Archive for the ‘Eine Runde Ärgern’ Category

Oh Mann!

Da haben wir letzte Woche um diese Zeit die glückliche Nachricht erhalten, dass die Einschulung ein Jahr später stattfindet – und heute dann erzählt uns die Kita-Leiterin, dass das Land die Eltern, die ihr Kind aus medizinischen Gründen ein Jahr länger dem Kiga anvertrauen, aus der finanziellen Trägerschaft des Landes entlassen will – sprich wir sollen den Kindergarten-Platz der Großen allein finanzieren. Sieht so Familienfreundlichkeit und Fokus auf frühkindliche Bildung aus? Wir zahlen bereits 300 Euro Kindergartengebühren, dazu 150 Euro Schul- und Ganztagsplatz plus Essensgeld für drei Tage. Wenn wir den Kitaplatz der Großen nun komplett allein übernehmen dürfen, sind wir bei satten 1000 Euro Kinderbetreuungskosten pro Monat. Und das bei eineinhalb mittleren Einkommen. Darf es sein, dass man für Kinderbetreuung fast ein Drittel seines Monatseinkommens hinblättert? Mehr als man für Nahrung ausgibt? Ich befinde mich gerade noch im “Das ist alles ein schlechter Scherz”-Modus, aber vermutlich überrollt uns irgendwann die Realität. Da ein Lottogewinn nicht in Sicht ist, kann ich ja offenbar nur meinen Job aufgeben und die Kinder zu Hause betreuen, denn mit den Monsterbetreuungskosten bleibt von meinem Gehalt sowieso nichts mehr übrig. War das so gedacht mit der Partizipation der Frauen am Arbeitsmarkt? Und für Autobahnen, Bahnhöfe, Steinkohle und Co. sind weiterhin Milliarden übrig.

Posted on März 1st, 2011 by Ordinarylife  |  16 Comments »

In den Tisch beiß ich gleich!

Heute kam Post von der Bezirk.sregierung. Mein Arbeitsvertrag. Fein so weit, aber: die wirklich relevante Information, nämlich die Vergütung, bereitet mir Kopfweh. Was im Vertrag steht, ist die Entgeltgruppe. Was fehlt, ist die Stufe. Davon gibt es nämlich vier, und zwischen der ersten und der letzten liegt eine Bruttodifferenz von sage und schreibe 1000 Euro. Mit der Bitte, diesen Vertrag asap zu unterschreiben, endet das Anschreiben. So, und nun gehts los. Telefonieren, Mails schreiben, Stirn runzeln. Und da auch noch Freitag ist, erreiche ich natürlich niemanden. Ich wusste doch, dass alles nicht einfach einfach sein kann. Und nun sage mir bitte keiner, ich solle doch froh sein, eine Arbeit zu haben – das bin ich auch. Aber ich muss Kindergarten, Mittagessen, Fahrtkosten und Co. auch finanzieren – und dazu brauche ich Planungssicherheit, sonst kann ich es gleich sein lassen … Ach … *tiefseufz*

Posted on Juni 11th, 2010 by Ordinarylife  |  4 Comments »

Huuaaah …

… wenn ich eines hasse, dann ist es das Reinfriemeln tausender Zeugnisse, Nachweise und Belege in diese Klemmschienen eleganter dunkelblauer Bewerbungsmappen. Sind die Dinger nur für Berufsanfänger geeignet? In die meisten Klemmschienen passen ca. 2-3 Seiten, und hat man mehr, seien es Arbeitszeugnisse, Belege über durchgeführte Trainings und Seminare u.ä., geht es los mit dem Schwitzen und Fluchen. Entweder ich schiebe elegant und zügig alles hinein und riskiere Eselsohren, oder ich mache es gründlichst und sorgsam, und dabei kann ich sicher sein, dass irgend ein Staubpartikel oder Fussel oder was weiß ich mit unter die Klemmschiene rutscht. Und wenn ich dann eine halbe Stunde lang gefummelt und gefriemelt habe und alles glücklich drin ist, stelle ich fest, dass ich, weil inzwischen schweißgebadet, Fingerabdrücke auf den Dokumenten hinterlassen habe.

Bitte liebe Büroartikel-Industrie: entwickelt doch mal was anderes, weniger Nervtötendes – ich werde es kaufen, garantiert versprochen!

Wobei – ich habe ja selbst schon Bewerbungsmappen gesichtet, und ehrlich gesagt habe ich nie auf Fussel unter Klemmschienen geachtet. Aber man sollte ja nicht von sich auf andere schließen …

Posted on April 28th, 2010 by Ordinarylife  |  7 Comments »

Lasset die Kinder zu mir kommen?

