Archive for Mai, 2010

Made my Day …

… heute im Kollegium erläuterte eine ältere Kollegin, warum sie bereits mit 60 statt mit 65 3/4 in den Ruhestand gehen möchte. Sie beendete ihre Ausführungen hiermit: “Ich bin eben nicht mehr so jung, frisch und dynamisch als wäre ich 40. Da ist man doch noch im jugendlichen Aufbruch!”

Hach, was bin ich mit meinen noch lange nicht 40 Jahren doch für ein knackig-juveniles Geschöpf :-)

Posted on Mai 31st, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

Statt Botox und Q10

“Mama, mach dir doch einfach mal ne Spange ins Haar, ungefähr so!”, sprachs und fummelte der Sohn an meinem Haar herum. “Da schaust du gleich total jung aus, so ein bisschen wie die kleine Patricia, die gerade zur Schule kommt!” *kicher* – ist ja auch so ;-) … Also, meine Damen, kramen Sie Ihre Spangen und Glitzerschühchen raus – wahlweise vielleicht auch Pippi-Langstrumpf-Zöpfe? Garantiert nebenwirkungsfrei und risikoarm, es sei denn, man versucht mit den Spangen Mittagsschlaf zu halten, das piekt etwas …

spangen

Wir haben uns an den vergangenen Abenden “Klimawechsel” angetan – und ich denke, ich werde mir in den nächsten 20 Jahren noch viele Spangen ins Haar klemmen ;-)

Posted on Mai 30th, 2010 by Ordinarylife  |  6 Comments »

Einen schönen Sonntag …

… und ganz viel Glück wünsche ich! (im Garten ganz viel vierblättriger Klee in diesem Jahr)

gluecksklee

Posted on Mai 30th, 2010 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Sing Hallelujah!

ungefähr so  … gestern Abend kam DER Anruf des Tages, Monats, Jahres - ich bin Lehrkraft mit berufsbegleitender Ausbildung ab Ende August, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen, das muss ich jetzt noch mit der Bezirksregierung aushandeln und hoffe inbrünstig, meine Berufserfahrung wird mir anerkannt (ich bin ja in solchen Dingen notorische Schwarzseherin und Das-Allerschlimmste-Ausmalerin!)

Schön, dass Auswahlgespräche auch mit sieben und mehr Fragestellern sehr menschlich bis amüsant verlaufen können. Verwundert, dass ich mein Fachwissen, wie ich befürchtet und darum Tag und Nacht rekapituliert hatte, gar nicht abspulen musste. Dafür viel wichtiger die Frage, wie meine Utopie von Schule ausschaut, worin ich den Sinn meiner Fächer sehe, wie ich eine Klasse führen würde, welche erzieherischen Prinzipien und Leitbilder mir im Ungang mit meinen Schülern wichtig sind. Und am Ende das gute Gefühl, dass da viel Übereinstimmung ist mit den Menschen, mit denen ich am Tisch sitze, dass es das Richtige ist für mich, trotz des Haderns und Zweifelns der letzten Wochen (ich wäre nicht ich, wenn ich nicht von Zeit zu Zeit alles in Frage stellen, hadern und zweifeln würde).

Und – entgegen meiner Befürchtungen – Teilzeit ist möglich (zumindest 70% – das sind inclusive Seminar 20 Stunden), so dass ich noch ein wenig Zeit zum Lernen (ich arbeite ja neben dem bzw. besser im Unterricht auf die 2. Staatsprüfung hin – öhm), für die Vorbereitung der Stunden und meine drei Mäuse habe. Kommt Zeit, kommt Zukunft!

Edit: Und das Schöne, selbst wenn ich die Prüfung versemmele, darf ich angestellt an der Schule bleiben (so als Calm Down für unters Kopfkissen, damit ich überhaupt noch ruhig schlafen kann …)

Posted on Mai 29th, 2010 by Ordinarylife  |  4 Comments »

Wegen Überfüllung geschlossen …

… mein Kopf. Zu viele Baustellen für einen Menschen. Zu viele Fragen. Zu wenig Zeit zum Nachdenken.

1. Hospitiere ich derzeit in der Schule meines Vertrauens, in der in zwei Jahren eine Stelle frei würde. Hospitieren kostet Zeit, das Vor- und Nachbereiten der Stunden, das Reden mit den Lehrern. Unsere Kinder müssen mittags abgeholt werden. Wir ernähren uns derzeit von 15-Minuten-Gerichten. Das Babymädchen ist verheult und möchte lieber zu Hause bleiben.

