Geburtslieder

Als ich eben wahllos am Ipod herumdallerte, fiel mir auf, dass ich noch nirgendwo festgehalten habe, welche Lieder die Geburten meiner Kinder begleitet habe, obwohl sich diese Lieder so sehr eingebrannt habe, dass mir wohl bis zum Lebensende die Tränen kullern, wenn ich sie höre. Beim Großen, im dann doch trotz aller Bemühungen sehr sterilen Krankenhaus, hatte ich eine Handvoll CDs ausgewählt, die ich gern im Kreißsaal hören wollte, mir fehlte aber mit fortschreitender Weherei der Nerv, den DJ zu spielen, darum übernahm das die diensthabende Hebamme, indem sie in Endlos-Schleife eine CD spielte, auf der sich unter anderem “The Lion Sleeps Tonight” befand. Witzig, wenn man bedenkt, dass das mein Sternzeichen und das des kleinen großen Sohnes ist. Der tatsächlich sehr verschlafen und ruhig und keineswegs brüllend das Licht der Welt erblickte.

Das große Mädchen hatte dann hatte das Glück, im neu eröffneten Geburtshaus das Licht der Welt erblicken zu dürfen. Da ich in den Wochen zuvor einen wunderbaren Yoga-Kurs besucht hatte, liefen im Hintergrund Kundalini-Mantren, ähnlich wie diese hier, ich hätte gern meine verlinkt, aber die finde ich nirgendwo …  Die Geburt verlief äußerst friedlich, das Tochterkind brüllte allerdings kräftigst, als es auf die Welt kam. Ob ihm die Musik nicht gefallen hat? Später allerdings ist sie dabei gern im Tragetuch eingeschlafen …

Beim kleinen Mädchen traf mich die Geburt zwar nicht unvorbereitet, aber ich hatte keinerlei Lust auf Kurse und Vorbereitungsmaßnahmen, und so dudelte nach Platz.en der Fruchtbl.ase einfallslos, weil sie eben so im Player lag, diese CD im Wohnzimmer “Snoezelen. Traumstunden für Kinder” Dummerweise ließ sich das kleine Mädchen davon tatsächlich einlullern und legte nach vollständiger Öffnung des Mutt.ermund.es eine längere Snoezel-Pause ein. Dankenswerterweise fiel dem im Gegensatz zu mir denkenden Mann noch rechtzeitig ein, es mal mit den Kundalini-Mantren zu versuchen, und danach ging es ratzfatz weiter, bis sich die kleine Dickmamsell mit ihren breiten Schultern rauswuchtete, um zwischen uns auf dem Sofa ziemlich bald weiterzuschlafen ;-)

Ab und an höre ich die Geburtslieder – und dabei befällt mich stets so ein “Yes We Can!”-Gefühl – eine Mischung aus Aufbruchsstimmung, Stolz, freudiger Erwartung und eine aus einem wie auch immer gearteten Urvertrauen gespeiste Gewissheit, dass am Ende alles gut wird. Sollte ich wohl mal öfter hören, meine Geburtslieder …

Und was lief bei Ihnen so? (außer dem Fruchtw.asser?)

12 Responses to “Geburtslieder”

  1. Frische Brise says on :

    Beim ersten Kind lief nichts, hm, irgendwie verpasst.
    Beim zweiten Kind war keine Zeit, Tür im Geburtshaus auf, auf die Matte, Kind da.
    Beim dritten Kind hat die Hebamme Norah Jones eingelegt, da sind wir aber auch nur 2 Lieder weit gekommen.
    Hm, ich habe keine Geburtserinnerungslieder. Eigentlich schade.

    Viele Grüße!

  2. Patricia says on :

    Dafür aber offenbar sehr fixe Geburten – ich glaube, währenddessen hätte ich gern die Lieder gegen ein baldiges Geburtsende getauscht :-) !