Gestern beim Schwimmkurs der mittleren Tochter: ich stehe mit drei Kindern in der Umkleidekabine und helfe dem mittleren Kind beim Umziehen, halte das Kleinste parallel davon ab, die Toiletten, Duschen und Waschräume auf Usability zu überprüfen und den Großen davon, mit der Mittleren auf dem feuchten Boden Fangen zu spielen, da geht die Tür auf, eine Mutter, die ich nur vom Sehen kenne, schiebt ihren Sprössling durch die Tür, reißt ihm eilig die Kleidung vom Leib und ruft “Tschüüüß, ich gehe jetzt einkaufen, du kannst ja bei der Frau mit den drei Kindern bleiben, die Mutter von X – ähm, wie heißen Sie überhaupt? Na ja, egal, Sie haben ja schon drei Kinder, da können Sie sicher noch auf eines mehr aufpassen!”

Verwirrt murmelte ich “Ähm ja, ich  heiße …, aber Sie können doch nicht …” – da war die Mutter schon verschwunden. Das Kind rief “Aber du kommst mich doch abholen, oder?!” Und da stand ich nun, mit vier Kindern. Wunderte mich auch nicht, dass besagtes Kind erst 10 Minuten NACH dem Kurs wieder abgeholt wurde. Und irgendwie ärgert mich das immer noch. Dass ich drei Kinder habe, heißt nicht, dass ich auch dreißig haben könnte, dass jeder Hans und Franz mir seine Kinder zum Beaufsichtigen an die Hand drücken könnte – und überhaupt. Ich.bin.nicht.Mutter.Theresa – und nur halb so nett, wie ich vielleicht aussehe … *grummel*

Posted on März 17th, 2010 by Ordinarylife  |  10 Comments »

So Tage

an denen ich meine Kinder wieder ins Bett schicken würde, damit sie noch  mal mit dem richtigen Bein aufstehen. Dauernebel bei minus sechs Grad, nirgendwo das kleinste Fitzelchen Sonnenschein, Amok fahrende Rentner, vor mir auf der Straße ein Toiletten-Häuschen-Transporter, der fitzelchenweise Toilettenpapier verliert (ich hoffe mal, ungebrauchtes), drei Kinder, die heute pausenlos ALLE GLEICHZEITIG etwas wollen und unmotiviert herumkreischen, davon eines völlig erkältet und armlastig, dazu ekliges Kopfweh und blöde Nächte … schön, dass auch solche Tage zu Ende gehen!

Posted on März 11th, 2010 by Ordinarylife  |  4 Comments »

Das Putzen und ich

Es soll ja Menschen geben, die sich beim Putzen herrlich entspannen, Aggressionen abbauen und in meditative Zustände gelangen können. Ich nicht. Definitiv nicht. Ich werde, je länger ich putze, um so aggressiver. Überall liegt irgend ein Krempel herum, der nicht weggeworfen werden darf, überall Dinge von Menschen im Haus, die wichtigere Dinge zu tun haben und sich nicht mit so banalen Dingen wie Aufräumen, Ausmisten und Aussortieren abgeben müssen. Und so steigere ich mich mehr und mehr in eine fürchterliche Wut hinein, schimpfe vor mich hin, zerre den Staubsauger hinter mir her, werfe schmutzige Bettwäsche durchs Treppenhaus, trete gern mal gegen das eine oder andere Plastikspielzeug, und heute ist mir beim Hin- und Herschieben der Vitrine sogar mein geliebter Ton-Engel heruntergefallen und hat Flügel und Zopf verloren. Professionelle Reinigungsfachkraft, das wäre so gar nichts für mich … aber vielleicht hat der Himmel ja auch ein Einsehen und schickt mir ein anderes Betätigungsfeld …

Posted on Februar 12th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Still searching for ..

… a quick answer. Kennen Sie das? Sie stehen an der Kasse, und von hinten wird der Einkaufswagen volle Kanne in die eigenen Hacken gerammt, besonders ärgerlich, wenn man gerade neue Lederstiefel trägt, besonders schmerzhaft bei Sandalen. Ich habe mich bereits einige Male umgedreht und erstaunt-erfreut gefragt: “Oh, wollen Sie für mich bezahlen? Dann lasse ich Sie gern vor!” An manchen Tagen rufe ich empört “Aua!”, und heute habe ich mich aufwändig zum Kind im Kinderwagen runtergebeugt und dabei mit meinem P.o. den schubsenden Einkaufswagen zurückgeschubst. Aber die ultimative Lösung für Kassendrängler ist mir noch nicht in den Sinn gekommen …

Posted on Januar 8th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Geschnipseltes

* ich liebe unsere Mittagspausen. Zwischen 14 und 15 Uhr schlafen entweder alle Hausbewohner oder gehen einer stillen Tätigkeit wie CD-Hören (in Zimmerlautstärke), Bilderbuchbetrachten oder Malen nach. Die Siesta ist zur Routine geworden, und ich werde ihr ab Herbst, wenn die Schule losgeht und ein wie auch immer gearteter Job, sehr hinterhertrauern.