2. Bereite ich mich auf die Heilige Inquisition vor. Am Freitag habe ich ein Vorstellungsgespräch, in dem es um direkte Einstellung in den Schuldienst mit begleitendem Zweitem Staatsexamen geht. Leider in Vollzeit. Leider mit ergänzender Leitung von Theater-AGs etc … also de facto 50-Stunden-Job mit ergänzender Schreibtisch-Arbeit. Parallel dazu ist der Allerbeste beruflich mehr als eingespannt, kommt abends selten vor 19 Uhr nach Hause, muss danach noch weiterarbeiten und hat den Kopf voll.

3. Arbeite ich freiberuflich. Morgens, wenn die Damen und Herren in Kita und Schule sind. Klappt ganz gut eigentlich, aber leider ohne jegliche Sicherheit, dass es so bleibt mit der Auftragslage bzw. mehr wird. Schön, weil es am einfachsten in den Tag mit Kindern integrierbar ist. Leider aber so ohne jegliches Prestige. Ich sehne meinen alten Job zurück, möchte wieder eine Dienstadresse, eine Visitenkarte und Bonusmeilen und bin rückwirkend frustriert darüber, dass meine Firma ausgerechnet in der Elternzeit den Geist aufgegeben hat.

4. Da war doch noch was? Ach ja, die Kinder, die ab 12 Uhr das Haus bevölkern und 1,2 und 3 fast unmöglich machen, außer sie halten Mittagsruhe, doch was ist das für ein Wort für einen Sechs- und eine Vierjährige? Das Babykind wird bei den geringsten Anzeichen erhöhter Temperatur nach Hause geschickt, kündigte die Erzieherin an, die Mittlere (und damit auch ich) ist Stammgast bei der Logopädin (lange nicht erkanntem Paukenerguss sei dank) und der Große braucht derzeit eine Riesenportion Anschubsen bei den Hausaufgaben. Den Haushalt erwähne ich schon gar nicht mehr als separaten Punkt, Sauberkeit und Ordnung werden sowieso maßlos überbewertet …

Heute, als ich vom Hospitieren zurückkam und feststellte, dass mir genau 5 Minuten bleiben, bevor ich die Kinder hole, habe ich mich kurz hingesetzt – und plötzlich ging gar nichts mehr. In den Ohren rauschte und drückte es, als säße ich im Flugzeug im Landeanflug und Kopf, Beine und Rücken schmerzten wie unter Grippe. Schön, dass frau da nachmittags so ihre Routinen hat, die sie auch blind und im Rückwärtsgang ausführen könnte. Weniger schön, dass meine Energien gerade so dissoziativ arbeiten, dass kaum noch etwas bei den Kindern ankommt, die heulen und toben und sich das Ganze so unglücklich hochschaukelt. Irgendwas läuft da gerade gewaltig schief, und ich weiß nicht was. Doch, irgendwie schon. Ich muss mir vermutlich eingestehen, dass ich zu viel will. Muss? Was davon selbst-, was fremdbestimmt ist auch. Wo ich vielleicht loslassen sollte. Zeit zum Nachdenken habe ich keine. Ich sehne mich nach Ein.sam.keit. Dem Kloster, in dem ich mich sammeln kann. Wo ist der Berg, von dem aus ich den Überblick darüber gewinne, wo ich stehe?

So ungefähr … (ja, es ist Rosenstolz, I am awfully sorry - aber man muss ja nicht zuhören …)

httpv://www.youtube.com/watch?v=CNUUopfp-es

Posted on Mai 26th, 2010 by Ordinarylife  |  4 Comments »

Emotional gekräutert

Seit ich in meiner ersten eigenen Stadtwohnung einen kleinen Balkon hatte, liebe ich Kräuter. Den feinen Geruch von Lavendel, die Blüten, die die Kinder getrocknet im Spätsommer auf kleine Säckchen verteilen und im Haus auf den Kopfkissen ablegen, Rosmarin zu Kartoffeln und Quiche, Zitronenmelisse, um einfach die Nase hineinzustecken und einen klaren Kopf zu bekommen, Oregano zu Pizza und Tomatensoße, Majoran in der Kartoffelsuppe, Thymian zum Braten, leuchtendgrünes Pesto mit Tonnen an frischem Basilikum, Bärlauchfrikadellen, Liebstöckel im Nudelsalat  – und wenn ich gerade nicht esse, gehe ich gern nach draußen und reibe meine Finger an den Blättern, schnuppere und träume mich kurz weg in den Süden, irgendwo in eine karge Felslandschaft am Meer. Wo ich bin, müssen Kräuter sein – sonst wäre ich traurig, geruchsamputiert.

In meiner Familie gab es keine Kräuter. Vielleicht Petersilie und Schnittlauch. Und Salz und Pfeffer natürlich. Aber wenig sonst. In meiner Ursprungsfamilie gab es auch wenig Zwischentöne. Es gab Schwarz und Weiß. Salz und Pfeffer. Gut und Böse. Punkt. Bei uns gibt es fröhliche Tage, weniger fröhliche Tage, Durchschnittstage, besonders fröhliche Tage, traurige Tage, Scheiß-egal-Tage, Nochmalinsbettgeh-und-mit-dem-richtigen-Fuß-Aufsteh-Tage, richtig traurige Tage, Ichweißauchnicht-Tage, müde Tage, wirre Tage, Kuscheltage, Anbrülltage, Heultage, Albernherumlachtage, Blödeltage, Browniebackweilallesanderenichtgehttage. Manchmal denke ich, Kräuter in der Küche sind wie Zwischentöne in menschlichen Beziehungen. Wenn sie fehlen, ist das Leben fade. Oder wahlweise versalzen, weil man nicht weiß, wie man sonst Würze hineinbringen soll in den Einheitsbrei.

Ich vergaß: in meiner Familie gab es Fondor. Fondor passte zu allem. Irgendwie. Und ersetzte alles andere. Fondor war wie Dallas und Denver – Gewürze aus der Tüte, Emotionen aus der Dose. Bezeichnenderweise habe ich meine Mutter auch nie weinen sehen, außer beim Fernsehen. Leben ohne Glutamat und soapy emotions ist auf den ersten Blick vielleicht schwieriger, auf den zweiten würziger und auf den dritten erfüllter ;-)

Posted on Mai 22nd, 2010 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Wie alt bin ich eigentlich …

… dass Menschen der nächsten Generation schon wieder 80er Jahre Pop produzieren und auf der Retro-Welle schwimmen? (aber der Alt gefällt mir – angenehm anders als das restliche Piepsen ;-) )

httpv://www.youtube.com/watch?v=n1VTcJfL7RE

Posted on Mai 22nd, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

Normal?

Ich kann derzeit gar nicht so recht bloggen, weil alle Dinge am Wichtigkeits-Zensor scheitern (wobei ich gern noch ein paar Takte über Krankenhäuser schreiben möchte irgendwann …) Ich krusche irgendwie normal vor mich hin, versuche meine freiberuflichen Aufträge zu Ende zu bringen, koche, backe, bastle, putze und wasche – und bin irgendwie doch noch etwas hinter meiner Zeit. So als liefe, nein eher ginge ich bewusst langsam hinter einem Zug her, der schon längst fährt, aber anders als sonst bemühe ich mich gerade gar nicht, aufzuspringen, sondern bummele und trödele und hänge meinen Gedanken nach. Ich hoffe, der Zug macht am nächsten oder übernächsten Bahnhof etwas länger Halt, damit ich den Anschluss bekomme, aber so lange gestehe ich mir und den Kindern zu, etwas aus der Zeit zu fallen. Der Große träumt, die Schwester ist tot, die Mittlere ruft manchmal unvermittelt am Tag aus: “Tildi atmet gar nicht mehr – ich sehe das gar nicht!”, obwohl die kleine Schwester fröhlich spielend neben ihr steht. Es war “nur” ein Fieberkrampf, nichts gegen lebensbedrohliche Krankheiten und Schicksalsschläge – und manchmal denke ich, was tun, wenn letzteres käme, wenn mich ersteres schon so aus dem Takt wirft? Leben. Annehmen. Leben. So schwer manchmal und doch das einzige, das über den Tag hilft.

Posted on Mai 17th, 2010 by Ordinarylife  |  5 Comments »

Meine Welt. Neu sortiert.

