Intuitive Produkt-Positionierung

Gestern beim Besuch des nahe gelegenen Möbelhauses, das wir eigentlich nur aufgesucht hatten, um einen großen Karton für die Ablage zu kaufen (stapeln sich bei Ihnen eigentlich auch in Sekundenschnelle Rechnungen, Belege, Bescheide und wie das alles heißt in allen möglichen Regalen?), wurde ich, wie ich meinte, recht schnell fündig. Da stand ein sehr günstiger Jute-Korb, nicht schön, aber wie gesagt günstig, und ich finde, bezahlte Rechnungen brauchen keinen teuren Aufenthaltsort … Wir klemmten uns also den Korb unter den Arm und beschlossen, noch eine Runde durchs Möbelhaus zu drehen. Irgendwo bei den Aufzügen begegneten uns dann doch etwas wertigere Kartons, die auch nur wenig mehr kosteten. Wer mich kennt, weiß, dass ich dazu neige, Dinge, die ich dann doch nicht brauche, manchmal dort stehen zu lassen, wo ich beschließe, sie nicht zu kaufen. Ich schäme mich dafür und arbeite an dieser Unsitte, aber ganz abstellen kann ich sie nicht. Außerdem war es gestern total voll *rechtfertigendschau* – und so stand der Jutekorb dann irgendwann neben den stylishen Kartons.

Der Mann, in solchen Dingen wesentlich ordentlicher als ich, machte mich noch freundlich lächelnd und innerlich sicher sehr fremdschämend darauf aufmerksam, dass der Jutekorb doch eigentlich woanders hingehöre, woraufhin ich ihm entgegnete, ich erweitere ja an dieser Stelle eigentlich nur die Produktpalette – vielleicht wolle ja jemand gar nicht diese durchgestylten Kisten, sondern schlicht und einfach einen Jutekorb. Jaja, ich weiß, nicht sehr wahrscheinlich. Aaaber – irgendwann, ca. 20 Minuten später, standen wir an den Kassen, und aus dem hinteren Teil des Möbelhauses eilte – glücklich und beschwingt vor sich hin lächelnd – eine Frau mittleren Alters, Typ Alice Schwarzer, mit eben genau jener Jutekiste unter dem Arm, die ich zuvor fremddeponiert hatte. So, und nun sage mir noch einer, ich solle die Sachen wieder dorthin räumen, wo ich sie hergeholt habe. Den Teufel werde ich tun. Demnächst stelle ich im Supermarkt den Senf neben die Bockwürste, im Schuhladen die Socken neben die Schuhe und im Möbelhaus die Küchenausstattung direkt in die Ausstellung ;-)

One Response to “Intuitive Produkt-Positionierung”

  1. Keks says on :

    Noch dazu erhalten sie damit ja auch wertvolle Arbeitsplätze! Was hätten denn die ganzen Verkäuferinnen in diesen ach so “coolen Modeläden” zu tun, wenn sie nicht ständig die Klamotten von A nach B räumen müssten, hm? ;-)

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