Nachdem der heutige Tag klappte wie am Schnürchen, die Arbeit pünktlich fertig war, die drei Kinder abgeholt, ins Auto verfrachtet und bei der eine knappe Autostunde entfernt praktizierenden Kinderärztin aufgeschlagen waren (diverse Us und Impfungen standen auf dem Programm), der Nachwuchs sich mustergültig verhielt, wir alle Staus und Baustellen super umfuhren und uns danach ein fröhliches Kuchenessen gönnten, hätte ich eigentlich misstrauisch werden müssen. So perfekt sind Tage eigentlich nicht, jedenfalls nicht, wenn man nicht Marianne Mustermutti heißt. Um uns also aus dieser “Love, Peace and Harmony”-Stimmung zu reißen, umarmte das mittlere Kind das kleine etwas zu stürmisch, das kleine verlor sein Gleichgewicht und fiel rücklings auf dieses pädagogisch wertvolle Spielzeug. Dummerweise auf eine der vier Ecken. Ich wusste nicht, dass Platzwunden am Kopf fontänenartig bluten können. Angesichts der Blutlachen auf dem Boden hielt ich schon das Telefon in der Hand, um den Krankenwagen zu rufen, während ich dem Kind ein nasses Spültuch auf den Kopf drückte und damit zum Arzt-Nachbarn eilte. (den haben wir bei Kind 1 und 2 nie gestört, bei Kind 3 neuerdings dauernd – vielleicht sollten wir ihn fragen, ob er die Patenschaft übernehmen möchte, dann gäbe es wenigstens eine legitime Verbindung zwischen den beiden). Bei Licht betrachtet war die Wunde gar nicht riesengroß, nur diese B.lutmengen, Himmel! Ich frage mich auch, wie es kommt, dass diese Dinge immer nur dann passieren, wenn der Mann unterwegs ist. Aber Herr Murphy antwortet nicht.
Posted on Januar 31st, 2011 by Ordinarylife | 6 Comments »
- Meine Erkältung, die mich seit Anfang November treu durch den Winter begeitet hat, ist still und unauffällig von mir gegangen. Eines Morgens dachte ich: “Irgend etwas ist anders als sonst … Ach ja, ich fühle mich gesund!” Echt ein tolles Gefühl, die Nase frei, kein Kloß mehr im Hals, kein Druck hinter den Augen und überhaupt …
- Neben den 20 Stunden im Verlag bearbeite ich gerade einen netten kleinen Auftrag mit sehr gutem Stundenlohn. Das ist toll für den Geldbeutel, dafür fällt mein freier Tag pro Woche derzeit flach. Ich betrachte das Ganze mal als Investition in die Zukunft und freue mich, im Sommer dafür hoffentlich mal länger Pause machen zu können. Parallel dazu neigen die 20 Stunden im Verlag derzeit dazu, sich aufzublähen und ich muss aufpassen, dass ich nicht am Ende Vollzeit arbeite und nur für die Hälfte bezahlt werde.
- In der letzten Woche habe ich mir eine ganz tolle neue Digicam gekauft und war enorm stolz. Drei Tage später, ich beherrschte gerade alle Funktionen, hat der ungestüme Sohn mich im Spaß umgeworfen – dabei ist mir das gute Teil aus der Hand gerutscht und Blende wie Blendenring sind im Eimer. Oh, war ich sauer! Und vermutlich ist die Reparatur fast so teuer wie der Neuerwerb … Kinder sind ja toll und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht staune, mich freue, stolz bin, vor Liebe fast platze – aber die Liste der Sachschäden ist schon enorm … Ja, ich weiß, das sind Peanuts, es gibt Katastrophen, gegenüber denen es als Gnade erscheint, über kaputte Kameras zu lamentieren, aber kleinlich wie ich bin, tue ich es trotzdem …
- Der Sonnenschein tut uns allen gut. Wir sind nachmittags viel draußen, entdecken die ersten Knospen und merken, dass die Sonne viel später untergeht als noch vor ein paar Wochen.
