Archive for Juli, 2010

Ach Schei …

Ich habe neben meinen Studienfächern auch Erziehungswissenschaften studiert. Mit Abschluss. Wie es sich für jeden Lehramtsstudenten gehört. Daneben auch die Fachdidaktik meiner beiden Fächer. Darum bin ich davon ausgegangen, weil auch die Prüfungsordnung für die Ausbildung von Seiteneinsteigern es so formuliert, dass ich während meiner Ausbildung nicht noch einmal Erziehungswissenschaften studieren muss, da halt dokumentierter Abschluss und so. Pustekuchen. Heute unterrichtete mich die Bezirksregierung, dass ich demnächst jeden Samstag die Schulbank drücken muss, um noch einmal Erziehungswissenschaften zu studieren. Und nach einem Jahr den Abschluss zu machen, den ich eigentlich schon habe. Meine Frage: wie viel passt in mein Leben noch hinein? Eigenständiger Unterricht – ja. Den hatte ich auch schon vorbereitet für die ersten Wochen des neuen Schuljahres. Das Zweite Staatsexamen und die dazu nötigen Seminare – ja. Auch darauf war ich vorbereitet. Aber doch nicht noch ein kompletter Studiengang am Wochenende inclusive Prüfungen – in Themen, die ich alle schon einmal durchgekaut habe. Das Wochenende brauche ich, um den Unterricht der nächsten Woche vorzubereiten, mich auf Unterrichtsbesuche einzustimmen usw … – ganz zu schweigen davon, dass da noch die Familie einen Anspruch auf mich erhebt (und ich auf sie). Alles Scheiße, deine Elli.

Posted on Juli 21st, 2010 by Ordinarylife  |  3 Comments »

Kleine Sadisten – mitten unter uns?

Wie kommt es eigentlich, dass die Mitwelt mit eigentlich guten Nachrichten oftmals nur schlecht umgehen kann? Was mich manchmal stutzig macht ist Folgendes: wenn es einem schlecht geht, wenn der Job auf der Kippe steht, das Leben unrund läuft – dann sind da viele Menschen, die sagen, das sei ja nun schade, und “Ach Ihr Armen!” und und und … Komischerweise aber – bei guten Nachrichten – da schweigen diese Menschen oft stumm, oder sie finden Dinge, die an den guten Nachrichten nun aber gar nicht so gut sind. Versteht mich einer? Ich kam über diesen Blogeintrag von Mairlynd darauf: Was zur Hölle ist so schlimm daran, ein zweites Kind dicht nach dem ersten zu bekommen, dass man statt Vor – und Mitfreude nur die Probleme kommunizieren kann, die das aufwirft?  Gleiches gilt derzeit für mich: wenn ich erzähle, dass ich ab August in den Schuldienst gehe und berufsbegleitend meinen letzten Abschluss anstrebe, werden aufgeregt die Augenbrauen hochgezogen. Niemand sagt “Hey, toll, finde ich gut!”, die Mehrheit aber “Waaaaas? Wie willst du das denn machen mit den drei Kindern? Weißt du nicht, dass das sausausau-anstrengend wird? Das schafft man gar nicht. Warum tust du das?” Einige von diesen entsetzten Aufschreien, verbunden mit Horrorschilderungen aus ihrer eigenen Ausbildungszeit oder von Menschen, die man kennt, stammen von Lehrern. Andere von Müttern – Nur-Müttern, 8-Stunden-Teilzeit-Müttern. Fast nur von Müttern eigentlich, wenn ich es recht überlege. Ich bin in den letzten Wochen mehr als einmal verwirrt aus solchen Gesprächen gegangen. Ja, ich weiß, es wird ein riesiger Batzen Arbeit. Nicht lustig, sicherlich nicht. Und ich behalte mir auch vor, alles hinzuwerfen und freiberuflich weiterzuarbeiten, bevor die Familie mit mir am Steuer vor die Wand fährt. Aber wäre in solch einer Situation nicht etwas anderes angebracht als alles kaputt zu reden? Am Wochenende dann erreichte mich die Mail einer alten Freundin, selbst Lehrerin. Sie schrieb sinngemäß: “Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Das ist ein stressiger, aber schöner Beruf. Ich möchte keinen anderen. Und auch an der Schule kochen alle nur mit Wasser, das kriegst du hin!” Ich habe ein Tränchen verdrückt, als ich das las, weil ich dachte ja, das ist es – die erste normale Reaktion auf eine normale Nachricht!

