… mein Kopf. Zu viele Baustellen für einen Menschen. Zu viele Fragen. Zu wenig Zeit zum Nachdenken.
1. Hospitiere ich derzeit in der Schule meines Vertrauens, in der in zwei Jahren eine Stelle frei würde. Hospitieren kostet Zeit, das Vor- und Nachbereiten der Stunden, das Reden mit den Lehrern. Unsere Kinder müssen mittags abgeholt werden. Wir ernähren uns derzeit von 15-Minuten-Gerichten. Das Babymädchen ist verheult und möchte lieber zu Hause bleiben.
2. Bereite ich mich auf die Heilige Inquisition vor. Am Freitag habe ich ein Vorstellungsgespräch, in dem es um direkte Einstellung in den Schuldienst mit begleitendem Zweitem Staatsexamen geht. Leider in Vollzeit. Leider mit ergänzender Leitung von Theater-AGs etc … also de facto 50-Stunden-Job mit ergänzender Schreibtisch-Arbeit. Parallel dazu ist der Allerbeste beruflich mehr als eingespannt, kommt abends selten vor 19 Uhr nach Hause, muss danach noch weiterarbeiten und hat den Kopf voll.
3. Arbeite ich freiberuflich. Morgens, wenn die Damen und Herren in Kita und Schule sind. Klappt ganz gut eigentlich, aber leider ohne jegliche Sicherheit, dass es so bleibt mit der Auftragslage bzw. mehr wird. Schön, weil es am einfachsten in den Tag mit Kindern integrierbar ist. Leider aber so ohne jegliches Prestige. Ich sehne meinen alten Job zurück, möchte wieder eine Dienstadresse, eine Visitenkarte und Bonusmeilen und bin rückwirkend frustriert darüber, dass meine Firma ausgerechnet in der Elternzeit den Geist aufgegeben hat.
4. Da war doch noch was? Ach ja, die Kinder, die ab 12 Uhr das Haus bevölkern und 1,2 und 3 fast unmöglich machen, außer sie halten Mittagsruhe, doch was ist das für ein Wort für einen Sechs- und eine Vierjährige? Das Babykind wird bei den geringsten Anzeichen erhöhter Temperatur nach Hause geschickt, kündigte die Erzieherin an, die Mittlere (und damit auch ich) ist Stammgast bei der Logopädin (lange nicht erkanntem Paukenerguss sei dank) und der Große braucht derzeit eine Riesenportion Anschubsen bei den Hausaufgaben. Den Haushalt erwähne ich schon gar nicht mehr als separaten Punkt, Sauberkeit und Ordnung werden sowieso maßlos überbewertet …
Heute, als ich vom Hospitieren zurückkam und feststellte, dass mir genau 5 Minuten bleiben, bevor ich die Kinder hole, habe ich mich kurz hingesetzt – und plötzlich ging gar nichts mehr. In den Ohren rauschte und drückte es, als säße ich im Flugzeug im Landeanflug und Kopf, Beine und Rücken schmerzten wie unter Grippe. Schön, dass frau da nachmittags so ihre Routinen hat, die sie auch blind und im Rückwärtsgang ausführen könnte. Weniger schön, dass meine Energien gerade so dissoziativ arbeiten, dass kaum noch etwas bei den Kindern ankommt, die heulen und toben und sich das Ganze so unglücklich hochschaukelt. Irgendwas läuft da gerade gewaltig schief, und ich weiß nicht was. Doch, irgendwie schon. Ich muss mir vermutlich eingestehen, dass ich zu viel will. Muss? Was davon selbst-, was fremdbestimmt ist auch. Wo ich vielleicht loslassen sollte. Zeit zum Nachdenken habe ich keine. Ich sehne mich nach Ein.sam.keit. Dem Kloster, in dem ich mich sammeln kann. Wo ist der Berg, von dem aus ich den Überblick darüber gewinne, wo ich stehe?
So ungefähr … (ja, es ist Rosenstolz, I am awfully sorry - aber man muss ja nicht zuhören …)
httpv://www.youtube.com/watch?v=CNUUopfp-es