Wider den Niemals-Nie-Fundamentalismus

Je älter ich werde und je mehr Kinder dazu kommen (keine Sorge, es kommen keine mehr dazu ;-) ), desto weicher werde ich – und lächele manchmal nachsichtig, wenn mir eine Niemals-Nie-Fundamentalistin (die sind meist weiblich) über den Weg läuft. Beliebte Themen dabei sind:

- ich gebe niemals nie eine Flasche mit Fertigmilch

- ich lasse mein Kind niemals nie länger als eine halbe Stunde am Stück fernsehen

- ich koche niemals nie mit Fertigprodukten

- ich bin niemals nie schlecht gelaunt und immer freundlich zu meinen Kindern

- ich kaufe niemals nie ein Überraschungsei an der Kasse

- mein Kind trinkt niemals nie Apfelschorle, sondern immer nur Wasser

Nur um klarzustellen: alle drei Kinder wurden gestillt, das erste kurz, die anderen beiden lang, wir essen fleißig aus unserer Biokiste, kochen mit frischen Zutaten und verzichten weitgehend auf Fertigprodukte, unsere Zähne sind in Ordnung, der Fernseher läuft in der Regel nicht – aber ich beharre nicht auf dem Niemals-Nie-Prinzip, weil ich weiß, dass es Tage gibt, die es nötig machen, all diese Grundsätze über Bord zu werfen, um nicht selbst an ihnen zugrunde zu gehen. Nur eines nicht: ich schlage niemals nie meine Kinder, dann lieber mich.

One Response to “Wider den Niemals-Nie-Fundamentalismus”

  1. geologenkinder says on :

    Niemals nie, ja die kenn ich :-) Und manchmal muß man tatsächlich seine niemals nies über Bord werfen und ja je mehr Kinder umso mehr fliegen über Bord :-)
    Und ich hasse die niemals-nie-perfekten-super-mütter!

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