Hibbelig
Vorgestern hatte ich ein sehr aufschlussreiches Gespräch an einem Gymnasium, das gerade mal 11 Kilometer entfernt liegt. Eine unglaublich nette Rektorin, die meinen Lebenslauf durchscannte und sagte “Oooh, damit bekommen Sie an jeder Schule sofort eine Stelle!” (ich zweifle ja noch, ob das so ist, aber trotzdem war es Balsam auf meiner eineinhalb Jahre alten Hausfrauen-Seele, die, je länger sie zu Hause weilt, desto mehr Zweifel an sich, dem bisherigen Bildungs- und Berufsweg und dem Lebenssinn an sich hegt …). Ein sehr nettes Gespräch also, in dem sie mir die Möglichkeit skizzierte, berufsbegleitend das Zweite Staatsexamen zu absolvieren, auch das in Teilzeit möglich (wenn ich Sie mir so anschaue, glaube ich, Sie schaffen das), sogar eine Verkürzung auf 18 Monate sei möglich, die Bezahlung besser als im Referendariat, und der Einstieg möglich, da Stellen frei seien und frei würden, auf die mein Profil passe. Während ich auf dem Ledersessel im Rektorenzimmer saß, passierte Seltsames: ich bekam plötzlich ganz große Lust, hier und jetzt zu arbeiten, und noch besser, ich hatte das Gefühl, ICH KANN DAS. (zu Hause zwischen Wisch- und Windeleimer zweifele ich oft arg an meinen Kompetenzen und habe das Gefühl, ich verliere mehr und mehr davon, also nicht die sozialen, eher die beruflichen …) Jetzt warte ich auf die Ausschreibungen, die irgendwann im Frühling erfolgen sollen (hoffe, dass die Rektorin sich nicht im Nachhinein überlegt, dass sie doch keine Lehrerin möchte, die zwischendurch in bekloppten Internet-Klitschen gearbeitet hat), danach muss ich mich einer bösen, bösen Auswahlkommission stellen (sagte ich schon, dass ich Mitglieder staatlicher Prüfungsämter LIEBE?) und mit unverschämt viel Glück könnte ich ab Sommer die Ärmel hochkrempeln und loslegen – 20 Minuten vom Wohnort entfernt, in den Fächern, die ich studiert habe, in einer Schule, die handlungsorientiert und lebenspraktisch ausgerichtet ist, eine engagierte Geschichts- und Deutschlehrerin sucht, die auch mal Ausstellungen in Museen organisiert und und und … Ich bin nach dem Gespräch zurückgefahren und fühlte mich wie ein Terrier, der sich in einen Pantoffel verbissen hat. Bleibt zu hoffen, dass ich den Pantoffel behalten darf (und ihn nicht zerfleddere …). Und ja, ich weiß, Lehrer sein ist hart, zermürbend, frustrierend, entmutigend und manchmal lebensgefährlich, aber ich will das jetzt trotzdem!

Das klingt gut – ich drücke die Daumen!
Das klingt sogar sehr gut. Gerade so, als würden alle Komponenten perfekt zusammen passen. Ich drücke ebenfalls ganz fest alle verfügbaren Daumen und hoffe, dass wir hier dann auch vom triumphalen Erfolg lesen dürfen
Es klingt gut, sehr gut und ich drück die Daumen.
Mensch auch ich drück Dir ganz fest die Daumen, Frau Lehrerin
!!!!!!!!!
Peggy
Ich dank euch allen, ihr lieben Daumendrücker!