Archive for April, 2010

Das Schlimmste

an der momentanen Abwesenheit des Allerbesten ist nicht, dass der komplette Alltag von früh bis spät an mir hängen bleibt, auch nicht, dass nie Feierabend ist (damit rechne ich erst wieder in 6-8 Jahren), das geht ja alles irgendwie noch, am allerschlimmsten ist es, dass da zu Hause kein Erwachsener ist, mit dem man sich mittels Augenrollen, Stirnrunzeln und stillen Gesten über manche Allüren der Kinder verständigen kann. Allein Fernsehen ist gar nicht lustig, allein Aufsätze über Päpste schreiben langweilig, und allein ins Bett gehen ein wenig gruselig. Aber morgen Abend ist glücklicherweise Schluss mit dem Strohwitwen-Dasein.

httpv://www.youtube.com/watch?v=t4cNxfolIO8

Posted on April 29th, 2010 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Huuaaah …

… wenn ich eines hasse, dann ist es das Reinfriemeln tausender Zeugnisse, Nachweise und Belege in diese Klemmschienen eleganter dunkelblauer Bewerbungsmappen. Sind die Dinger nur für Berufsanfänger geeignet? In die meisten Klemmschienen passen ca. 2-3 Seiten, und hat man mehr, seien es Arbeitszeugnisse, Belege über durchgeführte Trainings und Seminare u.ä., geht es los mit dem Schwitzen und Fluchen. Entweder ich schiebe elegant und zügig alles hinein und riskiere Eselsohren, oder ich mache es gründlichst und sorgsam, und dabei kann ich sicher sein, dass irgend ein Staubpartikel oder Fussel oder was weiß ich mit unter die Klemmschiene rutscht. Und wenn ich dann eine halbe Stunde lang gefummelt und gefriemelt habe und alles glücklich drin ist, stelle ich fest, dass ich, weil inzwischen schweißgebadet, Fingerabdrücke auf den Dokumenten hinterlassen habe.

Bitte liebe Büroartikel-Industrie: entwickelt doch mal was anderes, weniger Nervtötendes – ich werde es kaufen, garantiert versprochen!

Wobei – ich habe ja selbst schon Bewerbungsmappen gesichtet, und ehrlich gesagt habe ich nie auf Fussel unter Klemmschienen geachtet. Aber man sollte ja nicht von sich auf andere schließen …

Posted on April 28th, 2010 by Ordinarylife  |  7 Comments »

Wahlverwandtschaften

Gestern Abend habe ich mal wieder mit unserer ehemaligen Tagesmutter telefoniert, der Frau, die unsere beiden Großen in den ersten Lebensjahren mitbetreut hat, und mir wurde bewusst, wie toll es ist, dass wir sie kennen. Selbst hat sie drei Kinder, die etwas jünger sind als ich, sie könnte also durchaus meine Mutter sein, ist es aber glücklicherweise nicht. Und es ist so: alle Probleme, die ich so habe, arbeiten gehen oder nicht, Mütter-Grabenkämpfe, welche Schule, Hausaufgaben-Sorgen, Geschwister-Eifersüchteleien, zu wenig Zeit für die Beziehung, und und und, sie kennt sie und erzählt aus ihrem Erfahrungsschatz, und das beruhigt mich oft ungemein. Alles schon einmal dagewesen und zu bewältigen, denke ich nach diesen Gesprächen oft; in vielen Dingen war sie mir ein Vorbild, und ich weiß mittlerweile auch, wer Kinder hat, ist niemals so ganz unbesorgt; auch sie ist mental noch sehr mit ihren erwachsenen Kindern beschäftigt, und ich bekomme so schrittweise einen kleinen Einblick, was mir in Pubertät, Studium und jungem Erwachsenendasein meiner eigenen Kinder so blüht. Sie ist uns immer dreiunddreißig Schritte voraus, aber anders als die eigenen Mütter brüstet sie sich nicht damit und versucht auch nicht, ihr Leben oder dessen Philosophie auf uns zu übertragen oder mit Ratschlägen aufzuwarten. Ab und an treffen wir uns, im Tierpark, Café oder zu Hause, wir telefonieren und schreiben Karten und schicken Fotos. So unverkrampft, ohne festgelegte Rollenzuschreibungen und trotzdem voller Respekt stelle ich mir den idealen Umgang zwischen den Generationen vor. Aber das geht wohl nur bei Wahlverwandtschaften, oder?

Posted on April 27th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Ursache – Wirkung

giesskanne

Wasser über Schuhe gegossen macht Füße nass …

Posted on April 27th, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

Beschäftigt

Nachdem uns Waschmaschine und Geschirrspüler fast zeitgleich verlassen haben, war ich die letzten vier Tage damit beschäftigt, unzählige Geräte auf Strom- und Wasserbedarf sowie die Bedürfnisse einer fünfköpfigen Familien hin abzuklopfen und das Ganze wiederum mit unserem Geldbeutel in Einklang zu bringen. Nun schwirrt mir der Kopf vor lauter Ecolines, Exklusiv-Editionen, Feinlochtrommeln und Zeolith-Trockentechnik. Eine große Hilfe war uns allerdings am Samstag der örtliche Einzelhändler, der sich ca. eine Stunde Zeit genommen hat, unsere Bedürfnisse zu analysieren und uns Wissenswertes rund um die einzelnen Händler, die wechselnde Wasserhärte vor Ort und die Preispolitik der Großhändler verraten hat und dabei gar nicht mal sooo viel teurer war als die ganzen Geiz-ist-geil-Großmärkte in der Umgebung (weil Einbau und Entsorgung der Altgeräte inclusive sind).

Ich würde sagen, die Würfel sind gefallen - ;-) … ja, und ich gebe zu, ich neige  mittlerweile zu teuren Geräten, weil ich in der Vergangenheit öfter billig zweimal gekauft habe …

Posted on April 26th, 2010 by Ordinarylife  |  3 Comments »

Paradox

Heute Morgen brachte ich das große Töchterchen in den Kindergarten. Der Kumpel, der den Kleiderhaken neben ihr “bewohnt”, zerrt ungeduldig an seinem Rucksack, um das mitgebrachte Auto zu präsentieren. Die daneben stehende Mutter schlägt dem Kind auf die Finger und brüllt dazu lautstark “NICHT MIT GEWALT am Rucksack ziehen!”

Posted on April 26th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Wurm drin

Wasch- und Spülmaschine geben innerhalb derselben Woche den Geist auf, und die Toilettenspülung ist auch defekt. Macht sich bei Magen-Darm besonders gut, das Ganze. Heute abend installiere ich einen Spenden-Button auf meiner Website.

Posted on April 23rd, 2010 by Ordinarylife  |  3 Comments »

Nachschlag

Offenbar war der gestrige Tag noch nicht aufregend genug – abends kam dann noch der nächste Magen-Darm-Infekt beim großen Töchterchen hinzu. Es sollte gesetzlich unterbunden werden, Magen-Darm-Viren mehr als einmal pro Monat im Haus zu beherbergen. *grumpf*- ich kann diese Mischung aus Sagrotan, Sterilium und K. …. irgendwie nicht so gut ab, und mein Magen begann schon psychosomatisch-solidarisch zu rotieren. Aber ich denke, ich reiße mich mal bis zum Wochenende zusammen …

Ich merke aber immer wieder, dass wir in solchen Fällen ein eingespieltes Team sind, und das ist unendlich erleichternd …

Posted on April 23rd, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Immer so …