Aber was ist das andere? Das Problematisieren, Kaputtreden, Schlechtmachen? Was steckt da in unserem Gegenüber? Und die bange Frage: Mache ich das am Ende auch bei anderen?

Posted on Juli 19th, 2010 by Ordinarylife  |  7 Comments »

Bienenstich

Gabs hier – gleich zwei Mal diese Woche. Nicht diesen leckeren, mit Mandeln obendrauf und Sahnecreme drunter, neee, in den Fuß. Zuerst traf es den Großen draußen beim Fußballspielen – eine Biene hatte sich in seinen Sandalen verirrt und ihren Stachel in seinen Zeh gerammt. Nach Stachelausziehen, Zwiebelauflegen, Kühlen und Apis sowie Hochlagerung des Fußes ging es dem Verwundeten abends wieder ganz gut. Heute dann war ich das Opfer. Zugegeben, ich dumme Nuss bin auch völlig barfuß durch den Garten gelaufen, aber der Rasen war frisch gemäht, aller Klee weg. Wer denkt daran, mitten im grünen Gras auf Bienen zu treten? Jedenfalls konnte ich den Schmerz des Großen richtig gut nachvollziehen. Was mich aber wirklich ge- und berührt hat, waren meine fleißigen Ersthelfer. Der Sohn rief: “Warte, Mama, ich trage dich rein!” (nein, keine Sorge, konnte er natürlich nicht …), und während ich den dicken roten Zeh unter kaltem Wasser kühlte, rasten die Großen in den Keller, bewaffneten sich mit Zwiebeln, die der Große weltmännisch zerteilte, die Mittlere flutete bei der Zubereitung von Eiswasser das Badezimmer und die Kleinste schob den Küchenstuhl zum Kühlschrank, um einen Kühlakku zu suchen. Meine Kinder – schön, dass man sich im Zweifelsfall auf euch verlassen kann! ;-)

Posted on Juli 16th, 2010 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Wie fein

Manche Dinge erledigen sich quasi von allein und über Nacht. Ich hatte ja immer noch darüber gegrübelt, ob es nicht sinnvoller, stressärmer und toller sei, ins Referendariat zu gehen statt direkt ins Angestelltenverhältnis mit begleitender Ausbildung. Gestern kam dann meine Zulassung zum Referendariat: Da die Gymnasien der Umgebung überfüllt sind, die Gesamtschulen hingegen Lehrer suchen, wurden kurzfristig alle Schulformwünsche über den Haufen geworfen und die Bewerber umgeschichtet – und zur Auswahl stünden für mich drei Schulen in Stadtteilen, in die man nicht unbedingt freiwillig ziehen würde. Sicher, wäre eine Bereicherung für mein Blog gewesen, künftig so Geschichten wie Frau Freitag posten zu können, aber irgendwie ist das Leben schon anstrengend genug, da reicht als Betätigungsfeld auch das nette Gymnasium nebenan … (und ich habe einen Heidenrespekt vor all den Lehrerinnen und Lehrern, die an besagten Schulen täglich ihrer Arbeit nachgehen!)

Posted on Juli 16th, 2010 by Ordinarylife  |  3 Comments »

Im Regen getanzt …

… hätte ich gestern Abend gern, aber da gab es ja noch diese heftigen Gewitter, die mich dann doch nur von innen das Schauspiel haben bewundern lassen. Es ist herrlich frisch draußen, der Himmel blau, der Wind kühl und kräftig und es duftet nach Sommer, Lavendel, Wildrosen und sauberer Luft! Die Gartenkräuter sind wieder annähernd grün und stehen aufrecht, die Kinder haben zur Abwechslung etwas länger geschlafen und ich verdränge gerade gepflegt, dass mir die Tochter eben erzählte, ein Kind aus ihrer Kindergartengruppe, “das, mit dem ich auf dem Schaukelpferd saß”, habe gestern in hohem Bogen gek.o.t.zt. Bitte, lass es Phantasie sein, oder eine Folge zu heftigen Schaukelpferdreitens, Noro and Rota and whoever you are, go home!

