so sind wir den Altpapiervorräten ein wenig auf den Leib gerückt – irgendwie fehlt in diesem Modell noch was, es sieht arg brav aus, ich schätze wir sollten noch drei bis fünf Kinder dazubasteln, die die geordneten Beete verwüsten, mit Bällen Fensterscheiben einschlagen und abends am Grill einen Marshmallow neben dem anderen vertilgen.

 

Posted on Februar 28th, 2010 by Patricia  |  No Comments »

Was bin ich?

Nee, heute abend gehts nicht um diese Ratesendung mit Robert Lembke, die ich früher auf dem Sofa mit meinen Großeltern geschaut habe (typische Handbewegung wäre sicherlich bei mir derzeit der Griff Kühl-Akku oder Feuchttuch ;-) ); sondern eher darum, dass ich letztens auf einem Blog kommentieren wollte und merkte, dass das Ganze für einen Kommentar zu lang wurde.

Was bin ich, wenn ich, wie seit eineinhalb Jahren, nicht mehr jeden Morgen ins Büro gehe, keine wichtigen Telefonate mit wichtigen Menschen mehr führe, nicht mehr in wichtigen Meetings sitze, keine wichtigen Verträge vorantreibe und das Wichtigste, am Ende des Monats keine Abrechnung mehr in der Tasche nach Hause trage? Als Arbeiterkind habe ich seit Studienbeginn gearbeitet, um über die Runden zu kommen, niemandem auf der Tasche zu liegen, weil es komisch war, nur BaföG zu beziehen und last but not least weil Arbeiten zu meinem Leben dazu gehörte. Als wir mit dem ersten Kind schwanger waren, war klar, ich möchte schnell wieder arbeiten, denn ein großer Teil meines Selbst definierte sich mittlerweile durch das, was ich tat. Arbeit bedeutete für mich Anerkennung, Spaß, geistige Anregungen und nicht zuletzt Geld. Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass mein Job mit der Geburt des Kindes weg sein könnte, unter der Hand weggemauschelt (”Sie haben doch jetzt ein Kind und können sicher in nächster Zeit keine Dienstreisen oder Überstunden machen!”) an einen strebsamen Kollegen, der weder schwanger war noch Teilzeit angemeldet hatte. Und weg war der Job, der Anerkennung, Spaß und geistige Anregungen bot – stattdessen ein langweiliger Routine-Job mit pünktlicher Lohn-Auszahlung.

Natürlich wurde das Ganze mit der Geburt des zweiten Kindes nicht unbedingt besser. Irgendwann aber verließen die herrschenden Männer das Unternehmen, eine Frau rückte nach und es ging aufwärts, da war er wieder, der Job mit Anerkennung, spannenden Themen, der ein oder anderen attraktiven Dienstreise – und manchmal habe ich es fast ein wenig bereut, mit Nummer 3 schwanger zu sein. Mitten in meiner Elternzeit dann ging meinem Unternehmen die Luft aus und ich war plötzlich “nur noch” Mutter. Ja, und da kam irgendwann, nicht gleich, eher Monate später, in mir die Frage auf: “Was bin ich? Worüber definiere ich mich? Was sind meine Erfolgserlebnisse? Was kann ich nicht so gut? Wo liegt meine Profession und wo bräuchte ich dringend eine Fortbildung ;-) ?”

Für meine Kinder war und ist klar: ich bin Maaamaaa, 24 Stunden am Tag, für die Erfüllung sinnvoller Wünsche und Verweigerung unsinniger Begehren verantwortlich, Vorleserin, Kuchenbäckerin, Basteltante, Chauffeuse, Friseuse, Masseuse, Salben-, Seelen- und Kühlakku-Therapeutin. Und ich? Wo waren meine Erfolgserlebnisse? Wenn die Kinder abends rosig und glücklich im Bett lagen? Wenn es am Tag Aha-Erlebnisse gab, wenn sie mich zu Tränen gerührt haben mit ihrer Liebe und ins Kissen haben beißen lassen mit ihrer Launenhaftigkeit und ich dennoch ruhig geblieben bin? Dass ich telefonieren, kochen, Nase putzen, Wickeln und Eltern-Info-Lesen gleichzeitig kann? Oder aber die kleingeistige Zufriedenheit nach einem umfassenden Hausputz, einem absolut geglückten Mousse au Chocolat? War das nicht ein bisschen wenig? Immerhin hatte ich studiert und war irgendwann mal wichtig …

Ja, und als ich letztens mein CV aufgefrischt habe zwecks Vorstellungsgesprächen in der Schule, da saß ich staunend vor meinem Lebensweg und dachte “Was? Das bin ich? Das habe ich mal gemacht? Bin ich das wirklich? Jetzt? Noch?” – und stellte fest, dass ich mich lange Jahre meines Lebens offenbar nur über meinen Beruf definiert habe, obwohl ich doch an vielen anderen Stellen im Leben (selbst)wirksam war.

Macht das überhaupt Sinn? In einer Zeit, in der einem von einem Tag auf den anderen der Boden unter den beruflichen Füßen weggezogen werden kann durch Kündigung, Krankheit, Entlassung, psychische Probleme u.ä.? Und warum halten wir bei 3,6 Millionen Arbeitslosen daran fest, dass wir uns daran messen, was wir an Erwerbsarbeit leisten? Und all die, die morgens nicht ins Büro, an die Baustelle, an die Fließbänder, hinters Steuer, in den OP-Saal wandern, sind die nichts, obwohl sie leben, arbeiten, denken, helfen, da sind? ”Nur” Hausfrau, “nur” Rentner, “spätrömisch dekadent” und und und … Beim Grüben über die spätrömische Dekadenz (dekadent im Alten Rom waren aber meines Erachtens die Herrschenden, nicht die Unterschicht) kam ich auf Hannah Arendts “Vita Activa”, mein Prüfungsthema, dachte darüber nach, dass irgendwann einmal der Homo Politicus, der denkende und handelnde Mensch großen Wert hatte und sich die Verhältnisse in der Neuzeit umgekehrt haben – das Animal Laborans, das “Arbeitstier” zum beherrschenden Grundbegriff geworden ist.

Und eigentlich, um ehrlich zu sein, stehen wir doch wieder an einer Zeitenwende, egal wie laut die Gewerkschaften nach Vollbeschäftigung für alle rufen. Und womit können wir die Leerstelle füllen, wenn die Akzeptanz für unbezahlte soziale Tätigkeit in Familien und Ehrenämtern absolut gering ist und den Lebenslauf nicht krönt, sondern entstellt? (lauter Fragen, ich weiß, und keine Antworten …)

Posted on Februar 27th, 2010 by Patricia  |  7 Comments »

Gibt es eigentlich

so etwas wie ein gesetzlich verbürgtes Grundrecht eines jeden Menschen auf EINEN ungestörten Toilettenbesuch pro Tag? So einen Besuch, an dem kein Kleinkind parallel alle Schubladen ausräumt, Duschgel und Zahnpasta kletternderweise vom obersten Regal räumt, Tamp.ons durch die Gegend kickt und die Toilettenpapierrolle in kleine Schnipsel zerreißt? Einen, an dem nicht die großen Kinder ungehemmt die Tür aufreißen, um irgend etwas enorm Wichtiges mitzuteilen, JETZT zur Sekunde die Hände waschen oder den Traum von letzter Nacht erzählen müssen.

Posted on Februar 26th, 2010 by Patricia  |  9 Comments »

Toleranz ist manchmal anstrengend

… wenn der Sohn nach Hause kommt und am Tisch traurig erklärt, dass seine Freundin A. nicht mehr mit ihm spielen darf, weil ihre Eltern der Meinung sind, Mädchen sollten mit Mädchen und nicht mit Jungen spielen. Hintergrund ist, dass As. Eltern mu.slimischen Glaubens sind. Schwimmen und Turnen darf A. gemeinsam mit den Jungen, weil die Eltern derzeit noch asylsuchend sind und ansonsten Ärger mit der Schule vorprogrammiert wäre, aber Spielen mit Jungs ist offenbar ein so schwammiges Feld, dass man dort seinen ortho.doxen Glauben leben kann. Denkt Gott in den Kategorien männlich / weiblich? Ich habe Respekt vor religiösen Gefühlen, Riten und Bräuchen, aber manchmal fällt es mir schwer, enorm schwer, Dinge zu akzeptieren, die offenbar keinem der beteiligten Menschen gut tun.

Posted on Februar 25th, 2010 by Patricia  |  1 Comment »

Pränatale Prägung?

Ich würze gern mit Knoblauch, Ingwer, Curry, Paprika und Co. In meinen Schwangerschaften und Stillzeiten hatte (habe) ich oft große Lust auf Herzhaftes. Anfangs, als es um die Beikost ging, habe ich mich beim Kochen gewürztechnisch zurückgehalten, schließlich sollen Babys ja bekanntlich faden Gemüsebrei bevorzugen. Seit aber all unsere Kinder an unserem Essen partizipieren, staune ich des öfteren: da wird Ingwer-Steckrübensuppe, indischer Curry-Blumenkohlauflauf und Knoblauch-Quark-Creme gefuttert, was das Zeug hält. Und keiner ruft “Iiih!” oder “Ist das scharf!” oder “Schmeckt das komisch!” (wie ich manchmal befürchtet habe …). Vermutlich hat mein Fruchtwasser oder meine Milch halt schon immer so geschmeckt – ich hoffe nur, diese Unkompliziertheit bleibt uns lange erhalten …

Posted on Februar 24th, 2010 by Patricia  |  No Comments »

Mehr Farbe, bitte!

Wenn ich den Blick von den trostlosen, schmutzigen, grauen Schneehügeln abwende, schaut mich ein Fitzelchen Frühling an! tulpen

Posted on Februar 22nd, 2010 by Patricia  |  1 Comment »

Schlüssel-Erlebnis

Irgendwann, ich war noch nicht lange in der neuen Stadt und im neuen Job, habe ich abends zusammen mit einem Kollegen, der ebenfalls noch nicht lange und neu in der Stadt und im Job war, das ein oder andere Glas Wein geleert. Es muss so gegen 1 Uhr nachts gewesen sein, als ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Hause machte. Auf dem Rücken meinen etwas löcherigen Rucksack (klar, ich arbeitete in einem Start Up und hatte weder Zeit noch Geld für ordentliche Taschen ;-) ) . Im Dunkeln fuhr ich über einen Gullideckel, es klirrte metallisch und in diesem Augenblick wusste ich, das war mein HAUSTÜRSCHLÜSSEL. Fluchend fuhr ich zurück zum Kollegen, alarmierte den Schlüsseldienst und strampelte nach Hause. Dort erwartete mich bereits ein älterer Herr, der angesichts meiner Wohnungstür (von deren kompliziertem Innenleben ich bislang nichts wusste) verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlug: “Hooochsicherheitstür, fünf Schlösser, die Tür können Sie vergessen, wenn ich die öffnen muss, ganz zu schweigen von den Nachbarn, wenn sie mitten in der Nacht diesen Lärm hören!”   Als er mein verzweifeltes Gesicht sah, meinte er begütigend, “Na, ja, ist doch nicht so schlimm! Wo haben Sie den Schlüssel überhaupt verloren?” Ich erzählte ihm vom Klirren, vom Gulli und dem rauschenden Abfluss, den ich unter dem Gulli hörte und in dem ich meinen Schlüssel bereits irgendwo auf dem Weg zur Kläranlage wähnte. So, und nun beginnt der Teil der Geschichte, bei der der Mann an meiner Seite (der damals noch nicht der Mann an meiner Seite war) stets meint, das sei ja reines Seemannsgarn. Der freundliche ältere Mann nämlich machte ein ganz entschlossenes Gesicht, packte mein Fahrrad in seinen Lieferwagen und sagte “Wollen wir doch mal sehen, ob wir den Schlüssel im Gulli nicht wiederfinden!”  Da mir der Weg in die Wohnung versperrt war und ich eh nichts anderes mehr vorhatte, stieg ich mit ihm ins Auto und lotste ihn quer durch die Stadt zum Gulli, wo der Gute mit einer Riesen-Taschenlampe ausstieg und die Unfallstelle gründlich ausleuchtete. Kurze Zeit später rief er “Daaa, da glitzert was!”, hüpfte in Windeseile zum Lieferwagen, kramte eine Weile, bis er einen Riesen-Magneten fand, den er durch die Gulli-Löcher herunterließ, hinaufzog, und da war er – mein Schlüssel! Mit Schlüssel, Schlüsseldienst und Fahrrad ging es ab durch den jungen Morgen nach Hause (unterwegs erzählte mir der stolze Herr noch, dass man mit Beharrlichkeit zum Ziel komme und er schon hochkarätige Persönlichkeiten und Honoratioren der Stadt mitten in der Nacht von Handschellen befreien musste, in die sie sich im wilden Sex-Spiel verwickelt hatten) – und da war ich schließlich wieder zu Hause. Etwas ängstlich fragte ich den Guten, wieviel Schrillionen Mark er für seine Dienste nun haben wolle, und da sprach er: “Einen heißen Kaffee – und geben Sie mir mal 20 Mark!” Gegen sechs Uhr morgens landete ich schließlich in meinem eigenen Bett in meiner eigenen, nicht-demolierten Wohnung. Warum ich diesen Sermon schreibe? Heute klemmte unser Haustürschloss, wir dachten darüber nach, den Schlüsseldienst zu rufen und ich ärgerte mich, dass ich damals nie, nie die Adresse meines Retters aufgeschrieben habe … (manchmal möchte ich ihm noch  nachträglich einen Kuchen backen …)

Posted on Februar 20th, 2010 by Patricia  |  2 Comments »

Endlich!

  Winterlingschneeglocken

Posted on Februar 19th, 2010 by Patricia  |  3 Comments »

Tanken

Es hört sich vielleicht lächerlich an für eine erwachsene Frau Mitte 30, aber ich hasse Tanken, und ich weiß immer noch nicht so genau, woran das liegt. Frühkindliches Trauma, weil ich einmal das Auto meines Vaters mit Super Plus statt Diesel vollgetankt habe und mein Vater mir daraufhin erzählte, davon könne das ganze Auto explodieren? Zeit meines Lebens hatte ich mit Rostlauben zu tun, bei denen die Tank-Klappe klemmte, sich hinterher nicht wieder festschrauben ließ oder der Schlüssel nicht mehr abzuziehen war. Beim Tanken macht mich so etwas immer leicht panisch, vor allem, wenn gefühlt tausend Autos hinter mir stehen und warten. Dieses Problem habe ich eigentlich gar nicht mehr, der Espace lässt sich bequem betanken – wenn man mal davon absieht, dass ich immer vergesse, ob der Tank nun rechts oder links ist. Aber dieses “Ach herrje, ich muss noch Tanken!” verursacht immer noch kleinere Schweißausbrüche – vielleicht liegt es auch jetzt daran, dass ich häufig zu günstigen Tankstellen fahre, dass es dort immer sehr voll ist und man ständig in verqueren Winkeln mit der Tankklappe an die Zapfsäule fahren muss, dass ich meist ein bis drei Kinder im Auto sitzen habe, nach dem Tanken schnell zum Bezahlen eile, die Kinder währenddessen im Auto lasse (abgeschlossen, versteht sich) und mir an der Kasse regelmäßig ausmale, was passieren würde, wenn ein Laster das Auto rammt, die Tankstelle in die Luft fliegt o.ä.  Keine Ahnung, in welchem meiner vorherigen Leben sich dieses Bad Tankstellen Karma in mein Unterbewusstsein eingefräst hat, aber ich arbeite wöchentlich daran, es abzulegen – seit ca. 20 Jahren ;-)

Posted on Februar 18th, 2010 by Patricia  |  5 Comments »

Thema des Tages

Bunt, wild und ungeordnet ;-) – und die Folie nur drumrum, damit das arme Gemüse nicht bei minus 17 Grad den Verstand verliert …

biokiste2

Posted on Februar 17th, 2010 by Patricia  |  No Comments »