- Wenn gute Wünsche an das Universum die Wirklichkeit beeinflussen können, bitte ich für Montagnachmittag um eine gehörige Portion guter Wünsche von allen Leserinnen und Lesern …
Posted on Januar 29th, 2011 by Ordinarylife | 4 Comments »
finden in unserem Garten statt. Amseln werfen Meisenknödel vom Baum auf den Boden und fressen sie schamlos auf. Notiz an mich: Bodenpersonal nicht vergessen …

Posted on Januar 27th, 2011 by Ordinarylife | No Comments »
Frau Kaninchen auf frischer Tat ertappt: wieder mal nicht die Füße gewaschen, bevor sie ins Bett gehoppelt ist!

Posted on Januar 23rd, 2011 by Ordinarylife | 1 Comment »
… oder warum man am Telefon nicht küssen kann.
Irgendwann, ich war schwanger mit Nummer 3, es war Sommer und ich saß gelangweilt und hitzegeplagt im Büro, klingelte das Telefon und ein freundlicher, dynamischer Niederländer rief in den Hörer: “Haaallo, ich will ein Kuusss!” Leichte Verwirrung meinerseits, und weil mein hitzegeplagtes Hirn keine rhetorischen Höchstleistungen mehr zu vollbringen vermochte, sagte ich: “Aber man kann doch nicht am Telefon küssen!” Der Mann am anderen Ende der Leitung seufzte und wurde lauter: “Aber ich will ein Kuusss!” Ich sammelte mich und bemühte mich, sachlich zu klingen: “Also erstens: wir kennen uns gar nicht. Zweitens: denken Sie nicht, Sie sollten vielleicht lieber jemanden küssen, den Sie kennen? Und drittens: kann ich sonst noch etwas für Sie tun?” Am Telefon wurde es still. Es raschelte. “Hier steht: Herr Kuuusss, folgende Ruuufnummer …” Und es folgte meine Telefonnummer. Endlich fiel bei mir der Groschen. Ich schaute im betriebsinternen Telefonbuch nach und fand ihn, Herrn Joachim* Kuss. Die letzte Ziffer seiner Rufnummer war eine andere als meine. Vor dem dynamischen Niederländer wollte niemand einen Kuss. sprechen. Sollte mir das zu denken geben oder dem armen Herrn Kuss? Am Telefon kann man eben nicht küssen. Nur missverstehen.
Morgen dann: wie ich die Freundin eines Klienten für eine Bronzeplastik hielt und erst nach zehn Minuten auf diesen Irrtum aufmerksam wurde.
(da gerade gar nichts Komisches geschieht, der Himmel grau und der Boden nass ist, muss ich tief in die Geschichtenkiste greifen … man denke sich dazu ein Kaminfeuer und ein Käuzchen im Garten sowie eine schnurrende Katze auf dem Schoß)
* Vorname von der Redaktion geändert
Posted on Januar 23rd, 2011 by Ordinarylife | No Comments »
Was ich nicht verstehe: Warum fährt man einen riesigen BMW super extra de luxe edition, um mit selbigem zum günstigsten aller Discounter zu düsen und dort die billigsten Nahrungsmittel ever seen zu kaufen? Ebbe nach dem Autokauf? Oder einfach Prioritäten anders gesetzt?
Posted on Januar 22nd, 2011 by Ordinarylife | 9 Comments »
Das große Kind steht mit mir im Kaninchen-Gehege. Ich betrachte Herrn und Frau Kaninchen von hinten und sage zum Kind: “Du, Frau Kaninchen ist aber echt dicker als Herr Kaninchen!” Das Kind denkt nach, man hört es förmlich, es ringt um Worte und sagt dann schließlich: “Nein, Mama, Frau Kaninchen ist … etwas kräftiger, hmm stabiler, vielleicht etwas, etwas, etwas, ähm, größer als Herr Kaninchen!” Ich schaue das Kind erstaunt an und frage, ob ihm etwas fehlt. Das Kind setzt seinen mitleidig-pädagogischen Großebruderblick auf und erwidert: “DU sagst doch immer, man darf nicht in Gegenwart anderer sagen, dass jemand DICK ist! Komm mal mit!” Das Kind zieht mich am Ärmel aus dem Gehege und raunt mir zu: “So, hier kann Frau Kaninchen mich nicht verstehen! Natürlich ist sie dicker als Herr Kaninchen. Aber das muss sie ja nicht unbedingt hören!”
(Keine Sorge, das wird jetzt kein Kaninchen-Content-Blog. Es gab nur keine anderen nennenswerten Ereignisse an diesem Tag! Ach ja, und Herr Kaninchen ist natürlich ka.striert, bevor jemand auf falsche Gedanken kommt
)
Posted on Januar 20th, 2011 by Ordinarylife | 6 Comments »
Es gibt Blogs, die lese ich gern. Und freue mich, lache und leide beim Lesen. Daneben gibt es Blogs, auf die verirre ich mich ein- bis zweimal, um sie kopfschüttelnd zu verlassen. Ich habe sie irgendwann mal Schaufensterblogs genannt. Die Autorinnen – ich nenne sie hier mal stellvertretend für alle Marianne Mustermutti – sind meist perfekte Mütter mit perfekten Kindern, die im Alter von vier Jahren lesen, rechnen und schreiben können, die sich nie, nie, nie daneben benehmen, weder in der Öffentlichkeit noch zu Hause. Marianne Mustermutti selbst ist stets gut drauf, auch wenn sie nur eine Stunde geschlafen hat, sie hat keine Schwangerschaftsstreifen und schwarzen Ringe unter den Augen, und es gibt für sie kein größeres Glück, als sich pausenlos um ihre äußerst wohlgeratenen Kinder zu kümmern. Verheiratet ist sie mit Max Musterpapa, sehr gut verdienend, weshalb sich Marianne Mustermutti auch nie mit Dingen wie Nachzahlungen für Stadtwerke, defekten Bremsscheiben etc … beschäftigen muss und wenn doch, stellen sie zumindest kein Problem dar. Marianne Mustermutti genießt es, in einem großen Haus mit Garten zu wohnen, mindestens eine Putzfrau zu beschäftigen und sich von Max Musterpapa üppig beschenken zu lassen. Man merkt es vermutlich, ich mag diese Blogs nicht. Vielleicht ist auch Neid dabei, aber nicht nur. Eher Befremden, weil ich beim Lesen darüber nachdenke, ob das alles so sein kann, wie es geschrieben wird. Als Literaturwissenschaftlerin sage ich nein, natürlich nicht, Marianne Mustermutti ist das Konstrukt ihrer Schreiberin, und sicherlich gibt es einen sozialen Hintergrund, der bedingt, dass sie so schreibt wie sie schreibt. Vielleicht liegt mein Unbehagen auch nur darin begründet, dass ich in Blogs manchmal vergeblich nach Authentizität suche und verwirrt bin, wenn ich stattdessen auf Konstrukte stoße. Manchmal frage ich mich auch, wie viel Marianne Mustermutti in mir steckt und warum … Wo ich doch selbst weiß, dass zum Menschsein auch die Schattenseiten gehören und das Reden darüber eher größer denn kleiner macht.
Fragen über Fragen. Ich geh dann mal zurück zu meinen Sachtexten, Nesseltiere und Webspinnen sind so wunderbar eindeutig und wenig interpretationslastig
.
Posted on Januar 19th, 2011 by Ordinarylife | 12 Comments »
“Neben dem Sandkasten liegt eine Hand!” Read the rest of this entry »
Posted on Januar 18th, 2011 by Ordinarylife | 1 Comment »
Die Römer hatten ihre Haruspices, die Fußball-Fans Krake Paul und unsere Kinder haben Frida. Frida weiß um die Zukunft unseres Landes und den Verbleib von Schlüsseln, Geldbörsen und Handschuhen. Sagt zumindest der Große. Aber wenn man sie sich so anschaut, die Frida, schaut sie auch mächtig grüblerisch aus …

Posted on Januar 17th, 2011 by Ordinarylife | 2 Comments »