Zeit
Seit ich weiß, dass ich in sieben Wochen wieder arbeiten gehe, wird mir schmerzhaft bewusst, wie viel Zeit ich derzeit habe. Nicht unbedingt für mich, um die Füße hochzulegen und mich dem Müßiggang hinzugeben, sondern dafür, die vielen klitzekleinen Kleinigkeiten des Lebens mit den Kindern auszukosten. Zeit, morgens vor dem Kindergarten noch eine Geschichte zu lesen, auf dem Weg zum Kindergarten zu trödeln, Feuerkäfer anzuschauen, auf Bordsteinkanten zu balancieren, Abschiedsrituale zu genießen. Mit dem kleinen Kind zu spielen, gemeinsam lange, leckere Gerichte zu kochen, backen, basteln. Zeit, sich mit Freunden und Freunden der Kinder zu verabreden, zum Schwimmen und Turnen zu gehen, Zeit, Vögel zu beobachten, Blüten zu trocknen, Regenwurmhäuser zu bauen, Blumenketten zu flechten. Zeit für gemeinsame Mahlzeiten, Zeit zum Zuhören, zum Schweigen, zum Reden, zum Streiten, ohne dabei gereizt und ungerecht zu werden. Was für ein Geschenk. Und das zwei Jahre lang! Und die Zeit hat mich ein Stück weit näher zu mir selbst gebracht, und so war es auch meine Zeit.

Schön geschrieben!
Ja, die Zeit wird wohl für immer im Gedächtnis bleiben…
Das sind sicher ganz besondere Momente! Meine Tochter ist für das meiste davon noch zu klein, aber ich freue mich darauf, dies alles mit ihr zusammen erleben zu können.
Seit einer Woche gehe ich wieder arbeiten jetzt – allerdings sowieso nur übergangsweise – und mit Erschrecken habe auch ich festgestellt, wie viel weniger Zeit doch bleibt. Es fängt an bei der Hausarbeit, die man auf einmal wieder abends erledigen muss, geht über die Kontakte zu Freunden, die wieder leiden bis hin schließlich zu all den Momenten mit Kind, die nun einfach fehlen.
Es ist ein gehöriges Stück Alltag, was einen da auf einmal wieder im Griff hat und man findet sich so schnell in dieser Routine wieder…
Danke für Ihren lieben Kommentar bei mir! Ich kannte Ihr Blog noch gar nicht, werde aber sicher öfter vorbeischauen!
Ja die Zeit ist eins unserer kostbarsten Güter. Ich spüre auch gerade wie sehr mir diese 3, manchmal 4 Tage in der Woche fehlen, die kleinen Quälgeister, all die Kleinigkeiten, das ist das was das Leben eigentlich ausmacht. Kopf hoch, du wirst dein Alltag umstellen und dafür jede Minute mehr geniessen (oder völlig fertig im Sessel zusammensinken
). Ich wünsch dir Ersteres.
Wunderbarst geschildert, es hat mir die Tränen in die Augen getrieben.
Es ist wirklich ein Geschenk, solche eine Zeit so innig mit den Kindern leben zu dürfen. Mir fehlt das – bin immer sehr schnell wieder arbeiten gegangen, bin zwar so grundsätzlich zufrieden mit meiner Teilzeit-Mutter-Situation, aber eben diese kleinen Dinge, die das Große ausmachen, die fehlen im Alltag zu oft … allzu oft. Manchmal schmerzt es. Manchmal gebe ich mir selbst die Schuld, dass ich mich nicht genug aufraffe – nach der Schule (ich bin auch Lehrerin).
Und manchmal finde ich den tröstlichen Gedanken, dass wir ein solches Leben ja immerhin in den Ferien und am Wochenende führen, und dass die Kinder auch dieses kleine bisschen Zeit, das ich für sie habe, für sich im Innern zu einem Großen machen können. Hoffentlich.
Lieben Gruß
Uta
Ich bin gespannt, wie Sie das alles so meistern werden! Ich fühle mich jetzt schon oft komplett überfordert mit dem Alltag mit den Kindern …. seufz, ich bin halt auch irgendwie eine “Trödeltante”. Mir fehlt so oft einfach mal Zeit für “Nix”, einfach in den Himmel starren und den Wolken zusehen, um wieder Kraft tanken zu können … ein Job noch zu den Kindern würde mich killen! Aber vielleicht machen Ihre zukünftigen Berichte (hoffentlich haben Sie dazu überhaupt noch Zeit!?!) etwas Hoffnung! Und bei so einem komischen Amtsarzt war ich auch mal, ist aber schon fast zwanzig Jahre her, hab nur noch schemenhafte Erinnerungen daran, aber war wohl auch irgendwie komisch, in einem schummrigen Kämmerchen…..
@Uta: Ich bin nach meinen beiden ersten Kindern auch rasch wieder arbeiten gegangen – und auch das schmerzt noch nachträglich. Ich habe mich dann immer mit Urlaub, Wochenende und Co. getröstet – und ja, es ist anstrengend, das komplette Programm mit den Kindern noch nach dem Job durchzuziehen, auch wenn sie das oft erwarten … Den Luxus, wirklich zwei Jahre zu Hause zu sein, hatte ich nur beim dritten Kind … Ich lese Ihr Blog übrigens seit einiger Zeit still mit und bin sehr überzeugt, dass die Zeit, die Sie mit Ihren Kindern verleben, in ihrem Herzen ganz groß ist!
@Jinlys: Ja, vor diesem Mangel an Zeit habe ich auch sehr viel Angst – aber ich hoffe, dass wie bei Ihnen – irgendwann bald die Routine den Alltag entkrampft. Ich wünsch Ihnen alles Gute für die zweite Schwangerschaft – bei uns sind 1 und 2 auch sehr dicht beieinander, und wir haben es nie bereut!
@Ines: Oh ja, so Sessel sind gefährlich. Wenn man sich einmal drauf niedergelassen hat, kommt man nicht wieder hoch (alle Sessel aus der Wohnung verbanne ab August
)… Danke!