Archive for the ‘Dies und das’ Category

Auf dem Bauernhof

Gestern waren wir beim wirklich wunderschönen Sommerfest des Hofes, der uns wöchentlich mit Obst und Gemüse beliefert. Wir wissen jetzt, wo die Dinge wachsen, die wir essen. Wie Rinderzucht nach Bioland-Kriterien funktioniert und wie aus Milch Joghurt und Käse werden. Die Preise waren mehr als sozial: Ein Euro fürs Ausreiten mit dem Pony durchs Gelände, 1,20 Euro für große Stücke Butterkuchen und 1,80 Euro für fair gehandelten Latte Macchiato. Die Kinder hatten enorm viel Spaß, die Milchkühe mit Kartoffeln zu füttern, und während ich stand und auf die Zweijährige wartete, die verzückt die kleinen Hühner beobachtete, stieß ich auf dieses Schild, das offenbar aus den 50ern an der Scheunentür übrig geblieben war. Nix mit Pe.epshow ;-)

Posted on Juli 10th, 2011 by admin  |  No Comments »

Offline

und ohne Telefon war ich, von einer Minute auf die andere. Das wäre ja nicht weiter schlimm, und ich könnte mich durchaus ein paar Tage mit Büchern, Zeitungen und anderen Medien vergnügen, aber berufsbedingt benötige ich meinen Internetanschluss dringend, zumal ich gerade in einer Schlusskorrekturschleife hänge. Der Anruf beim Provider brachte folgende Ratschläge: a) Ziehen Sie den Stecker der FritzBox raus und wieder rein (ja, was denkst du denn, was ich die letzte Stunde getan habe) und b) ziehen Sie alle Stecker, suchen Sie das dreigliedrige Verbindungskabel mit Y-Polarität und entkoppeln Sie den Splitter vom Netzwerk. (ähm ja, nein, wie war das jetzt?)

Das Ende vom Lied nach nochmaligem Anruf beim Kundenservice: Die FritzBox ist defekt, es wird eine neue zugeschickt. Das kann aber dauern. Frau P. wird nervös bis aggressiv. Ihr fällt Werbung von Prepaid-UMTS-Sticks in die Hände und sie denkt: Das ist es. Fährt in die Nachbarstadt, wo es in sieben (!) Läden keine UMTS-Sticks mehr zu kaufen gibt. Was machen die Leute denn nur damit? Im achten Laden gibt es zwar einen Stick, aber keine Frequenzen für meinen Wohnort. Im neunten Laden, dem Magenta-Riesen, dann einen sauteuren Stick, der auch funktioniert, aber fröhlich-beschwingtes Arbeiten mit Publishing-Software, die auf externen Servern läuft, sieht anders aus. Heute brachte der Paketbote dann endlich die neue Box, die sich auch ohne Auffinden des dreigliedrigen y-poligen Verbindungskabels problemlos anschließen ließ. Online, also bin ich. Heureka!

Posted on Juli 9th, 2011 by admin  |  No Comments »