Posted on Juli 15th, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

Heiß

Nicht nur draußen, sondern auch drinnen und noch dazu die Körpertemperatur. Nachdem die Kleinste das Fieber ohne alles bekämpft hatte, lagen an den darauf folgenden Tagen die beiden anderen Geschwister flach – mit ähnlich atemberaubenden Temperaturen (40,5 war der Durchschnitt) wie die Kleine. Dazu gesellte sich dann noch Kopf- und Halsweh – und verbunden mit der Schwüle der letzten Tage war das alles nicht so ganz lustig … Mittlerweile sind wir alle wieder bei Normaltemperatur angelangt – also nicht draußen, da geht es weiter mit der Affenhitze – und heute beginnen die Ferien, und die Bücher auf dem Schreibtisch, die ich eigentlich noch durchgearbeitet haben wollte, bevor die lieben Sieben Drei hier sechs Wochen das Haus unsicher machen, sind nur an- und keineswegs durchgelesen. Und da war es wieder, das schlechte Gewissen, das Gefühl der Unzulänglichkeit, die leichte Verzweiflung, weil die Ansprüche viel zu hoch sind und die Realität zum Tiefstapeln zwingt.

Posted on Juli 14th, 2010 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Und da war es wieder …

… das Fieber. Zwischen Fieberkrampf und heute liegen zwei Monate, in denen das kleine Kind zwar auch mal Fieber hatte, aber nicht mit einer solchen Heftigkeit. Von 39 Grad am Morgen kletterte das Fieber trotz Ibuprofen- und Paracetamolgabe im Wechsel plus Wadenwickel nach dem Mittagsschlaf auf astronomische 40,6 Grad. Während ich mit der Kinderärztin telefonierte, um in Erfahrung zu bringen, ob man die Dosierungsvorgaben für Fiebermittel kurzfristig überschreiten dürfe, verdrehte das Kind verdächtig die Augen und wurde sehr sehr apathisch. Dabei blieb es dann aber glücklicherweise auch – kein Krampf, nur Fieber, Fieber, Fieber und ein kleines, äußerst mattes Kleinkind. Ich habe das Kind danach nicht mehr von meinem Arm gelassen, nur gesessen, gekühlt, getupft – bis der Allerbeste kam (ich habe es heute nicht einmal mehr geschafft, allein zu sein mit meiner Angst) und wir zur Kinderärztin fuhren. Das Kind hat nichts. Nur Fieber. Zwischendurch – bei “nur” 39,7 – war es fast wieder das Alte, mittlerweile sind wir wieder bei 40,2. Ich fühle mich wie vom Panzer überrollt – und in meinem zermatschten Hirn veranstalten Sorgen und klamme Gedanken eine wüste Kakophonie.  Das Kind war im Schnitt die letzten zwei Monate alle eineinhalb Wochen krank – kann man das einem Arbeitgeber erklären? Selbst wenn ich nur die Hälfte davon übernehme, käme ich alle drei Wochen auf Krankheitstage. Würden wir eine talentierte, kinderfreundliche Ersatzoma finden, die das Kind auch kränkelig betreut, käme die mit einem fieberkrampfenden Kind klar? Welche Drogen nimmt eigentlich Ur.sula von der Ley.en? Heid.i Kl.um? Müssen die nie weinen? Kann es nicht mal regnen?

Posted on Juli 8th, 2010 by Ordinarylife  |  6 Comments »

Hihi …

Genau DAS hätte MIR auch passieren können … (nennt man das nun pragmatisch, realitätsnah oder pessimistisch?) – und nein, eigentlich ist das hier ein fußballfreies Blog, nur diese eine Schlagzeile ;-)

Nach der Rückkehr vom Duell in der Vorschlussrunde in Kapstadt konnte die siegreiche Truppe nur noch eine Nacht in ihrem Quartier im Hilton-Hotel in Sandton verbringen. Oranje hat dort einen Monat gewohnt. Der niederländische Verband KNVB gab an, bei der Buchung nicht damit gerechnet zu haben, dass das Team soweit kommen würde.

(Quelle: ZEIT über den WM-Finalisten Oranje)

Posted on Juli 7th, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

So viel …

… derzeit um die Ohren, dass die Zeit zum Nachdenken, Spüren, Hören fehlt. Hier im Blog großes Schweigen, im Leben draußen viel Veränderung. Read the rest of this entry »

Posted on Juli 7th, 2010 by Ordinarylife  |  5 Comments »