Wir sind wieder da. Und meine Welt sortiert sich gerade neu – Dinge, die vor Montagmittag wichtig waren, erscheinen banal, und in mir ist nur Erleichterung und Freude. Die kleinste Maus hatte Fieber – ich habe regelmäßig nachgemessen, und mittags waren wir bei 38,7 – für mich zu niedrig für Fiebersenkungsmittel, zumal das Kind sehr fröhlich wirkte und mit uns zu Mittag aß. Die Minuten, die darauf folgten, waren bislang die schlimmsten in meinem Leben: als ich die Maus schlafen legen wollte, drehte sie die Augen nach außen, wurde in Sekundenschnelle blau und steif, verlor das Bewusstsein und atmete nicht mehr. In riesiger Panik lief ich die Treppe hinunter, schickte die Kinder zum Nachbarn (der ist Arzt), suchte mein Handy und versuchte mit zittrigen Händen 112 einzugeben. Ca. dreimal habe ich mich verwählt, danach wirr Adresse und Co. gestammelt, während das Kind in meinem Arm, wie ich glaubte, wegstarb. Der Nachbar nebenan war nicht da, ich lief mit dem steifen, blauen Kind die Straße hinauf und hinunter und dachte, das wars, mein Leben. Die Frau des Nachbarn kam hinzu und versuchte zu beruhigen – nahm mir das Kind ab, das nun nicht mehr blau war, dafür bewusstlos und nur noch flach atmete. Irgendwann dann in der Ferne Martinshörner, und nach einer Ewigkeit war der Rettungswagen da. Verdacht auf Fieberkrampf, Notfallzäpfchen, Kind am Schlauch … Während wir ins Krankenhaus düsten, machte ich mir Vorwürfe, dachte, ich hätte gleich das Fieber senken sollen und und und … Im Krankenhaus angekommen, öffnete das Kind auf dem Untersuchungstisch die Augen, schaute mich verwirrt an, murmelte “Auto, Ball” und schlief ein. Ich war paralysiert, ließ mich mit dem Kind einweisen, wartete auf den Oberarzt, saß mit dem schlafenden Kind auf dem Schoß Stunden auf Stühlen, bis schließlich nach mehreren Untersuchungen weitestgehende Entwarnung gegeben wurde. Ein Fieberkrampf hieß es, lebensbedrohlich aussehend, aber nicht lebensbedrohlich, so lange er nicht länger als 15 Sekunden dauert – die meisten Eltern denken, das Kind stirbt – der Notarzt war goldrichtig. Um 18 Uhr öffnete das Kind die Augen, das Fieber war komplett weg, das Kind aß und trank die für mich bereitgestellte Nahrung, packte den Koffer am Griff und rief “Komm, Mama!” – und wollte zur Krankenhaus-Zimmertür eilen. Zur Sicherheit haben wir die Nacht im Krankenhaus verbracht, um uns herum unzählige Magen-Darm-Kinder, das Krankenhaus lief im buchstäblichen Sinne über – aber es war mir egal, ich hätte auch unter einer Autobahnbrücke genächtigt, mein Kind lebte, und alles andere war egal. Am nächsten Mittag, gestern, haben wir uns dann entlassen – wir schauen noch bei der Kinderärztin vorbei, um ein Notfallmedikament zu Hause zu haben, sollte uns das Ganze wieder passieren, was ich NIE, NIE, NIE hoffe. (bei den meisten Kindern bleibt es wohl bei einem einzigen Anfall) – und demnächst noch ein EEG, um alles andere auszuschließen. Mein Alltag ist mir gerade so kostbar geworden, meine Sorgen vor Montag so banal, und wir versuchen gerade, wieder “normal” zu werden. Die beiden großen Geschwister stehen noch etwas unter Schock, wie ich glaubten sie, ihre Schwester stirbt – Alpträume plagen den Großen, und die Mittlere sagte gestern zu mir: “Mein Bauch und meine Gedanken sind so glücklich, dass alles wieder so wird wie früher!” Manchmal vergisst man, wie schön das “Ordinary Life” ist. Ich denke, ich in nächster Zeit erst mal nicht …

Posted on Mai 12th, 2010 by Ordinarylife  |  11 Comments »

Zurückgeworfen. Zulassen.

Das kleinste Mäusekind ist mit 39,3 Fieber erwacht. Heute wollte ich in der Schule hospitieren, der ich schon vergangene Woche abgesagt habe, weil ich krank flach lag. Vielleicht ist das einfach eine spinnerte Idee zu glauben, mit drei Kindern könne man arbeiten gehen. Vielleicht wird das ja vollkommen überbewertet, das mit der ökonomischen Selbständigkeit und der Anwendung dessen, was frau mal gelernt hat. Wieder einmal zurückgeworfen. Und hadern hilft nicht. Nur zulassen. Das Leben.

Posted on Mai 10th, 2010 by Ordinarylife  |  4 Comments »