Archive for the ‘Familie’ Category

Muss ich mir Sorgen machen …

… wenn der Sohn “Jim Knopf” schaut, mir etwas über Frau Mahlzahn erzählen möchte und statt Frau Mahlzahn versehentlich Frau *Nachnamederklassenlehrerin* sagt? Ist das jetzt eine klassische Freudsche Fehlleistung, oder beliebte das Kind zu scherzen?

Posted on Februar 4th, 2010 by Ordinarylife  |  No Comments »

Ich, Mutter, schizophren

Seit eineinhalb Wochen besucht auch das kleinste Mädchen nach einer monatelangen Eingewöhnungszeit für ein bis zwei Stunden am Tag den Kindergarten. Die mittlere ebenfalls, der Große geht zur Schule. Nun sollte man meinen, ach wie schön, endlich Zeit für mich. Ist aber nicht so. Gluckenmäßig vermisse ich die Kinder, insbesondere das Kleinste, bereits drei Minuten nach der Abgabe. In der Zeit, die ich eigentlich zum Auffrischen meiner Studieninhalte nutzen wollte, denke ich, während ich lese und Notizen mache, ständig darüber nach, wie es ihr wohl geht, ob sie auch nicht weint, was ich stattdessen hier mit ihr machen würde etc …  Hätte mir das je irgendwer erzählt, hätte ich es nicht geglaubt, jetzt bin ich selbst so. Geht das noch mal weg, dieses Eva-Herman-Syndrom?

Edit: Madämsche war heute bereits nach einer Stunde wieder da, da verfiebert und weinerlich. Ich muss mir High Speed Reading angewöhnen. 150 pph (pages per hour) oder so …

Edit 2: ich muss aufhören, vor Freude zu heulen, wenn sie wieder zu Hause ist. Was soll das Kind denn von mir denken?

Posted on Januar 20th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Eislaternenzeitvertreib

Für ein kleines Ah und Oh muss man nur ein wenig Geduld haben und gern in kaltem Eis rumprukeln. Man nehme einen Eimer Wasser, warte, bis selbiges am Grund und an den Wänden des Eimers gefriert, schlage die Eisschicht an der Oberfläche ein, kippe das noch flüssige Wasser in der Mitte ab, klopfe den entstandenen hohlen Eisblock aus dem Eimer (geht am besten mit lauwarmem Wasser) und stelle ein Teelicht hinein. Vermutlich kann man das Ding draußen auch als Salat- oder Dessertschüssel verwenden, aber bei den Temperaturen bevorzugen wir im Wohnraum zu speisen …

eislaterne

Posted on Januar 13th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Pffff ….

Was sagt man, wenn der Sechsjährige fragt, ob Männer eigentlich böser sind als Frauen, weil er seit einiger Zeit morgens mit dem Papa die Nachrichten im Radio lauscht und die vermeldeten Straftaten zu 80% von Männern begangen werden? Hmm nein, ja, nein, also so pauschal sagen kann man das nicht, und auch Frauen können böse sein, stehlen, morden, schlagen und beleidigen. “Aber die großen Sachen, das machen doch nie Frauen!”, insistierte der Sohn. “Warum nicht?” Hm ja, warum nicht? Weil sie weniger schnell wütend werden? Weil Männer stärker sind? Weil sie historisch betrachtet irgendwann mal am längeren Hebel saßen und diesen Anspruch nun mit Gewalt zurückerobern wollen? “Ist das vielleicht einfach so von Geburt an bei Männern?”, fragte der Sohn schließlich, etwas verstört und beunruhigt über sein eigenes Gedenke. Hmm, vielleicht ist es einfach so, dass Jungs und Männer sich schneller von Gewalt faszinieren lassen als Mädchen? Bei uns wird nicht gehauen, getreten oder mit imaginären Waffen geschossen, und außer Sandmann, Fritz Fuchs, Lauras Stern und Heidi gibts seitens der Massenmedien nix Verderbliches für die Kinderseele - trotzdem hat der Sohn manchmal Macho-Allüren, die Töchter nicht.  “Ob ich auch so werde?”, grübelte der Sohn abschließend noch laut. Ich habe ihn in den Arm genommen und gesagt, hoffentlich und ganz sicherlich nicht, denn Jungs, die Triple Chocolate Cookies backen und anschließend die Spülmaschine ausräumen, die Vögel, Schnecken und Marienkäfer füttern und sich dafür einsetzen, dass Mädchen überall auf der Welt genau so viel essen können wie Jungs, die dürfen einfach nicht gewalttätig werden, wenn sie groß sind. Ob meine Rechnung aufgeht, weiß ich nicht – und manchmal befällt mich in kalten unruhigen Nächten die Sorge um die Zukunft meiner Kinder. Drogen, Gewalt, Arbeitslosigkeit, Umweltkatastrophen … in solchen Nächten frage ich mich, ob ich mit den Kindern genügend ausdrücklich meine Werte lebe, ob sie der Welt gewachsen sein werden, wenn sie groß sind, weich genug, empathisch zu sein, hart genug, ihren eigenen Weg zu finden, fröhlich, ohne haltlos zu sein, ernst, ohne in Depression zu versinken. Ach, Elternsein ist manchmal aber auch eine Kopfgeburt …

Posted on Januar 5th, 2010 by Ordinarylife  |  1 Comment »

Die verlorene Leichtigkeit

Vorab: ich liebe meine Kinder, und ich liebe mein Leben, und ich möchte um nichts in der Welt auf sie verzichten. An manchen Tagen aber vermisse ich diese Leichtigkeit, mit der ich früher durchs Leben gegangen bin. Die Möglichkeit, einfach so aus dem Haus zu gehen, ohne Windeln, Feuchttücher, Apfelschnitze und Trinkflasche einzupacken, die Gelegenheit, nachts bis um zwei in der Kneipe zu hocken, im Wissen, dass man am nächsten Morgen die Vorlesung schwänzen kann und nicht um halb sechs von ein bis drei süßen Wesen geweckt wird, das In-Den-Tag-Hinein-Leben ohne Geldsorgen (für mich allein hat mein Verdienst immer gereicht), endlose Frühstücke ohne Diskussion, ob jetzt die Sendung mit der Maus geschaut wird oder nicht, das Theater, Museum, die Oper. Nicht dass ich als Mutter ständig schwermütig und sorgengeplagt durch die Gegend liefe, aber die völlige Sorglosigkeit mancher Studententage, die ist dahin. Ob sie je wiederkommt, wenn die Kinder groß sind, oder ob die alten Knochen später so schwer und müde sind, dass an Leichtigkeit nicht mehr zu denken ist?

Posted on Oktober 12th, 2009 by Ordinarylife  |  3 Comments »

Klugscheißer

Gestern rief ich dem großen Tochterkind – neben einigen anderen Dingen – noch hinterher, es möge sich doch noch bitte eine Jacke anziehen, bevor es in den Garten ging. Statt “Jaja” antwortete sie diesmal ganz einfach: “Aber das hörte die Krähe schon nicht mehr, denn sie war schon tief drinnen im Krähenwald” – sprachs und marschierte ohne Jacke nach draußen. Das hat man nun davon, wenn man Kindern solche Geschichten vorliest …. (Danke, liebe Uta, für den Lesetipp!)

Posted on September 17th, 2009 by Ordinarylife  |  2 Comments »

Strohwitwe

Der Mann weilt seit heute Nachmittag mit den beiden großen Kindern in Berlin. Nachdem ich Gluckenmutter auf dem Sofa ein paar Tränen des Vermissens vergossen habe und rastlos im gesamten Haus herumgelaufen bin, habe ich mich gefragt, was ich allein mit Baby denn so tun kann. Nach ausführlicher Bespielung und Babybad sitze ich mit selbstgebackenem Weißbrot, Lachs (den mag der beste aller Männer nicht) und einem Gläschen Sekt (letzte Stillmahlzeit für heute beendet) vor dem Notebook und fühle mich immer noch fürchterlich einsam. Ich stelle fest: ich mag Alleinsein nicht, und im Alter werde ich in eine Rentner-WG oder ein Mehrgenerationenhaus ziehen. Diese Ruhe geht mir tierisch auf den Keks ;-)

Posted on Juli 9th, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »

Sprachstörungen

“Wenn du der Schwatze nicht am Kanz ziehst, tatzt sie dich auch nicht mehr mit ihrer Kratze!”, sprach die hitzeverwirrte Mutter gestern zu ihrer Tochter. Gut, dass Mütter nicht mehr zu Sprachstandserhebungen müssen …

Posted on Juli 1st, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »

Beim Plaudern gelauscht

Das Paulakind ruft: “Ein Flugzeug, ein Flugzeug am Himmel, mit dem wir in die Ferien geflogen sind!” Der große Bruder – ganz altklug: “Nein, Paula, du bist doch in deinem Leben noch gar nicht mit dem Flugzeug geflogen! Mama war zuletzt in Italien, als ICH noch im Bauch war. Du warst doch damals noch im Himmel! Aber vielleicht ist das Flugzeug oben an dir und Matilda vorbeigeflogen, und ihr habt uns gesehen!”    *hach*

Posted on Juni 26th, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »

Familie Amsel

Wir wohnen derzeit zusammen in einer Wohngemeinschaft mit weiteren drei Kindern: Frau und Herr Amsel haben sich wohl im Winter, als sie von unseren Kindern ständig mit neuem Futter versorgt wurden, gedacht, es sei sehr sinnvoll, in unserer Nähe zu bleiben und ca. 70 Zentimeter von unserer Terrassentür entfernt, mitten in den Rosenranken auf Erwachsenen-Augenhöhe (sehr cleverer Schutz vor den umherstreunenden Nachbarskatzen) ein Nest zu bauen. In diesem Nest sitzen seit ein paar Tagen drei hungrige Amselkindchen, die von Mama und Papa tagaus tagein mit Regenwürmern versorgt werden. Das ist spannend zu beobachten und bisweilen etwas gefährlich, da Mama und Papa Amsel nichts anderes im Kopf haben als ihre Jungen und häufiger mal rasant im Sturzflug mit Regenwurm im Mund nur haarscharf an unseren Köpfen vorbei zum Nest düsen. Nach anfänglichen Ressentiments (“Fressen die auch wirklich nicht zu viele nützliche Regenwürmer?”) und vergeblichen Versuchen, die Amseln zum Vegetarismus zu überreden (“Wollen wir ihnen nicht Rosinen und Gras hinstellen?”), haben die Kinder die Nahrungspyramide jetzt akzeptiert und freuen sich über die neuen Mitbewohner, die übrigens trotz aller Versorgungs-Mühen noch Zeit haben, aufs Dach zu flattern und dort Liedchen zu trällern (auch Eltern brauchen mal ne Auszeit ;-) …)

Unten ein Suchbild: irgendwo dahinter das Nest, ich wollte das junge Glück nicht stören …

amselnest

Posted on Juni 22nd, 2009 by Ordinarylife  |  No Comments »