Die beiden Seiten der Medaille

Podruga hat das Thema angestoßen, und es beschäftigt offenbar viele, wenn man sich die Anzahl der Kommentare anschaut. Und ich merke, dass ich mit meiner Zerrissenheit nicht allein bin. Mit drei Kindern hat man viele Möglichkeiten, zu arbeiten oder nicht zu arbeiten. Bei den ersten beiden Kindern haben der Mann und ich die Elternzeit geteilt. Das war einerseits sehr schön, jeder von uns hatte entweder den Vor- oder den Nachmittag mit den Kindern gemeinsam, und den Kontakt zur Arbeit haben wir trotzdem nicht verloren. Andererseits sind in dieser Zeit Kollegen rasant auf der Karriereleiter an uns vorüber gezogen, obwohl wir in den Stunden, die wir gearbeitet haben, unser Bestes gegeben haben. Und den süffisanten “Schönen Feierabend”, den mir die kinderlose Kollegin um 14 Uhr hinterherwarf, werde ich bis heute nicht vergessen. Viel zu schnell (nach 6 Monaten) wurde mir nach Kind 2 die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder Vollzeit als Produktmanager in deinem Bereich, denn da bist du gut, oder du machst nur noch Aushilfstätigkeiten. Ja, was tut frau da? Aushilfe sein, obwohl sie studiert hat und doch den Job liebt, den sie macht? Nein, sie arbeitet brav Vollzeit, heult sich auf dem Nachhauseweg vor lauter Sehnsucht nach dem Baby die Augen aus dem Kopf, pumpt in den Pausen fleißig Milch ab und beneidet die Tagesmutter, die derweil lauter spannende Dinge mit den beiden Kleinen erlebt (man neigt in solchen Situationen ja immer dazu, immer das jeweils andere zu beneiden). Bei Kind 3 gab es Elterngeld, und ich hatte mir vorgenommen, ganz egoistisch, wenigstens dieses eine Jahr mit dem kleinsten Kind zu Hause zu bleiben. Durfte ich dann auch. Und dank Auflösung des Unternehmens, in dem ich gearbeitet habe, sogar noch ein Weilchen länger. Mittlerweile arbeite auch ich wieder, freiberuflich, es passt ganz gut in den Tagesablauf, aber die Bezahlung ist dennoch schlechter als früher, weil ich alle Risiken wie Kinderkrankheiten u.ä. allein schultern muss und natürlich nicht ungebremst Aufträge annehmen kann, da die Nachmittage den Kindern gehören. Manchmal sehne ich mich nach einem “ordentlichen” Job, aber eine Bewerbung auf verantwortliche Positionen mit drei Kindern gestaltet sich ähnlich, als wolle man sich einbeinig als Fahrradkurier betätigen. Drei Kinder in der Bewerbung stören bei Männern nicht die Bohne. Und nu? Wer wollte das wissen? Keiner vermutlich. Nur: ich weiß nicht die ideale Lösung. Es gibt sie wohl nicht. Nur das dazwischen, das Beste daraus machen. Und weder das eine noch das andere vor sich hertragen. Als ich Vollzeit gearbeitet habe, begegneten mir nur glückliche Möhren- und Pastinakenmütter, die beteuerten, es gebe nichts Schöneres auf der Welt, als am Rand des Sandkastens zu sitzen und Dinkelstangen zu reichen. Als ich zu Hause war und zum ersten Mal eine richtig entspannte Babyzeit genoss, nervte mich die Umgebung mit der Frage, wann ich denn endlich wieder arbeiten wolle. Was ich weiß: Geld ist nicht alles. Liebe sicherlich auch nicht. Aber ich hoffe, dass es den meisten Menschen, die sich einmal geliebt haben, im Fall einer Scheidung gelingt, eine Lösung zu finden, mit der alle irgendwie leben können – emotional wie ökonomisch (auch wenn es in vielen Beiträgen so erscheint, als würden Männer in einem gewissen Alter gern Biobauern in Timbuktu (Danke, Iris Radisch) und ließen Frau und Kinder allein zurück)

Es liegt vieles im Argen. Das neue Scheidungsrecht ist sicherlich nicht prickelnd für Frauen, die jahrzehntelang zu Hause waren und sich um die Kinder gekümmert haben. Der Staat betrachtet Kinderbetreuung mittlerweile ähnlich wie die Haltung eines Haustiers als Privatangelegenheit, und rententechnisch sollte man eigentlich durchgängig von der Adoleszenz bis zum Klimakterium für Verhütung sorgen – ein Depp, wer aussetzt, um Kinder zu bekommen. Rentenansprüche erwirtschaftet, wer arbeitet. Wer die Menschen großzieht, die die Rente der Menschen von morgen zahlen, interessiert nicht. Aber ein Kind ist nun mal kein Einfamilienhaus und eine Mehrkindfamilie keine Reihenhaussiedlung. Und ich geh nun zum Schreibtisch an die Arbeit.

Posted on Juni 29th, 2011 by admin  |  No Comments »

Surreales

Die brummige Verkäuferin im Bioladen, die sonst nie, nie, nie einen Witz macht, kommentierte den Kauf eines Pakets Heu heute folgendermaßen: “Na, haben Sie sich was Leckeres zum Knabbern gekauft?” Todernst. Leichte Verwörrung meinerseits, bevor ich entgegnete: “Ja. Mit einem leichten Dressing aus Balsamico und Zitronensaft angemacht eine leckere Vorspeise.” Ebenso todernst. (ich wollte in diesem Kaurismäki-Film eigentlich gar nicht die Hauptrolle spielen.) Die ältere Dame hinter mir reckte neugierig ihren Hals. Inständig hoffe ich nun, sie kauft kein Heu, um es auszuprobieren. Hier heu(te) frische Schupfnudeln mit Zwetschgenkompott.

Posted on Juni 22nd, 2011 by admin  |  No Comments »

Nein.

Wenn die Lieblingsnachbarin vor mir steht und sagt, sie hat Krebs, gerät der Boden ins Wanken und die Frage nach dem Sinn des Ganzen wird ganz groß und laut. Die Hilflosigkeit ebenso, auch die Wut, und der verzweifelte Versuch, mit Kuchenbacken, Zuhören und Kinderaufpassen irgend etwas Sinnvolles zu tun, obwohl ich weiß, dass mein Rudern an der Peripherie wertlos ist. Die Nachbarn sind so alt wie wir, haben drei Kinder in unserem Alter, das jüngste ist gerade mal ein Jahr alt. Arschlochkrebs.

Posted on Juni 15th, 2011 by Ordinarylife  |  8 Comments »

Mathe vs. Leben

Wenn zwei Menschen für das Streichen eines Zimmers zwei Stunden benötigen, wie lange benötigen dann fünf Menschen, um das gleiche Zimmer zu streichen? (Hinweis zur Lösung: Beachte auch das Alter der Menschen!)

Posted on Juni 9th, 2011 by Ordinarylife  |  No Comments »

Regentagezeitvertreib

Mit dem großen Mädchen Papierreste aus der Schublade zu einem Kleid für eine vornehme Dame zusammenstellen. 24 Zimtschnecken backen (und nach und nach aufessen). Die Mini-Wassermelone, die uns die Biokiste ganz unökologisch letzte Woche ins Haus gebracht hat, mit Schafskäse und Basilikum vertilgen. Warum hat mir niemand vorher gesagt, wie lecker das schmeckt? Hmmm …

Feststellen, dass die Strickjacke im Bett liegt und das kleine Mädchen darauf schläft. Vielleicht gleich sofort neben Jacke und Kind legen und gleichfalls einschlafen. Gute Nacht!

Posted on Mai 31st, 2011 by Ordinarylife  |  No Comments »

