Archive for the ‘Berufliches’ Category

In den Tisch beiß ich gleich!

Heute kam Post von der Bezirk.sregierung. Mein Arbeitsvertrag. Fein so weit, aber: die wirklich relevante Information, nämlich die Vergütung, bereitet mir Kopfweh. Was im Vertrag steht, ist die Entgeltgruppe. Was fehlt, ist die Stufe. Davon gibt es nämlich vier, und zwischen der ersten und der letzten liegt eine Bruttodifferenz von sage und schreibe 1000 Euro. Mit der Bitte, diesen Vertrag asap zu unterschreiben, endet das Anschreiben. So, und nun gehts los. Telefonieren, Mails schreiben, Stirn runzeln. Und da auch noch Freitag ist, erreiche ich natürlich niemanden. Ich wusste doch, dass alles nicht einfach einfach sein kann. Und nun sage mir bitte keiner, ich solle doch froh sein, eine Arbeit zu haben – das bin ich auch. Aber ich muss Kindergarten, Mittagessen, Fahrtkosten und Co. auch finanzieren – und dazu brauche ich Planungssicherheit, sonst kann ich es gleich sein lassen … Ach … *tiefseufz*

Posted on Juni 11th, 2010 by Ordinarylife  |  4 Comments »

Politikverdrossen

Bin ich mehr und mehr. Ich gehe zwar wählen, möchte aber am liebsten keine Nachrichten mehr hören. Die allerneuesten Sparpläne der Regierung widern mich an. Nicht weil ich denke, dass die Zeit für Steuererleichterungen wäre, nein, aber warum muss wieder einmal bei den Eltern gespart werden? Egal ob bei der Kürzung des Elterngeldes oder angedachten Mehrwertsteuererhöhungen – man wird den Eindruck nicht los, es werden immer dieselben zur Kasse gebeten, die sich dem Kreislauf aus Arbeiten, Steuerzahlungen und Konsumieren nicht entziehen können. (und mit Kindern muss man konsumieren, da passen die Schuhe vom letzten Jahr nicht mehr und der Weizen fürs Brot und die Äpfel für die Schule wachsen leider auch nicht in hinreichendem Maß in unserem Garten) Stattdessen nicht angetastet werden die Renten. Es gibt ja auch Länder, da kürzt man den Ministern ihre Gehälter oder streicht ihre Dienstwagen. Hier stellen sich die politisch Verantwortlichen vors Volk und erklären, dass selbiges über seine Verhältnisse gelebt habe. Ha! Wer hat hier über seine Verhältnisse gelebt? Vielleicht die Banker, vielleicht auch die Politiker mit ihren Dritt- und Viertjobs in Aufsichtsräten – aber doch nicht der gemeine Steuerzahler! Wenn man wenigstens so ehrlich wäre zu sagen: “Hey Leute, okay, wir befinden uns in einer tiefen Krise, aber wir kommen da auch GEMEINSAM wieder raus, indem wir ALLE sparen und unseren Beitrag leisten. Wir sagen heute auch mal Danke für eure Steuergelder, mit denen wir die Banken sanieren und andere EU-Länder vor dem Bankrott bewahren können!” Nö, nichts – stattdessen übertreffen sich die Damen und Herren mit verrückten Sparvorschlägen, mit denen man die Binnennachfrage weiter senkt und die Wirtschaft ins Strudeln gerät … Ja, ich weiß, es ist ein Luxus, wählen zu dürfen, viele Generationen vor uns durften es nicht. Aber es ist beileibe kein Luxus, als Bürger die Folgen mancher politischer Entscheidungen auslöffeln zu müssen.

Edit: Ich bin kein notorischer Nörgler, nein!

