Klo in Trümmern
“Schau mal, was ich hier noch habe!”, sprach der Mann vor kurzem, als er die gespeicherten Bilder am PC durchging. Es war, taataa, Klo-Content
… Im Jahr, bevor das erste Kindelein geboren wurde, sind wir beiden viel verreist. Toscana, Griechenland, ein Wochenende hier, eines dort. Weil ich London von Geschäftsreisen her mochte, aber nie, nie Zeit hatte, all die hübschen Läden mal von innen anzuschauen (welcher männliche SEO- und SEM-Experte geht schon mit in all die Tee-, Kosmetik- und Einrichtungsläden in Covent Garden und Notting Hill?), wollte ich einfach mal stressfrei ein paar nette Tage mit dem Mann an meiner Seite dort verbringen. Wir buchten also ein Drei-Sterne-Hotel, das in einem (im Internet) wunderschön anmutenden historischen Gebäude untergebracht war. Als wir nach dem Einchecken in unser Zimmer kam, gab es die erste Ernüchterung: direkt unter dem Fenster befand sich das Entlüftungsrohr der Küche. Und draußen war es warm, sehr warm. Fenster auf beim Schlafen ging gar nicht, da das Lüftungsrohr dröhnte und 24 Stunden miefige Essensgerüche hereinspülte. Fenster zu hieß schwitzen, und eine Klima-Anlage hatte das Ding nicht. Aber wir wollten ja keine German Spießer sein und beschlossen, uns trotzdem schöne Stunden zu machen. Spätabends saß ich auf der Toilette und wunderte mich etwas, einen winzig kleinen Wassertropfen an der Decke zu sehen. Als Maurerstochter dachte ich mir, das kann dem Fundament nicht gut tun und huschte kurz runter zur Rezeption, um das Ganze zu vermelden. Man werde sich das Ganze am nächsten Morgen anschauen, war die kurz angebundene Antwort, und ich ging achselzuckend zu Bett. Als wir ca. eine halbe Stunde eingeschlafen waren, weckte uns ein ohrenbetäubender Lärm, etwa so, als sei das Haus oder Teile davon zusammengebrochen. Als bekennender Schisser blieb ich unter der Bettdecke liegen, während der Mann, mein Held, sich umsah. Im Bad bot sich dann folgendes Bild:
Offenbar kein kleiner Haarriss, sondern ein ausgewachsener Rohrbruch. Glücklicherweise saß niemand unter den Fliesen, als sie runterkamen. In meiner Nase kitzelte es ganz gewaltig vor aufsteigender Wut, und es war mir mittlerweile egal, ein German Spießer zu sein. Ziemlich angefressen bin ich zur Rezeption und habe dort einen längeren Vortrag gehalten, der darin endete, dass wir sehr schnell und nunmehr auch sehr freundlich mit einem eilig herbeigerufenen Taxi in ein wirklich wunderschönes und weitaus teureres Hotel chauffiert wurden, in dem wir ohne Aufpreis den Luxus einer guten Klima-Anlage, üppig gepolsterter Betten und eines traditionell britischen Frühstücks erleben durften. Ich war danach noch ein- oder zweimal geschäftlich in London, in einem Hotel lagen gebrauchte Kondome unter dem Bett, im anderen war die Steckdose verschmort, aber irgendwie war das nichts gegen eine haarscharf verpasste Gehirnerschütterung auf dem Klo …


\"Als bekennender Schisser\" passt natürlich in diesen Beitrag wie die Faust aufs Auge. Ha, ha. Schön, wenn man hinterher drüber lachen kann.
Wie aufregend war doch das Leben früher….und gut, daß man dann bei nachlassendem Schock dann noch schnell die Kamera zückt, um noch flugs ein Bildchen für die Nachfahren (sowas glaubt einem ja sonst keiner….aufm Klo fast erschlagen…tssss) aufzunehmen! Mit solch gefährlichen Stories muß total passen…mein Leben war wohl schon immer eher beschaulich.
…oh, ein \"ich\" unterschlagen….wird somit nachgereicht: ich!