Ist das bei anderen Menschen eigentlich auch immer so, dass tagelang nichts passiert und dann alles innerhalb von Minuten? Heute mittag am Bahnhof: Ich verlasse rückwärts fahrend meine Parklücke, in ca. 10m Entfernung steht ein Auto mit Fahrerin drin. Gut, denke ich, die wartet, und fahre heraus. Wumm … Plötzlich steht das Auto direkt hinter mir, die Fahrerin steigt aus und sagt: “Haben Sie mich nicht gesehen?” Ich gebe zu, in solchen Situationen nicht besonders schlagfertig zu sein und sagte, “Doch, aber Sie standen eben noch dahinten!” Wie sollte es sein, die Gute wollte in meine Parklücke, und die Reihenfolge von Ausparken und Einparken war irgendwie nicht richtig eingehalten worden. Sie und ihre zwei Mitfahrer (alle höchstens 18 ;-) ) waren jedenfalls der Meinung, der Ausparkende hat Schuld, wobei von Schuld nicht die Rede sein konnte, denn keinem der Autos fehlte etwas – es war ja auch nicht mehr als ein kleiner Stoßstangen-Stupser. “Oh, oh, oh, ich würde in jedem Fall in die Werkstatt fahren, wegen der inneren Schäden und so!”, sprach einer der Jünglinge.

Gut, dachte ich, tut das, lackiert euer Auto neu, lasst euch wegen Aufpralltrauma eine Kur verschreiben, ich muss jetzt los, die Kinder warten, und drückte ihnen meine Telefonnummer und Adresse in die Hand – ich gebe zu, ich fühlte mich kurzzeitig wie Kathy Bates in “Grüne Tomaten” und war versucht zu sagen “Seht es ein, Kinder: Ich bin älter und viel besser versichert”  - und während ich noch ins Auto kletterte, klingelte das Telefon. “Guten Tag, Frau P., ich wollte nur sagen, ich schreibe jetzt diese Stelle aus und erwarte Ihre Bewerbung!” Ja, was sagt man da, wenn man vor dreieinhalb Minuten so etwas Ähnliches wie einen Unfall hatte, ein heulendes Kleinkind auf dem Rücksitz und eigentlich nur noch die Decke über den Kopf ziehen möchte. “Ähm, äh, oh, ja, prima!” Angestrengt dachte ich darüber nach, was ich jetzt noch Kluges sagen könnte und beteuerte etwas übereifrig, das sei jetzt ja nun wirklich meine Traumstelle, und ob die staatliche Prüfungskommission denn wirklich ein hundertköpfiges Monster sei, vor dem man monatelang Alpträume haben müsse. (ja, ich gebe zu, ich war einfach verwirrt und nicht vorbereitet). Jedenfalls sagte sie “Also Frau P., machen Sie sich deswegen mal nicht ins Hemd! Wir hören uns dann …”

Ja, da stand ich nun – und binnen fünf Minuten waren zwei völlig konträre Sachen passiert. Ich schätze, ich brauch mal ein Rhetorik-Training für Extremsituationen. Telefonieren bei Auffahrunfällen, Bewerbungsgespräch beim Bungee Jumping, Krisengespräche während der Presswehen und ähnliches …

Hoffentlich bin ich nicht jetzt schon aus dem Rennen, weil ich am Telefon nur Ähms und Öhms von mir gegeben habe (OMG – und sowas will bei uns Deutsch unterrichten??) …

Posted on April 22nd, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Glücksmomente

Der Große, der sich über blühendes Wiesenschaumkraut und Vergissmeinnicht im Garten so wunderbar freuen kann.

Das Babykind, das, wenn es schläft, ausschaut und riecht, als wäre es gestern geschlüpft.

Die Mittlere, die die Kleine beschützend in den Arm nimmt und mit ihr unter der Sofadecke kuschelt, während ich sauge.

Der blaue Himmel und der Geruch frischer Frühlingserde im Regen.

Amselnester überall im Garten und Vögel, die uns seit der letzten Winterfütterung fast aus der Hand fressen.

Ein Frühstück mit der Freundin.

Verliebt in die schönsten Augen der Welt blicken.

Momente, in denen ich weiß, dass alles gut so ist, wie es ist. In denen ich nichts und niemanden vermisse und mich unermesslich reich fühle und meine, gleich zu platzen vor Glück. Schön, die Zeit zu haben, das Glück zu spüren.

Posted on April 22nd, 2010 by Ordinarylife  |  3 Comments »