Posted on Juni 7th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Hibbelig

Vorgestern hatte ich ein sehr aufschlussreiches Gespräch an einem Gymnasium, das gerade mal 11 Kilometer entfernt liegt. Eine unglaublich nette Rektorin, die meinen Lebenslauf durchscannte und sagte “Oooh, damit bekommen Sie an jeder Schule sofort eine Stelle!” (ich zweifle ja noch, ob das so ist, aber trotzdem war es Balsam auf meiner eineinhalb Jahre alten Hausfrauen-Seele, die, je länger sie zu Hause weilt, desto mehr Zweifel an sich, dem bisherigen Bildungs- und Berufsweg und dem Lebenssinn an sich hegt …). Ein sehr nettes Gespräch also, in dem sie mir die Möglichkeit skizzierte, berufsbegleitend das Zweite Staatsexamen zu absolvieren, auch das in Teilzeit möglich (wenn ich Sie mir so anschaue, glaube ich, Sie schaffen das), sogar eine Verkürzung auf 18 Monate sei möglich, die Bezahlung besser als im Referendariat, und der Einstieg möglich, da Stellen frei seien und frei würden, auf die mein Profil passe. Während ich auf dem Ledersessel im Rektorenzimmer saß, passierte Seltsames: ich bekam plötzlich ganz große Lust, hier und jetzt zu arbeiten, und noch besser, ich hatte das Gefühl, ICH KANN DAS. (zu Hause zwischen Wisch- und Windeleimer zweifele ich oft arg an meinen Kompetenzen und habe das Gefühl, ich verliere mehr und mehr davon, also nicht die sozialen, eher die beruflichen …) Jetzt warte ich auf die Ausschreibungen, die irgendwann im Frühling erfolgen sollen (hoffe, dass die Rektorin sich nicht im Nachhinein überlegt, dass sie doch keine Lehrerin möchte, die zwischendurch in bekloppten Internet-Klitschen gearbeitet hat), danach muss ich mich einer bösen, bösen Auswahlkommission stellen (sagte ich schon, dass ich Mitglieder staatlicher Prüfungsämter LIEBE?) und mit unverschämt viel Glück könnte ich ab Sommer die Ärmel hochkrempeln und loslegen – 20 Minuten vom Wohnort entfernt, in den Fächern, die ich studiert habe, in einer Schule, die handlungsorientiert und lebenspraktisch ausgerichtet ist, eine engagierte Geschichts- und Deutschlehrerin sucht, die auch mal Ausstellungen in Museen organisiert und und und … Ich bin nach dem Gespräch zurückgefahren und fühlte mich wie ein Terrier, der sich in einen Pantoffel verbissen hat. Bleibt zu hoffen, dass ich den Pantoffel behalten darf (und ihn nicht zerfleddere …). Und ja, ich weiß, Lehrer sein ist hart, zermürbend, frustrierend, entmutigend und manchmal lebensgefährlich, aber ich will das jetzt trotzdem!

Posted on Februar 12th, 2010 by Ordinarylife  |  5 Comments »

Ich, Mutter, schizophren

Seit eineinhalb Wochen besucht auch das kleinste Mädchen nach einer monatelangen Eingewöhnungszeit für ein bis zwei Stunden am Tag den Kindergarten. Die mittlere ebenfalls, der Große geht zur Schule. Nun sollte man meinen, ach wie schön, endlich Zeit für mich. Ist aber nicht so. Gluckenmäßig vermisse ich die Kinder, insbesondere das Kleinste, bereits drei Minuten nach der Abgabe. In der Zeit, die ich eigentlich zum Auffrischen meiner Studieninhalte nutzen wollte, denke ich, während ich lese und Notizen mache, ständig darüber nach, wie es ihr wohl geht, ob sie auch nicht weint, was ich stattdessen hier mit ihr machen würde etc …  Hätte mir das je irgendwer erzählt, hätte ich es nicht geglaubt, jetzt bin ich selbst so. Geht das noch mal weg, dieses Eva-Herman-Syndrom?

Edit: Madämsche war heute bereits nach einer Stunde wieder da, da verfiebert und weinerlich. Ich muss mir High Speed Reading angewöhnen. 150 pph (pages per hour) oder so …

Edit 2: ich muss aufhören, vor Freude zu heulen, wenn sie wieder zu Hause ist. Was soll das Kind denn von mir denken?

Posted on Januar 20th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Bitte Sonne!

Heute beim müden Rausstarren in den trüben, matschig-grauen Garten fiel mir auf, dass ich gar nicht mehr weiß, wann zuletzt die Sonne geschienen hat. Letzte Woche? Vorletzte Woche? Es muss schon lange her sein.

Passend dazu heute eine merkwürdige Mail im Account vom Gymnasium aus dem Nachbarort, wo ich unverbindlich angefragt hatte, ob zufällig in nächster Zeit eine Stelle frei wird.

“…. bieten wir Ihre Fächerkombination nicht an. [Anm. meiner Wenigkeit: ich habe Deutsch und Geschichte studiert und plane eine Zusatzqualifikation in Latein oder Englisch]. Wir empfehlen Ihnen darum, sich an der Hauptschule zu bewerben.”

Aaah ja – ein Gymnasium, das weder Deutsch noch Geschichte, kein Latein und Englisch anbietet? Mir juckt es in den Fingern zu antworten, dass meine Kinder dann auch selbstverständlich die Hauptschule besuchen werden, da man offensichtlich wenigstens dort einen breiten Fächerkanon hat. Ich geh dann mal Kartoffeln kochen …

Posted on Januar 19th, 2010 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Lachen und Weinen

Kann man vortrefflich gleichzeitig. Eben habe ich erfahren, dass ich auf der Warteliste stehe für einen Job, auf den ich mich in der letzten Woche beworben hatte. Falls der Kandidat vor mir absagt (warum sollte ER?), habe ich noch Chancen. Also habe ich keine Chancen. Und ich weine, weil das Gespräch sehr gut war und mein kleines, fluffiges Ego natürlich geknickt ist, gleichzeitig bin ich aber auch froh, dass mir die Gegenseite die Entscheidung abnimmt, denn weder mein Kopf noch mein Bauch hätten gewusst, WO in meinem Leben diese 40 Stunden Arbeit noch hingepasst hätten. Ich denke jetzt nicht darüber nach, ob die Absage darin begründet ist, dass ich drei kleine Kinder habe, wo doch der Kandidat, der die Stelle hat, ein ER ist, nein, nein, denke ich nicht! *nichtdenken* *nichtehrenwertenmännernbösesunterstellen* …

Stattdessen Nachdenken über freiberufliche Arbeit. Ein Arbeitszimmer, das ich hinter mir schließen kann, damit ich nicht in Versuchung gerate, statt Image Broschüren die Spülmaschine oder den Kinderhochstuhl zu bearbeiten. Vielleicht sollte ich mein wirres Haupt ein bisschen in den Wind halten, es pustet so schön dort draußen …

Posted on September 3rd, 2009 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Wenn ich etwas nicht mag …

… ist es das, irgendwohin zu gehen und ständig und immer gefragt zu werden: “Uhund? Bewirbst du dich schon? Und wenn ja, wo? Hast du schon ein Vorstellungsgespräch?” Argh … Hat eigentlich schon mal jemand mit drei Kleinkindern, von denen das Baby derzeit tags und nachts auf Mama herumklettert, versucht, sich intensivst zu bewerben? Nein, ich bewerbe mich derzeit noch nicht und sage auch derzeit allen 60-Stunden-Headhunter-Angeboten in Karlsruhe, Stuttgart, Oldenburg und JWD einfach so ab, weil ich es nicht mag, mit dem Feuer zu spielen, wenn ich momentan gar keine Kerze anzünden möchte – meine Elternzeit endet erst Ende September, ja, ich habe viele Pläne, nein, ich weiß noch nicht, wie meine Arbeit überhaupt zwischen diese drei Kinder passen soll … aber im Ernst: gibt es nichts Wichtigeres als die Frage, wo ich demnächst arbeite? Einer Gesellschaft mit über 6 Mio. Arbeitslosen, zig Frühverrenteten und zahllosen Müttern, die wegen mangelnder Kinderbetreuung oder weil sie es einfach wollen, zu Hause ihre Arbeit verrichten, täte es sicherlich gut, ihre Mitglieder zur Abwechslung mal nicht nur als Animal laborans zu definieren, sondern auf den gesamten Menschen zu schauen.