* ich hadere: habe mich auf Jobs beworben, die zwar spannend sind, aber nur halb so gut bezahlt wie meine letzte Stelle. Berufsanfänger-Gehalt, würde ich sagen. Dabei arbeite ich seit 11 Jahren. *heul* sicher, in Zeiten der Wirtschaftskrise darf man nicht wählerisch sein, und eine Wochenendbeziehung mit Top-Job in Karlsruhe oder Berlin kann ich mir auch nicht so recht vorstellen, aber irgendwie arbeite ich doch nicht nur aus Spaß, sondern auch, weil es Geld in die Familienkasse bringen soll. Alles Scheiße, deine Elli ….

* ich mag unsere Jüngste nicht ab August in die Kita schicken, auch wenn die Gruppe noch so toll ist, das Gelände babytauglich gemacht wird und sie bei weitem nicht die Kleinste sein wird. Ich mag nicht – aber ein Spendenaufruf für ein weiteres Jahr Zuhause-Betreuung ist wohl aussichtslos … warum ist Leben eigentlich so teuer?

* ich erwische mein Selbstwertgefühl des öfteren dabei, sich stundenlang im Keller zu verschanzen. Warum eigentlich? Weil ich seit 12 Monaten kein wichtigeres Projekt geleitet habe als meine verrückte Familie? Weil das Dasein gemeinhin daran gemessen wird, was der Mensch an entlohnbarer Arbeit leistet? Ich demnach nichts leiste?

* Das dritte, verschnupfte, zahnende und weinende Kind wird wach und ich muss wohl mal den Stöpsel ziehen in meinem Bad aus Selbstmitleid ;-)

Posted on Juli 21st, 2009 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Das Herr-Taschenbier-Syndrom

Irgendwo beim Sams gibt es eine Szene, in der Herr Taschenbier auf dem Markt steht und am Gemüsestand freundlich seinen Wunsch vorträgt. Niemand hört ihn aber, und alle drängeln sich vor. Und als Herr Taschenbier endlich gehört wird, gibt es nur noch welke Salatblätter und gammelige Möhren. An manchen Tagen leide ich auch unter dem Herr-Taschenbier-Syndrom: ich stehe mit Matilda an der Kasse vom Supermarkt und warte auf die Kassiererin. Hinter mir, wohlgemerkt HINTER mir, eine ältere Dame mit drei Fleischpaketen, die gereizt losmarschierte, um die Kassiererin aufzutreiben. Die kam dann auch, woraufhin sich die Fleischpakete samt Dame VOR mich stellten, die Ware landete auf dem Band, ich sagte perplex: “Aber ich stand doch zuerst hier!” Niemand hörte mich, obwohl ich nicht gerade leise gesprochen hatte. Nun ja, aber was tut frau, wenn Worte nichts mehr nutzen? Handgreiflich werden mag ich nicht – und so latente Aggressionen wie mit Kinderwagen in die Hacken fahren finde ich eigentlich auch kindisch. Vermutlich brauche ich einfach ein Sams …

Posted on Juli 8th, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »

Ein Hoch auf den Kloreiniger!

So richtig blöd ist es, wenn man zum Samstags-Shopping seine wunderschöne, supergut passende weiße funkelnagelneue Hose anzieht, in der Eisdiele aus wohlweislicher Rücksichtnahme auf Eis verzichtet (was mir Eistante persönlich sehr sehr schwer fällt) und dann das größte Kind sein Hörnchen mit Engelblau und Schokolade GENAU auf just diese sorgsam gehütete weiße Hose fallen lässt. Nicht nur dass frau ausschaut wie bekotzt, nein, dieses fiese Schoko-Eis hat die ungute Eigenschaft, absolut unlösliche Flecken zu hinterlassen. Also bekam die Kindsmutter gestern eine mittelschwere Krise und das Hosenbein abends hintereinander Sauerstoffreiniger, Gallseife, Fleckensalz und Fleckenteufel Schokolade zu sehen. Da nichts half, habe ich zutiefst verzweifelt zum Schluss Toilettenreiniger drüber gekippt, Hose war ja eh hinüber … dachte ich … aber, oh Wunder, nach einer Viertelstunde hatten sich die Flecken in Luft Chlor aufgelöst. Funktioniert aber wohl nur bei weißen Flecken …

Posted on Juni 28th, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »