Archive for März, 2011

Aus dem Bauch heraus

treffe ich normalerweise keine Entscheidungen. Na ja, vielleicht manche, wie die Frage, welche Schuhe es denn sein sollen oder ob es am Samstag oder Sonntag Pastinakenauflauf gibt. Berufliches habe ich bislang immer verkopft, abgewägt, hin- und herüberlegt und dann die Vernunft entscheiden lassen. In der letzten Woche habe ich zum ersten Mal und recht schnell zwei wichtige berufliche Dinge aus dem Bauch heraus entschieden. Und merke, dass das Kopfweh nachlässt. Lesson learned: Entscheidungen sind immer ganzheitlich. Und wenn du denkst, der Bauch regiert, merkst du manchmal hinterher, dass der Verstand auch nichts anderes wollte. *kryptikmodusoff*

Posted on März 31st, 2011 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Papierfluten

Überall Papier um mich herum: Korrekturfahnen, Konzepte, überarbeitete Konzepte, Elternbriefe aus dem Kindergarten, der zehnseitige Wochenbrief der Schule, Anträge, Bestätigungen, An- und Abmeldungen. Dazu Wassermalbilder, Buntstiftbilder, Filzstiftbilder, Papierklebbilder, Glitzerbilder, Gemeindebriefe, Werbekataloge. Ich fühle mich reizüberflutet und verzweifle an dem Versuch, den Stapeln in Küche und Arbeitszimmer Herr Frau zu werden. Nimm doch einmal einer dieses ganze Papier weg, bitteschön! Jetzt weiß ich auch, warum ich so gern im Meer, Schwimmbad und See bin: nirgendwo Papier (mal abgesehen von den Balken).

Posted on März 30th, 2011 by Ordinarylife  |  6 Comments »

Sprachökonomie

Aus dem Aufsatzheft eines Siebenjährigen:

“Und der Junge ging zur Quelle, die ihm Hoffmut und Kraft spendete.”

(Suffixe werden sowieso grenzenlos überschätzt, und Hoffnung und Mut gehören auch irgendwie zusammen. Schön, dass sie nun ein Paar sind!)

Posted on März 25th, 2011 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Gammelfleisch

Der Sohn steigt aus dem Auto, schnuppert intensivst und schwört Stein auf Bein, hier müsse irgendwo eine tote Maus herumliegen, das rieche irgendwie so fürchterlich nach Verwesung. Wir suchen das Carport ab, schauen hinter der Mülltonne nach, sogar im Briefkasten – bis der Sohn hocherfreut vor Nachbars Haustür steht und “Ich habs! Ich habs, das ist das Essen von nebenan!” brüllt, mit der Nase in Richtung Dunstabzugshaube deutend. (die Nachbarn kaufen ALLES beim Discounter – grundsätzlich. Dafür bauen sie sich demnächst ein ganz großes Haus mit ganz großem Garten. Man muss Prioritäten setzen. Auch beim Freitagsbraten *gg*)

Posted on März 25th, 2011 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Nicht Fisch, nicht Fleisch

“Weißt du”, sagte die Mutter einer Klassenkameradin, mit der ich gestern telefonierte, “niemals nie würde ich meinem Kind ein Antibiotikum geben. Selbst wenn es eine akute Blutvergiftung hätte! Und du?” Ich schon. Dazu bin ich viel zu sehr Schisser. Obwohl ich der Naturheilkunde viel zutraue. Und dann lag ich im Bett und dachte darüber nach, warum ich nicht Fisch, nicht Fleisch bin. Wir therapieren, wenn möglich, mit Kräutertees, selbstgekochtem Hustensaft, Wadenwickeln, und auch der Homöopathie sind wir nicht abgeneigt. Wenn es um Leben und Tod geht, bin ich aber doch sehr froh, dass es schulmedizinische Maßnahmen wie Antibiose, Betablocker und Co. gibt. Bin ich inkonsequent?

Wir kaufen, wo möglich, aus biologischem Anbau. Trotzdem überfallen mich dann und wann ganz schlimme Gelüste auf Döner und Pommes, denen ich auch ohne Skrupel nachgehe. Ich kann mich nicht auf die Seite der Frauen schlagen, die 60 Stunden arbeiten und das Zusammensein mit Kindern als hormongesteuerte Karrierebremse betrachten, und auch nicht auf die Seite derjenigen, die ihre Kinder ausschließlich zu Hause betreuen, weil die stabile und ausschließliche Bindung an die Mutter nun mal das allerbeste sei ist fürs Kind.

Ich bemühe mich, Energie zu sparen und das Auto stehen zu lassen, wo immer es geht und fahre doch ein- bis zweimal pro Woche längere Strecken zu meinen Auftraggebern mit dem Auto, weil ich mit dem ÖPNV nicht vor Sonnenuntergang zu Hause, geschweige denn im Kindergarten wäre.

Ich bin politisch interessiert, schaffe es aber nicht, mehr als darüber zu reden.

Und so laviere ich mich durchs Leben, nehme das eine aus dieser Philosophie mit und das andere aus jener, bemühe mich redlich und bleibe doch nur Mittelmaß. Kann mich keiner Bewegung so richtig anschließen, sage nicht “niemals nie” und auch nicht “immer” – und denke manchmal neidvoll, vielleicht wäre es einfacher, nur das eine zu sein. Wäre das Wir-Gefühl dann größer, das warme “We are Family” ausgeprägter? Gut oder böse, schwarz oder weiß, Öko oder Currywurst … Ich weiß es nicht.

Edit: Im Kindergarten über dem Schreibtisch der Lieblingserzieherin hängt eine Tafel. Darauf steht: “Ideal ist, was es nicht gibt.”

Posted on März 25th, 2011 by Ordinarylife  |  5 Comments »

Das Leben

ist eine schlecht gereinigte Toilette. Heute so. Keiner liebt mich, alle doof, Stillstand auf allen Fronten, Hauptauftraggeber hat keine Aufträge zur Zeit, obwohl es da mal einen Jahresvertrag gab, alle wollen Geld von mir und draußen lacht die Sonne vom Himmel. Wo bitte ist der Emergency Button, ich bin im falschen Zug. Falls jemand mein Seelenheil trifft, sagt ihm, es soll nach Hause kommen, ich vermisse es sehr doll.

Posted on März 24th, 2011 by Ordinarylife  |  16 Comments »

Kleine Käfer

Posted on März 23rd, 2011 by Ordinarylife  |  No Comments »

80 Cent im Monat

kostet uns der 100% grüne Strom mehr als der Mischstrom aus Kernkraft, fossilen Brennstoffen und Ökostrom. Rechnet man die Kosten hinzu, die beim Atomstrom durch Transport, Zwischen- und Endlager sowie Atomunfälle entstehen sowie die Folgeschäden, die der CO2-Ausstoß bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht, ist dieser Strom eigentlich ungemein günstig.

Posted on März 23rd, 2011 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Hoch – und wieder runter

Ich komme gerade nicht mehr so recht hinterher. Gestern eine schlechte Nachricht für den Mann und drei Stunden später eine spannende Einladung für mich. Heute dann ein sehr konstruktiver Termin mit einem neuen potentiellen Auftraggeber und der schönste Satz des Tages, der da lautete: “Gestern Abend um 23 Uhr unter der Dusche dachte ich, dass wir genau so jemanden brauchen wie Sie”. Und man steigt ins Auto, stellt das Radio laut und genießt ungefähr drei Straßenkreuzungen lang dieses “Yes, We Can!”-Gefühl, bevor das Handy klingelt und der schönste Satz gleich vom sorgenvollsten neutralisiert wird: “Deine Tochter weint und weint, wir wissen nicht, was sie hat, aber komm bitte schnell nach Hause!” (das Kind brütet etwas aus, ich weiß nicht, was, aber es benötigt dazu viel Arm und Mama und Hüftsitz)

Ich habe gerade weder die Zeit, über trübe Nachrichten in tiefe Depression zu verfallen noch über gute Nachrichten in Euphorie, das Leben ist eine Achterbahn, nur dass man bei der nächsten Fahrt immer noch nicht genau weiß, wo es hoch und wieder runter geht … (außerdem hatte ich eigentlich Tickets fürs Riesenrad gelöst, liebes 2011)

Posted on März 22nd, 2011 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Sorgen einer Zweijährigen

Das kleine Mädchen schluchzt und weint herzzerreißend – im Schlaf. Ich streiche ihr über den Kopf und murmele: “Alles ist gut, schlaf schön weiter!” Die Zweijährige dreht sich um und sagt energisch zu ihrer Puppe: “Niemand darf mir die Butter wegnehmen nicht!” Höchst dramatische Träume heute Nacht …

Posted on März 22nd, 2011 by Ordinarylife  |  2 Comments »