Archive for September, 2010

Wasn das?

Chips sind in unserem Haushalt selten bis gar nicht gekauftes Gut. Schon eher mal eine Tüte mit Nüssen oder Salzbrezeln. Gestern Abend war dann Elternabend – und das damit verbundene Langeweile-Essen. In einem Schälchen standen Prin.gles (oder deren Pendant, das weiß ich nicht so genau). Ich habe ungefähr dreieinhalb davon gegessen, und als ich nach Hause kam, stand mein Gesicht in Flammen. Rot, heiß, juckt! Nach einer Nacht geht es einigermaßen wieder, nur die Nasenwurzel schaut noch aus wie die von Rumpelstilzchen. Was zum Teufel wirft die Lebensmittelindustrie in ihre Produkte? Ich meine mich schwach erinnern zu können, dass ich früher mal Chips essen konnte, ohne dabei von einer mittleren Nesselsucht befallen zu werden. Ja, wir essen viel Naturbelassenes, und wenn Gebäck, dann meist Selbstgebackenes, vielleicht bin ich einfach aus dem Training, was hochraffinierte Lebensmittel betrifft? Und was zum Teufel wäre passiert, wenn ich die ganze Packung gegessen hätte? Wäre ich heute Nacht explodiert? Wobei – eigentlich muss ich meinem Körper ja dankbar sein, dass er mir so deutlich sagt, was er nicht will … Demnächst also lieber besser selbstgebackene Käsestangen, und sag mir ja keiner, ich sei ne Öko-Tusse – offenbar kann ich gar nicht anders ;-)

Posted on September 17th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Die Leute

In meiner Familie spielten “die Leute” immer eine große Rolle. “Die Leute” redeten, wenn der Vorgarten nicht geharkt war, bevor es sonntags zum Gottesdienst ging. Sie redeten auch, wenn die Jalousien oder Gardinen morgens nach acht noch vor den Fenstern waren, der Minirock der Tochter zu kurz, die Liste der Freunde zu lang und so weiter … (um “den Leuten” aus dem Weg zu gehen, riss meine Mutter sonntags die Jalousien um sieben Uhr hoch, legte sich unbeirrt ins Bett und schlief weiter)

Als Kind konnte ich mir unter “den Leuten” nie so richtig etwas vorstellen. Ich dachte an eine anonyme Masse, die mit Spazierstöcken und Schirmen bewaffnet unter dem Fenster wartet, bis die Jalousien hochgehen, um lautstark zu protestieren oder gar mit Steinen zu werfen, wenn sie unten beiben. Wundersamerweise begegnete ich diesen “Leuten” als Kind aber nie.

Es muss wohl zum Erwachsenendasein gehören, dass man sie plötzlich bemerkt, diese “Leute”. So sprach mich letztens eine Nachbarin darauf an, dass in einem Reihenhaus der Siedlung schon seit Monaten die Jalousie im Schlafzimmer nicht mehr geöffnet würde. Da alle Mitglieder der sechsköpfigen Familie wohlgenährt und gesund das Haus verlassen und zurückkommen, habe ich ihr entgegnet, glaubte ich nicht an ein Kriminaldelikt. “Ja, aber, was kann das denn sein?”, insistierte die Nachbarin? “Haben die jetzt wohl einen Pflegefall im Haus?” (ja, sicherlich jemanden mit seltener Lichtallergie, der den ganzen Tag im Dunkeln haust). “Die Frau Sch. vom Haus gegenüber meint ja, die haben vielleicht einen Schrank vor dieses Fenster geschoben!” Leute, Leute, was soll ich denn dazu sagen? Mir fiel als rettende Option die naheliegendste Lösung ein: “Vielleicht ist das Band der Jalousie einfach gerissen und sie hatten noch keine Zeit, es zu ersetzen” (in dieser Familie ist dieser Tage das vierte Baby geboren worden – da gibt es wichtigere Dinge als eine Schlafzimmer-Jalousie). “Ansonsten, falls du dir ernsthaft Sorgen machst, einfach mal selbst nachfragen!”

Ja, vielleicht sollte ich mir das nochmal überlegen mit dem Leben hier im Dorf und stattdessen wie Frau Q. auf eine Alb außerhalb aller Schwatzmäuler ziehen. Aber ich fürchte, selbst dort kommen sie ab und an vorbei, die Leute …

Posted on September 16th, 2010 by Ordinarylife  |  4 Comments »

Weißraum

Weil ich immer mal wieder mit Schul- und Lehrbüchern zu tun habe und das Layout dann doch sehr differiert, weiß ich Weißraum zu schätzen, also die Fläche, die nicht mit Buchstaben, Grafiken und Bildern bedruckt ist. Damit das Auge Pause machen kann und sich das Hirn auf das Wesentliche konzentriert. Eben beim Aufräumen fiel mir auf, dass ich es in der Wohnung eigentlich genau so mache: in jedem Zimmer möglichst eine Fläche, auf der nichts stehen und liegen darf. Als Meditation fürs Auge. In der Küche schaffe ich das hervorragend und auf meinem Schreibtisch auch – indem ich thematische Stapel auf dem Fußboden bilde ;-) … Aber in allen anderen Räumen ist nichts mit Weißraum: da werden Jacken hingeworfen, Bilderbücher, CDs, Schulhefte, Stifte, Puppenkleider – wer Kinder hat, weiß, wovon ich rede. Weißraum ist für meine Familie extrem unökonomisch und wird mit subjektiv äußerst wichtigen Inhalten belegt. Tja, und so ist nichts mit Augenmeditation und Konzentration aufs Wesentliche in meinem Familienalltag. Beim nächsten vergessenen Termin schiebe ich das einfach auf den mangelnden Weißraum in meinen Wohnräumen.

Posted on September 16th, 2010 by Ordinarylife  |  3 Comments »

Ich bau ne Stadt für dich

Auf der Suche nach leicht zu verwirklichendem Nachmittags-Zeitvertreib brachte mich ein Linktipp bei Tanjas Traumberg auf diese wunderschöne Seite. Alles so schön einfach: Ausdrucken, Ausmalen, Ausschneiden und Falten – ach ja, und natürlich Spielen. Gestern ein paar Stunden lang, einfach nur so. Freut den Geldbeutel und das Elternherz :-)

stadt

Posted on September 15th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Hallo Echo

Kennt ihr die auch, die Momente, in denen man denkt “Oh mein Gott, jetzt hat er/sie es getan. Er/sie hat geredet wie ich, zur Hilfe!” ?? Heute Nachmittag war so ein Moment. Bei uns im Haushalt gibts für indiskutables Fehlverhalten gelbe und rote Karten. Rote Karte bedeutet Sandmännchenverzicht am Abend. Und bevor jetzt jemand sagt: “Boah, was für ein Bootcamp ist das denn?” – normalerweise trägt jeder die natürlichen Konsequenzen seines Fehlverhaltens, aber bei Schlagen, Beißen und Treten der Kinder (wir schlagen, beißen und treten natürlich nicht – und bei den beiden Großen kommt es nicht häufig vor, aber passiert so alle Monate einmal) ist das dosierter Ausschluss aus einer Gemeinschaftsaktivität, da man in der Gemeinschaft offenbar nicht leben kann … (für mich ist das eine Grauzone zwischen Konsequenz und Strafe, die mich in der Theorie nicht ganz glücklich stimmt, in der Praxis aber dazu führt, dass ich die Karten äußerst selten herausholen muss.)

.Der Sohn, ähnlich wütend wie ein Fußballer, der mit dem Schiedsrichter eine lautstarke Diskussion startet, stand in der Tür, schnappte nach Luft und holte aus, “Blöde Mama” zu sagen (ich vermute es zumindest), blieb dann aber beim “Blö …” stecken, besann sich eines Besseren, und heraus kam “Blöd fand ich jetzt dein Verhalten in dieser Situation, Mama, das hat mich grad kurz noch wütender gemacht!” (und mir den Wind aus den Segeln genommen, weil ich genau an diesem Punkt festgestellt habe, dass ich mich tatsächlich durch eine Kritik an meinem Verhalten gar nicht angepisst fühle, durch eine Kritik an meiner Person hingegen schon – und erstaunlicherweise war auch die Wut des Kindes, kaum ausgesprochen, fast verraucht …)

Und jetzt gehe ich mal eine Runde Nachdenken, ob ich das in dieser Form erzählen sollte – aber ich tue es, weil es Leben ist, ein Meilenstein. (ich fände es spannend, mit meinen erwachsenen Kindern irgendwann darüber zu diskutieren, wie sie solche Situationen gestalten …)

Posted on September 14th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Bin ich eigentlich

sprachlich übersensibel? Was ist denn das für eine Metapher? Sicherlich trifft die Beschreibung inhaltlich zu, aber Sargnagel im Zusammenhang mit einem Menschen, der gerade gestorben ist, halte ich für eine ziemlich unglückliche Formulierung. Aber vielleicht bin ich ja auch ein Sensibelchen …

Posted on September 14th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Oooh!

Wie es aussieht, bin ich bald mit spannender Arbeit versorgt. Nah am Buch, nah an meinen Lieblingsthemen, nah am Thema Kinder. Nur noch ein bisschen rechnen, wie sich das Ganze zeitlich und finanziell einfügt, heute Abend ja sagen und ansonsten einfach machen!

(Jippiyeah! )

Posted on September 14th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Resteverwertung

Falls im einen oder anderen Keller Kartoffeln lagern, die nicht mehr so ganz salontauglich sind (aber bitte nur schrumpelig, nicht grün), bietet es sich an, Kartoffelbrot zu backen. Frau Barcomi hat in ihrem roten Backbuch nicht nur sauleckeren Süßkram, sondern auch das ein oder andere herzhafte Rezept, und dieses Kartoffelbrot hat es uns angetan. Es ist einfach, gelingt immer – und mit fünf Personen reicht es gerade mal so für ein Abendessen und das darauf folgende Frühstück.

Kartoffelbrot

Posted on September 14th, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

Unpolitisch und korrekt

Statt Kinderbildern gibts Kaninchenbilder – das sind Oskar (der Milchkaffeefarbene) und Frida (das Schneewittchen) , die seit fast einem Monat das Herz unserer Kinder im Sturm erobert haben (natürlich auch das der Eltern), zeitgleich hat sich der Beste in einen begnadeten Hobby-Tischler verwandelt und mal eben so ein Außengehege aus dem Ärmel geschüttelt. Jetzt haben wir drei Kinder und zwei Kaninchen ..

oskar

Frida

Posted on September 14th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

So Lebensträume

hat vermutlich jeder. Und manchmal geschieht die Erfüllung, wenn überhaupt, dann reichlich zeitversetzt. Ich staune manchmal darüber, wie viele ältere Menschen (70 aufwärts) mit einem Sportwagen durch die Gegend heizen schleichen und frage mich, wann dieser Lebenstraum genau entstanden ist: Mit 20 oder 30? Und blieb man dann 40 Jahre bei diesem Wunsch? Und fühlt man sich noch wohl bei der Erfüllung? Vermutlich müsste ich mal an die Scheibe klopfen, um auf diese Fragen eine Antwort zu finden. Lustig das … Mein Lebenstraum, der Resthof in der Toscana auf dem Berg mit viel Platz zur Verwirklichung eigener Ideen, ob ich mir den mit 70 noch verwirklichen würde? Vielleicht. Hoffentlich. Kam mir grad Reinhard Mey in den Sinn … und ich versteh die alten Herren vielleicht ein wenig mehr.

httpv://www.youtube.com/watch?v=oRtFcKtFY54

Posted on September 13th, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »