Zwischenstand

Seit zwei Jahren nicht mehr als fünf Stunden Schlaf am Stück.

Seit sieben Jahren vielleicht zweimal im Kino und ebenso häufig in der Kneipe.

Freizeit ist die Zeit zwischen 21 Uhr (Schlafenszeit der Großen) und 23 Uhr (ich gehe zu Bett). Wenn da nicht Überweisungen, Formulare, Briefwechsel, Finanzamt, Jugendamt u.ä. sind.

Eingewöhnung der Kleinsten und Mittleren im neuen Kindergarten, der wundervoll ist. Für die Kinder. Und die Eltern.

In der einstündigen Mittagspause derzeit Unterrichtsvorbereitungen.

In guten Phasen freue ich mich auf das, was kommt. In schlechten Phasen habe ich Angst zu versagen. An allen Fronten. Als Mutter. Im Beruf. Bin dünnhäutig, leicht reizbar und weine beim geringsten Anlass. In den letzten Tagen haben die schlechten Phasen überhand genommen. Wohl auch, weil die Jüngste wieder krank war. Weil es kaum eine Woche gibt, die vollständig gesund ist. Weil ich nicht weiß, wie das werden soll nächste Woche.

Fernweh. Großes Fernweh. Einfach die Türen schließen und weggehen. Ans Meer. Auf einen Felsen mit viel Gegenwind. Nie bin ich allein.

Ich schlafe schlecht und bin mir selbst kein guter Freund in diesen Tagen.

4 Responses to “Zwischenstand”

  1. PaulaQ says on :

    Oh, DURCHHALTEN! Das ist nur der Anfangsstress!! Ich schicke Ihnen ganz viel Kraft und ein paar stille Minuten am Tag!
    Und vielleicht steht ja auch nur der Mond ungünstig ;) …fühle mich gerade ähnlich, und ich gehe nicht noch arbeiten wie Sie, Sie Tapfere!!!
    Und das kleinste Tochterkind wird mit jedem Tag älter und weniger anfällig für Krankheiten! Ganz bestimmt! Halten Sie durch!
    Und kommen Sie sich einfach mal ein bißchen ausheulen, ich habe immer ein freies Ohr!!!
    Liebste, aufbauende Grüße von einer entnervten Vollzeit-Mutter!

  2. Ines says on :

    Durchhalten -blöde Parole ich weiß.
    Ich würde auch gern wegrennen, alles packen und einfach wegrennen, woanders hin.
    Gereizt, sensibel, das Gefühl gerade als Mutter völlig zu versagen, nicht Herr der Lage zu sein und sowieso alles falsch zu machen – manchmal reichen 5 Minuten am Morgen um sich bewußt zu werden was wirklich wichtig ist im Leben, was wichtig ist für diesen gerade begonnen Tag.
    Ich drück die Daumen das alles so läuft wie es laufen sollte.
    (Und das du in 8 Jahren vielleicht 3 mal im Kino warst und noch viel mehr mit Freunden in der Kneipe – das sind wichtige Dinge, Freunde die man auch mal ohne die Kinder trifft).

    Alles Liebe Ines

  3. Patricia says on :

    Hallo ihr zwei – vielen Dank fürs Mutmachen! Ich gebe mir gerade Mühe, einfach nur einen Tag nach dem anderen zu sehen und nicht alle Tage der nächsten zwei Jahre gleichzeitig. Das hilft etwas! Beruhigend zu hören, dass ich nicht die einzige Entnervte bin :-)

  4. tonni says on :

    Oh weh.
    Ich habe Gänsehaut weil ich so gut verstehe – selbst wenn da nur 2 Kinder sind und ich gerade erst vom Meer zurück bin.
    Ich drücke alle Daumen, sende viel Mut, Selbstvertrauen, Gelassenheit und alles Nötige zum erfolgreichen Start – an allen Fronten!

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