  3. PaulaQ says on :

    Mit Geburtsliedern muß ich komplett passen!!! Ich konnte während der Wehen keinerlei Musik ertragen!!! Dafür gibt es beim mittleren Bübchen ein Lied, daß mich sehr stark an den Tag seiner Geburt erinnert, aber ich kann nicht mal den Titel davon sagen…aber jedesmal, wenn ich es im Radio höre, muß ich an den ersten wirklich warmen Tag in dem Jahr denken und wie ich mich wehender Weise durch Tübingen geschleppt habe, weil uns geraten wurde, erst wieder zu kommen, wenn die Wehen alle zwei Minuten kommen… (wir haben aber einen Anfahrtsweg von 45-60 Minuten bis in die Stadt…und so blieben wir dort und wanderten durch den Alten Botanischen Garten, wo die Studenten im Gras lagen, die Kinder über die Wiese hüpften und Eis aßen..).und immer wenn ich diese Musik höre, dann fällt mir dieser wunderbare Tag, an dessen Ende unser kleiner Engel geboren wurde (bei offenem Fenster….die buntgestreiften Vorhänge wehten in der Frühjahrsbrise….es war warm und mild…draußen waren die Stimmen der Menschen auf der Straße zu hören…) und das alles ist jetzt fast vier Jahre her, und immer wenn ich das gewisse Lied höre, fällt mir dies alles wieder ein (ich komm immer noch nicht auf den Titel….hm….werde alt….).

  4. Sibylle says on :

    Ich habe direkt während der Geburt keine Lieder gehört, aber ich habe vom Gefühl für jedes Kind ein besonderes Lied. Bei Rieke ist es Clocks von Coldplay, da ich das hörte bevor der Schleimpfropf abging und ich denke ich habe bei dem Lied losgelassen, so daß sie sich auf den Weg gemacht hat.
    Bei Henri ist es das Lied Brother von the Organ. Das lief damals als ich schwanger war ab und an auf einslive, abends wenn ich oft traurig und müde in der Küche rumpitscherte. Traurig weil ich nicht in der Stadt sein wollte und nicht mein Kind dort bekommen wollte. Gekommen ist er natürlich da und das Lied ist für mich untrennbar mit seiner Geburt verbunden. Bei ihm hatte ich sogar den ipod mit dem Lied mit im Kreissaal kam aber nicht dazu es zu hören. Und ich werde immer wehmütig und schniefig wenn ich eines der Lieder höre :)

  5. Peggy says on :

    Geburtslieder hatte ich auch nicht, aber dafür kann ich mich an Zoés “Schwangerschaftslied” erinnern. Da hab ich immer meinen Bauch zu Max Mutzkes “Can´t wait until tonight” geschaukelt und gesungen “… can´t wait until August, Baby…” :) Sie kam dann auch Ende Juli :)

    Hm, bei Dorothee ging das irgendwie unter…wie so vieles beim Zweiten. ;(

  6. katobia says on :

    Keine Musik, ganz bewusst. Ich kann auch nicht mit Musik im Ohr joggen, das stört meinen Rhythmus ;-)
    Beim Dritten war ich ja allein zu Hause und musste zwischen zwei heftigsten Wehen der Hebamme die Tür öffnen. Auf dem Weg zur Tür habe ich noch das Radio ausgemacht, weil es mich sooo nervte (Inforadio, mit aktuellen Verkehrsmeldungen alle viertel Stunde). Die Hebamme kam rein und die Presswehen setzten ein. Also vielleicht ist die Musik dieser Geburt die Türklingel.

  7. Uta says on :

    Auch hier, keine Geburtslieder.
    Bei Johanna eh nicht und auch bei Lena wollte ich ja nur zum CTG und nicht wirklich zur Geburt. Tja und Emma, brauchte wohl auch eine musikalische Untermalung; obwohl ich bei ihr sehr wohl mit dem Wissen gleich ein Kind zu bekommen in den Kreissaal gegangen bin … aber das hätte mich auch nur abgelenkt.

  8. BabyDreamers says on :

    Ich hatte mir schöne Entspannungsmusik in den Klinikkoffer gepackt.
    Allerdings war in dem Krankenhaus alles so hektisch, dass das total untergegangen ist…
    Das nächste Baby kommt hoffentlich in unseren eigenen vier Wänden zur Welt und wird dann vielleicht von Morcheeba oder so begleitet….

  9. Patricia says on :

    @BabyDreamers: Die eigenen vier Wände sind immer am entspanntesten :-) ! Da drück ich doch schon mal frühzeitig die Daumen, dass es klappt!

  10. Patricia says on :

    @Katobia: Hihi – also mit Inforadio könnte ich auch nicht gebären ;-)

  11. Patricia says on :

    @Peggy: :-) … ich dachte, das passiert erst beim dritten!

  12. Patricia says on :

    @PaulaQ: das klingt nach einem ganz zauberhaften Geburts-Tag!

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