Posted on Juni 29th, 2009 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Spannender Vormittag

Da der Allerbeste in dieser Woche Urlaub hat, habe ich den freien Vormittag für einen Ausflug zur nächstgelegenen Arbeitsagentur genutzt. Man erinnere sich: Mein AG hat im März seine Tore geschlossen, darum sollte ich mich vorsichtshalber und überhaupt irgendwann frühzeitig arbeitssuchend melden, obwohl ich eigentlich mehr als genug Arbeit habe. Schon die Anreise war aufregend: für die komplette Agentur stehen ca. 25 Parkplätze zur Verfügung, von denen gefühlt 21 für die Mitarbeiter reserviert sind. Wirtschaftsstarke Region oder Abschreckungsstrategie? Nachdem ich erfolgreich Parkplatz Nr. 23 belegt hatte (affenschnell eingeparkt, als der Mann vor mir ausparkte), bin ich brav zum Empfang gedackelt, als ich plötzlich eine Riesenpranke auf meinen Schultern fand. “Ich dransein, du warten!”, sprach der russische Zuhälter mit Goldkettchen und Stiefeletten zu mir, und eingeschüchtert stellte ich mich hinter ihm an, um wenige Stunden Minuten später indiskret mitzuhören, dass er keine gültigen Aufenthaltspapiere besitzt und sich eigentlich bei der Empfangsdame für ALG II melden sollte. Leichtes unauffälliges Grinsen meinerseits …

Mit den ausgefüllten Unterlagen ging es dann zur Sachbearbeiterin meines Misstrauens Vertrauens, die mich inquisitorisch ca. 33x fragte, ob ich denn wirklich ab Herbst wieder arbeiten wolle, das Kind sei doch noch so klein, und überhaupt, warum denn Vollzeit etc …  Nachdem ich ihr 35x glaubwürdig versicherte, wir hätten eine Ganztagsbetreuung für alle Kinder und natürlich würde ich in Vollzeit einsteigen (am Ende berechnet sie noch das ALG in Anlehnung an eine Teilzeitbeschäftigung) – das Abklären von Voll- oder Teilzeit ist imho eine Sache, die mich und den AG betrifft und nicht das Arbeitsamt – las sie sich meine Unterlagen durch und wurde zunehmend, als hätte einer einen Hebel umgelegt, höchstfreundlichst. “Ach ja, Hochschulstudium, nein, klar, dass Sie nicht zu Hause sitzen wollen, wäre ja auch schade drum!” “Oh, Sie haben im Internet-Bereich gearbeitet, prima, dann können Sie ja auch Ihr Profil bei uns selbst pflegen!” etc …

Für die übernächste Woche habe ich jetzt ein Beratungsgespräch bei der Dame, die für Akademiker zuständig ist, darf schon einmal überlegen, was ich möchte (Sofortrente von 5000 Euro monatlich bis zum Lebensende), und überhaupt geht sie davon aus, dass ich bei meiner Qualifikation sowieso vor Oktober etwas finde, wenn ich die Kinder in meinem Lebenslauf verschweige und den Abschluss meiner Familienplanung durch glaubhaften Beleg einer Gebärmutter-OP dokumentiere. Schön zu hören, offenbar haben die Mitarbeiter einen Motivations- und Klientenrückenstärkungskurs belegt, und es war sogar noch Platz für ein kleines Schwätzchen über Berufstätigkeit und Kinder (wie sich herausstellte, hat sie selber welche). Nach diesem aufregenden Besuch fuhr ich einigermaßen erleichtert und beschwingt gen Heimat, als auf der Straße zum krönenden Abschluss noch eine Verkehrskontrolle erfolgte. Da ich in des Mannes Auto unterwegs war, wusste ich nicht, wo sich Reserverad, Verbandskasten etc … befinden Herr Polizist, ich leide unter parziellen Anfällen von Alzheimer und habe ein fieberndes Kind zu Hause, ich fuhr also brav rechts heran und lächelte völlig dämlich freundlich. Offenbar hatte der Herr Wachtmeister ein Einsehen mit mir, mein Lächeln war dümmlich freundlich genug, oder aber der Mann im PKW vor mir hatte genügend auf dem Kerbholz - jedenfalls lächelte der Herr Polizist freundlich zurück und ließ mich weiterfahren. Einfach so. Dann noch einen schönen Tag ;-)

Posted on Juni 17th, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »