Archive for Februar, 2010

Ice Age II

“Und weißt du, was das Allerschlimmste ist?”, kicherte die Mutter der Kindergartenfreundin heute morgen etwas fatalistisch, als wir uns über den nicht enden wollenden Winter, nasse Füße und Glatteis beklagten, “das Allerschlimmste ist, dass wir letztes Jahr und weit im voraus für die Osterferien 2010 einen Winterurlaub gebucht haben, damit unsere Kinder mal Schnee sehen!”  (wie gut, dass wir immer so planlos in den Urlaub fahren …)

Posted on Februar 4th, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

Wider den Niemals-Nie-Fundamentalismus

Je älter ich werde und je mehr Kinder dazu kommen (keine Sorge, es kommen keine mehr dazu ;-) ), desto weicher werde ich – und lächele manchmal nachsichtig, wenn mir eine Niemals-Nie-Fundamentalistin (die sind meist weiblich) über den Weg läuft. Beliebte Themen dabei sind:

- ich gebe niemals nie eine Flasche mit Fertigmilch

- ich lasse mein Kind niemals nie länger als eine halbe Stunde am Stück fernsehen

- ich koche niemals nie mit Fertigprodukten

- ich bin niemals nie schlecht gelaunt und immer freundlich zu meinen Kindern

- ich kaufe niemals nie ein Überraschungsei an der Kasse

- mein Kind trinkt niemals nie Apfelschorle, sondern immer nur Wasser

Nur um klarzustellen: alle drei Kinder wurden gestillt, das erste kurz, die anderen beiden lang, wir essen fleißig aus unserer Biokiste, kochen mit frischen Zutaten und verzichten weitgehend auf Fertigprodukte, unsere Zähne sind in Ordnung, der Fernseher läuft in der Regel nicht – aber ich beharre nicht auf dem Niemals-Nie-Prinzip, weil ich weiß, dass es Tage gibt, die es nötig machen, all diese Grundsätze über Bord zu werfen, um nicht selbst an ihnen zugrunde zu gehen. Nur eines nicht: ich schlage niemals nie meine Kinder, dann lieber mich.

Posted on Februar 4th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Made my Morning

Eben war unser Haus- und Hof-Schornsteinfeger zu Besuch. Als er auf den Dachboden ging, warnte ich ihn kurz, dass der nicht aufgeräumt sei (dort steht unser Bällebad, leider badet der gesamte Raum ab und an in Bällen) und er nicht stürzen solle. “Aaach”, sagte der solide ostwestfälische Schornsteinfeger begütigend-beruhigend, “mit kleinen Kindern sieht das immer so aus, das ist bei mir zu Hause nicht anders!” Er hielt kurz inne und fügte hinzu: “Im Grunde genommen sind meine Kinder schon 14 und 16, aber es sieht immer noch genau so aus!”

Posted on Februar 3rd, 2010 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Bedürfnisse

- ein Frühstück im Bett

- ein gedeckter Mittags- oder Abendtisch ohne Aufspringen, Wegwischen und Bedienen

- ein Tag Pause ohne Bronchitis, Bronchiolitis, Gastroenteritis und Co.

- ein Urlaubstag allein

- ein Kinobesuch zu zweit

- ein Theaterbesuch zu zweit

- sechs Stunden Schlaf am Stück

- ein Dankeschön

- ein Lächeln

- eine Runde Schwimmen

- ein Acht-Stunden-Tag mit Pausen und Feierabend

- wissen, dass die Kinder gut versorgt sind, wenn man sie selbst nicht versorgt

- eine Oma, die das Vorlesen eines Märchens nicht als Anstrengung, sondern Freude verbucht und nicht nur zweimal im Jahr mit einem Berg Plastikspielzeug anrauscht, um nach zwei Tagen wieder zu fahren, weil sie sich vom Märchenvorlesen (s.o.) erholen muss

- eine Kindheit mit Mutter

- finanzielle Sicherheit

Wie viele Jahre kann man Bedürfnisse aufschieben? Sechs? Zwölf? Achtzehn? Wenn dann die Zeit wäre, hat man dann die Bedürfnisse noch? Sind Bedürfnisse sowieso, per se und eigentlich Luxus?

Heute morgen strecke ich die Waffen. Ich kann offenbar gar nichts, ohne dass mir dabei irgendwann die Luft ausgeht. Als ich 40 bis 50 Stunden gearbeitet und Kinder und Haushalt hintendran gehängt habe, war ich erschöpft. Jetzt habe ich 12 Stunden pro Tag (und 12 Stunden pro Nacht) “nur” Kinder und Haushalt und bin genau so am Ende. Vielleicht im nächsten Leben lieber keine Kinder? Dafür Zeit für Bedürfnisse, niemals nie das Problem der Vereinbarkeit von Job und Familie, genügend Geld, niemals nie ein schlechtes Gewissen und dieses Gefühl, dass einem bei jeder Trennung von den Kindern und der Abgabe an zweitklassige Kindergärten das Herz aus der Brust gerissen wird … Oder aber im nächsten Leben mit anderen Eltern geboren werden, in andere Umstände hinein, lieber erst verbeamtet sein, bevor das erste Kind kommt, wegen der Sicherheit? Ich geh mal ne Runde in den Keller, nicht zum Lachen, sondern zum Weinen.

Disclaimer: ich weiß, ich habe keinen Grund zum Jammern, ich habe nur drei Kinder, durfte wegen Elterngeld zumindest beim letzten Kind ein Jahr zu Hause bleiben, habe ein Dach über dem Kopf und muss nicht hungern. Ich jammere trotzdem.

Posted on Februar 2nd, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Dich

Dich
dich sein lassen
ganz dich

Sehen
daß du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreißen
und das was sich anschmiegen will

Wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln

Dich dich sein lassen
ob das schwer oder leicht ist?
Es kommt nicht darauf an mit wieviel
Vorbedacht und Verstand
sondern mit wieviel Liebe und mit wieviel
offener Sehnsucht nach allem -
nach allem
Was du bist

Nach der Wärme
und nach der Kälte
nach der Güte
und nach dem Starrsinn
nach deinem Willen
und Unwillen

nach jeder deiner Gebärden
nach deiner Ungebärdigkeit
Unstetigkeit
Stetigkeit

Dann
ist dieses
dich dich sein lassen
vielleicht
gar nicht so schwer

(Erich Fried)

Posted on Februar 1st, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

Schöne Sonntagsbeschäftigung

Den Geburtstag des Allerliebsten feiern und das alles mit guten Freunden verputzen!

party

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Posted on Februar 1st, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »