Archive for the ‘Eine Runde Ärgern’ Category

Hausfrauenjammer-Content

Achtung, es folgt höchst Banales, nämlich übers Putzen, Schmutzigsein und mein Problem damit: Ins Rollen gebracht hat mein Gedenke der wochenendliche Besuch der kinderlosen Freunde. Ich habe den halben Freitag und Samstagvormittag damit verbracht, in der Wohnung klar Schiff zu machen, was mit einem nörgeligen, fiebrigen Baby nicht ganz einfach ist – aber ich war am Ende zufrieden mit meinem Werk. Aus irgend einem Grund kam man während des Wochenendes auf das Thema “Saubere / aufgeräumte / durchgestylte Wohnung”, und seitens des Besuches fiel die Bemerkung, wie wir das aushielten, in so einem Chaos zu leben, sie seien ja froh, nur zu Besuch zu sein. Bin ich empfindlich, oder ist es gerechtfertigt, da gekränkt zu sein? Ja, in unserem Bücherregal stehen die Kinderbücher schief und krumm nebeneinander, weil sie ständig herausgezogen und wieder eingeräumt werden. Im Wandregal schiefe Spielestapel, aus dem selben Grund. Auf dem Wohnzimmertisch drei verschiedene Vasen mit verschiedenen selbstgepflückten Blumensträußen der Kinder, auf der Spüle trocknet die Acrylfarbe auf den aus Styropor gebastelte Entchen, auf der Anrichte liegt eine Stein-Kollektion, von denen kein einziger weggeworfen werden darf - aber: der Fußboden war sauber, die Küche auch, das Geschirr ebenfalls und die Wäsche gewaschen und im Kleiderschrank. Bin ich ein Schwein, sehe ich das Chaos nicht mehr? Als ich noch allein lebte, sah es sicherlich anders aus bei mir: das Sofa war fleckenlos, die Bücher- und CD-Regale sortiert und Besuch konnte jederzeit und ohne Vorwarnung hereinplatzen. Aber bislang war ich immer davon ausgegangen, dass Besuch kommt, um mich zu besuchen und nicht mein unaufgeräumtes Buchregal. Heute beim allabendlichen Aufräumen habe ich plötzlich losgeweint, weil ich die Wohnung nicht mehr mit meinen Augen, sondern denen meines Besuches gesehen habe – und sie mir hässlich, chaotisch und unaufgeräumt vorkam. Zudem liegen alle 3 Stunden neue Brot-, Keks- und Sandberge irgendwo herum und das Baby kleckert fleißig mit Obst- und Hirsebrei, ganz zu schweigen von den Milchspuckeflecken. Wie macht ihr das, ihr Leute mit Kindern? Augen zu und durch? Kinder vor die Glotze und jeden Tag Großreinemachen? Putzfrau wöchentlich kommen lassen? (ist aber auch ein teurer Spaß, oder?) Oder – vielleicht besser so: nur noch Menschen mit Kindern einladen, die wissen, dass Chaos der Normalzustand und Kosmos das Ende einer langen Entwicklung darstellt? *hausfrauenjammermodusoff*

Posted on Juni 17th, 2009 by Ordinarylife  |  5 Comments »

Spießbürgerliche Trauer

aussicht

Sooo schön sieht es derzeit noch aus, wenn ich aus dem Fenster schaue, aber seit ein paar Wochen haben wir einen Bauplan, der eine Bebauung der Wiese direkt hinter unserem Garten vorsieht *schnief* – und dann stehen demnächst ein paar dicke Häuser mitten in dem schönen Grün. Ich weiß ja, dass das passieren kann, dass das immer irgendwo passiert (siehe “Maulwurf Grabowski”), aber ein ganz klein wenig spießbürgerlich trauern kann ich schon …

Posted on Juni 6th, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »

Grumpf …

Gestern klingelte das Telefon, am anderen Ende der Leitung ein Mitarbeiter der AOK (nein, ich bin nicht Mitglied dieses Vereins), der mir anbot, über die attraktiven Service-Leistungen der AOK zu informieren, mich fragte, ob er das in Zukunft vierteljährlich tun dürfe und ungefragt darüber informierte, dass die AOK die service-orientierteste Krankenkasse in ganz Deutschland sei. Dreimal entgegnete ich mehr oder weniger geduldig “Nein, ich bin mit meiner Krankenkasse vollauf zufrieden!”, aber irgendwann brodelte es in mir. Woher hat die AOK meine Telefonnummer? Wer hat ihren Mitarbeitern erlaubt, mich anzurufen? Und was zum Teufel wollen die von mir? Die Krankenkassen-Leistungen sind doch sowieso zu 98% gesetzlich festgelegt, ebenso der Krankenkassen-Tarif. Schön, dass die AOK, weil die größte KK in Deutschland, vom Bundessozialministerium so viel Geld pro Versichertem für aufwändige Plakat- und Zeitschriftenwerbung erhält, weniger schön allerdings, dass AOK-Patienten noch länger als andere beim Arzt warten müssen, weil die Versicherung mit Leistungen für ihre Versicherten teilweise noch mehr geizt als andere. Und am allerwenigsten schön, dass meine Adressdaten von Ichweißnichtwem einfach so weitergegeben werden, damit ich samstags meine Zeit damit verplempern muss, mir ein Ohr von Callcenter-Agents abkauen zu lassen zu Themen, die für mich sowieso ein rotes Tuch sind.

Posted on Mai 24th, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »