Helden des Alltags (1)

Der Busfahrer, der nie krank ist und den Sohn bei Regen, Sturm und Glatteis jeden Morgen zur Schule bringt und jeden Mittag zuverlässig zur selben Zeit an derselben Bushaltestelle wieder herauslässt. Der jedes Kind beim Namen kennt, mit jedem neuen Kind bespricht, wann es aussteigen muss, der jedes Kind erinnert, falls es mal die Haltestelle verpennt. Der immer fröhlich grüßt, wenn er mich sieht. Der seelenruhig seinen Bus mitten auf der Straße parkt und prügelnde Jugendliche auf dem Bürgersteig trennt, der die Kollegin, die mit dampfendem Busmotor ihre Mittagspause macht, zusammenscheißt, das sei ja wohl unverschämt, ob sie nicht sehe, dass da Kinder in der Haltestelle säßen, die sie mit ihrem Qualm ganz übel krank mache. Der ein handgeschriebenes Schild an der Hintertür hängen hat: “Kinderwagen und Rollstühle haben Vorrang”. Dieser Busfahrer ist mein persönlicher Held des Alltags. Gestern habe ich erfahren, dass er an Weihnachten in den sicherlich wohlverdienten Ruhestand geht. Schade. Ich glaube, er war ein tolles Vorbild für den Sohn – in Sachen Zivilcourage, Integrität und Leistungsmotivation – ich habe selten jemanden gesehen, der vermutlich seit über 40 Jahren einfach nur seinen Job gut macht …

3 Responses to “Helden des Alltags (1)”

  1. Mairlynd says on :

    Ja, manchmal trifft man solche Engel! Zumindest hier in der Gegend sind Busfahrer meist eher Negativbeispiele…

    Schenk ihm doch etwas Schönes, Kleines. Das würde ihn sicher freuen.

  2. Ines says on :

    Sag ihn das doch bitte oder schreib ihn genau dieses hier.
    Leider kommt immer nur gemecker an und nie bedankt man sich bei solchen guten Menschen die es verdient hätten.

  3. Frau Ährenwort says on :

    *seufz* Das ist echt toll geschrieben und der Mann ist wirklich ein Held und sollte ihm mal gesagt werden :-)

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