Fleischliches
Eben, die Kartoffeln und Möhren für die Tortilla anbratend, ging mir durch den Sinn, dass es auf unserem Herd oft so ausschaut:
Kiloweise Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Reis, frisches Brot, am Wochenende manchmal ein wenig Kurzgebratenes, Hackbällchen oder auch mal ein Grillwürstchen – aber so gut wie nie Sauerbraten, Fleischrouladen, Kalbshaxe und die üblichen Verdächtigen der guten deutschen Küche. Das liegt zum einen daran, dass gutes Fleisch nicht ganz günstig ist und ich den übermäßigen Fleischkonsum aus Massentierhaltung für ökologischen Wahnsinn halte, zum anderen aber auch daran, dass in meiner Herkunftsfamilie eindeutig zu viel Fleisch gegessen wurde, ich nicht das glücklichste Kind war, es mir oft nicht geschmeckt hat und ich mit meinem Auszug nicht nur meiner Traurigkeit, sondern auch Blut- und Leberwurst, Schweinsbraten und Hoher Rippe Adieu gesagt habe. Und zu guter Letzt bin ich nicht so gut im Hantieren mit großen Fleischstücken – zu rot, roh und blutig … Die Kinder essen mein Essen gern (wenn die Gesundheit ordentlich und appetitlich verpackt ist
… aber ich frage mich, ob sie diese Hausmannsküche vermissen und irgendwann, wenn sie groß sind, angewidert dem Gemüse abschwören und mit ihren Kindern in Sauerbraten-mit-Knödel-Orgien schwelgen. Vermutlich ist es wie mit so vielen Dingen: manche werden sie aus Protest ablegen, andere beibehalten, wieder andere dreimal überdenken und ihren eigenen Weg finden – manchmal würde ich gern durchs Schlüsselloch der Zukunft blicken, aber wenn ich es mir recht überlege, eigentlich doch lieber nicht …





Ist bei uns ähnlich. Eben weil gutes Fleisch teuer ist. Ich kann und will nicht begreifen, wie man ein Hähnchen für 2 Euro großziehen kann.
Meistens improvisiere ich mit dem Gemüse aus der Biokiste.
Manchmal habe ich allerdings Sehnsucht nach den Rouladen meiner Großmutter. Ich habe selber noch nie welche gemacht und vielleicht werden solche Rezepte irgendwann ausgestorben sein.
@FrischeBrise: Rouladen geisterten mir letztens auch im Kopf herum, als es noch kälter war. Bei meiner Oma waren immer Gürkchen und Speck drin – ich hatte überlegt, ob ich stattdessen Pesto und Schafskäse reinpacken könnte oder ob das ein Stilbruch wäre … (vielleicht probiere ich es mal aus, wenn der Herbst kommt …)