It’s just Rain

An Tagen wie diesen, wenn der Mairegen ein lautstarkes Trommelkonzert auf den Dachfenstern veranstaltet, denke ich an einen kleinen, dicken Busfahrer in Irland. Irgendwo in den Galtee Mountains. Wir wollten mit dem Bus vom einen Ort zum nächsten fahren, es war Sommer, die Sonne schien, als wir den Bus bestiegen. Mittendrin öffnete der Himmel seine Schleusen und ein furioser Sommerregen ergoss sich auf die Gebirgskette, die Straßen und den Bus. Binnen Minuten floss das Wasser in großen und kleinen Bächen den Berg hinunter, an dessen Fuß die Straße entlangführte. Vor uns hielten die ersten Autos an, weil sie in den Wassermassen nicht weiterkamen, und der kleine dicke Busfahrer strahlte übers ganze Gesicht, öffnete die Bustür, stand mit leuchtenden Augen da und schaute zum Himmel. Ich weiß nicht mehr, ob er “Beautiful” rief, oder “Ain’t it lovely?”, aber man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, er höre einer virtuosen Komposition zu oder betrachte ein außergewöhnliches Kunstwerk. Schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, und während wohl alle Touristen im Bus glaubten, ertrinken zu müssen, riss er sich los, rief den Autofahrern zu, sie sollten doch zu ihm in den Bus steigen, bis der Regen vorbei sei, so ein Bus versinke nicht so schnell im Wasser wie ein Auto. Und darüber hinaus sollten sie sich nicht so aufregen, es sei ja nur Regen, come on guys, it’s just rain! Überflüssig zu erwähnen, dass der Regen, wie typisch irischer Landregen, nach weiteren zehn Minuten so jäh aufhörte wie er begann und die Sonne hinter den Wolken hervorkrabbelte. Für die liegengebliebenen Autos organisierte der kleine dicke Busfahrer noch einen Abschleppdienst und setzte seine Fahrt fort, als sei nichts gewesen. Und manchmal, wenn mir das Wasser bis zum Hals steht, denke ich “Come on guys, it’s just rain!” – im Rheinland würde man es wohl mit Et hätt noch immer joot jejange übersetzen. Busfahrer im irischen Hinterland, das wohl vorletzte Abenteuer der Menschheit!

Posted on Mai 31st, 2011 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Heute dann mal so

Schmorgurke mit Bulgur-Rosinen-Walnussfüllung, überbacken mit Tomatenscheiben, dazu Joghurt mit Minzeblättern. Dabei kommt das Gemüse aus der Region und ich halte es für komplett unschuldig, und gewaschen wird bei uns auch eigentlich gründlich, aber ich kann mich nicht ganz frei machen von all den Warnmeldungen. Und bei euch so? Gurkensalat und Tomaten mit Mozzarella von der Speisekarte gestrichen? Ich stelle fest, dass ich mittlerweile wochen- oder monatelang auf Fleisch verzichten kann, aber ein guter Tomatensalat, Gurke mit Dip etc., zumal wir uns mitten fast schon im Frühsommer befinden, die vermisse ich schon.

(und ich denke, da ist so viel aus dem Takt geraten in unserer Welt: zu viele Rinder auf zu engem Raum, zu viele Antibiotika, zu viel Gülle, überdüngte Felder, krankmachendes Gemüse, profitgierige Händler, Preiskämpfe, Lebensmittelpreise an der Börse gehandelt. Wer Lebensmittel herstellt und verkauft, trägt Verantwortung. Viel Verantwortung für viele Menschen. Und wo ist der Respekt vor der Nahrung geblieben? Vollgestopft mit Dünger, gefüttert mit Antibiotika und Antidepressiva?

Frage auch: warum Gurken aus Spanien, wenn Gurken aus der Region bereits reif sind? Immer mehr und immer billiger? Heute beim seltener werdenden Einkauf beim Discounter festgestellt, dass der Joghurt und die Milch vom Biohof nebenan nur 5 Cent pro Liter teurer sind als die Milch und der Joghurt aus dem Supermarkt. Vorsatz für die nächsten Wochen: den schrittweisen Ausstieg aus der Lebensmittelglobalisierung beschleunigen …)

Posted on Mai 28th, 2011 by Ordinarylife  |  8 Comments »

Traurige Statistik

Eben diese Zahlen gelesen. Ich geh mal ne Runde heulen. (diese Zahlen, klein und am Rande. Ebenso die Info, dass die befürchtete Kernschmelze in Fukushima eingetreten ist. Klein und am Rande. Manchmal verstehe ich die Relevanzzuschreibungen der Tagespresse nicht. Im Mittelpunkt heute stattdessen: Gurken)

Posted on Mai 27th, 2011 by Ordinarylife  |  No Comments »