Im Regen getanzt …

… hätte ich gestern Abend gern, aber da gab es ja noch diese heftigen Gewitter, die mich dann doch nur von innen das Schauspiel haben bewundern lassen. Es ist herrlich frisch draußen, der Himmel blau, der Wind kühl und kräftig und es duftet nach Sommer, Lavendel, Wildrosen und sauberer Luft! Die Gartenkräuter sind wieder annähernd grün und stehen aufrecht, die Kinder haben zur Abwechslung etwas länger geschlafen und ich verdränge gerade gepflegt, dass mir die Tochter eben erzählte, ein Kind aus ihrer Kindergartengruppe, “das, mit dem ich auf dem Schaukelpferd saß”, habe gestern in hohem Bogen gek.o.t.zt. Bitte, lass es Phantasie sein, oder eine Folge zu heftigen Schaukelpferdreitens, Noro and Rota and whoever you are, go home!

Posted on Juli 15th, 2010 by Patricia  |  No Comments »

Heiß

Nicht nur draußen, sondern auch drinnen und noch dazu die Körpertemperatur. Nachdem die Kleinste das Fieber ohne alles bekämpft hatte, lagen an den darauf folgenden Tagen die beiden anderen Geschwister flach – mit ähnlich atemberaubenden Temperaturen (40,5 war der Durchschnitt) wie die Kleine. Dazu gesellte sich dann noch Kopf- und Halsweh – und verbunden mit der Schwüle der letzten Tage war das alles nicht so ganz lustig … Mittlerweile sind wir alle wieder bei Normaltemperatur angelangt – also nicht draußen, da geht es weiter mit der Affenhitze – und heute beginnen die Ferien, und die Bücher auf dem Schreibtisch, die ich eigentlich noch durchgearbeitet haben wollte, bevor die lieben Sieben Drei hier sechs Wochen das Haus unsicher machen, sind nur an- und keineswegs durchgelesen. Und da war es wieder, das schlechte Gewissen, das Gefühl der Unzulänglichkeit, die leichte Verzweiflung, weil die Ansprüche viel zu hoch sind und die Realität zum Tiefstapeln zwingt.

Posted on Juli 14th, 2010 by Patricia  |  2 Comments »

Und da war es wieder …

… das Fieber. Zwischen Fieberkrampf und heute liegen zwei Monate, in denen das kleine Kind zwar auch mal Fieber hatte, aber nicht mit einer solchen Heftigkeit. Von 39 Grad am Morgen kletterte das Fieber trotz Ibuprofen- und Paracetamolgabe im Wechsel plus Wadenwickel nach dem Mittagsschlaf auf astronomische 40,6 Grad. Während ich mit der Kinderärztin telefonierte, um in Erfahrung zu bringen, ob man die Dosierungsvorgaben für Fiebermittel kurzfristig überschreiten dürfe, verdrehte das Kind verdächtig die Augen und wurde sehr sehr apathisch. Dabei blieb es dann aber glücklicherweise auch – kein Krampf, nur Fieber, Fieber, Fieber und ein kleines, äußerst mattes Kleinkind. Ich habe das Kind danach nicht mehr von meinem Arm gelassen, nur gesessen, gekühlt, getupft – bis der Allerbeste kam (ich habe es heute nicht einmal mehr geschafft, allein zu sein mit meiner Angst) und wir zur Kinderärztin fuhren. Das Kind hat nichts. Nur Fieber. Zwischendurch – bei “nur” 39,7 – war es fast wieder das Alte, mittlerweile sind wir wieder bei 40,2. Ich fühle mich wie vom Panzer überrollt – und in meinem zermatschten Hirn veranstalten Sorgen und klamme Gedanken eine wüste Kakophonie.  Das Kind war im Schnitt die letzten zwei Monate alle eineinhalb Wochen krank – kann man das einem Arbeitgeber erklären? Selbst wenn ich nur die Hälfte davon übernehme, käme ich alle drei Wochen auf Krankheitstage. Würden wir eine talentierte, kinderfreundliche Ersatzoma finden, die das Kind auch kränkelig betreut, käme die mit einem fieberkrampfenden Kind klar? Welche Drogen nimmt eigentlich Ur.sula von der Ley.en? Heid.i Kl.um? Müssen die nie weinen? Kann es nicht mal regnen?

Posted on Juli 8th, 2010 by Patricia  |  6 Comments »

Hihi …

Genau DAS hätte MIR auch passieren können … (nennt man das nun pragmatisch, realitätsnah oder pessimistisch?) – und nein, eigentlich ist das hier ein fußballfreies Blog, nur diese eine Schlagzeile ;-)

Nach der Rückkehr vom Duell in der Vorschlussrunde in Kapstadt konnte die siegreiche Truppe nur noch eine Nacht in ihrem Quartier im Hilton-Hotel in Sandton verbringen. Oranje hat dort einen Monat gewohnt. Der niederländische Verband KNVB gab an, bei der Buchung nicht damit gerechnet zu haben, dass das Team soweit kommen würde.

(Quelle: ZEIT über den WM-Finalisten Oranje)

Posted on Juli 7th, 2010 by Patricia  |  No Comments »

So viel …

… derzeit um die Ohren, dass die Zeit zum Nachdenken, Spüren, Hören fehlt. Hier im Blog großes Schweigen, im Leben draußen viel Veränderung. Read the rest of this entry »

Posted on Juli 7th, 2010 by Patricia  |  5 Comments »

Kettensägen-Massaker

Der Nachbar von gegenüber schneidet seit sechs Uhr heute Morgen die Hecke. Dschimm, dschimm, dschimm – fein, exakt, gerade und kurz. Das Töchterchen sitzt am Frühstückstisch, löffelt sein Müsli und lauscht dem Getöse. Plötzlich und unangekündigt völlige Stille. Das Kind hält inne, runzelt die Stirn und sagt: “Oh, offenbar hat er zum Schluss sich selbst durchgesägt!?”

Disclaimer: Das Kind ist nicht einmal fünf. Wir schauen nur Sandmännchen und ab und an Lauras Stern. In unserem Haushalt gibt es ausschließlich Bilderbücher mit friedlichem Inhalt. (Den Nachbarn sah ich glücklicherweise kurze Zeit später im Garten. Unversehrt.)

Posted on Juni 29th, 2010 by Patricia  |  4 Comments »

Im Sommer

- schläft das jüngste Kind nicht vor 21 Uhr ein und erwacht dennoch zwischen 5 und 6 Uhr am Morgen.

- erklärt das mittlere Kind ständig, dass es schwitzt (O-Ton sssswitzt) und gern nackischt herumlaufen möchte. (im Garten ja, auf der Straße dann doch eher nicht)

- hält das große Kind alle 10 Minuten seinen Kopf unter die Gartendusche.

- Mag man mittags gar nichts Warmes mehr essen.

- Kocht man Limonaden aus Zitrusfrüchten, die in Sekundenschnelle inhaliert werden.

- Ist das Auto drinnen viel zu warm.

- Hört man häufig das Martinshorn.

- Wird man etwas matschig im Kopf, vergisst so einiges und hat Wortfindungsstörungen wie am Anfang der Stillzeit.

- Sitzt die Amsel bis 23 Uhr am geöffneten Dachfenster und singt so laut, dass das Babyphone ihr Zwitschern überträgt.

- Kann man sich nicht vorstellen, wie es sich anfühlt zu frieren.

- Macht man Fruchteis am Stiel und färbt damit weiße T-Shirts im Batik-Look.

- Feiern alle Schulen und Kindergärten Sommerfeste und bitten um Kuchenspenden. (die Wärmewirkung eines Backofens bei 33 Grad Außentemperatur ist nicht zu verachten …)

- Möchte man gern die Nacht mit Rotwein und Decke im Garten verbringen und die Sterne anschauen und tut es doch nicht, weil siehe oben.

- bekommt man Fernweh und wünscht sich ganz schnell ans Meer, an schottische Steilküsten, nach Irland im Sommerregen, in weißverputzte Hotels auf Malta, auf einen quirligen Marktplatz in Italien.

- sollten Menschen um die 50 mit Bauchansatz besser nicht mittags um 12 joggen (und alle anderen bitte auch nicht) – ich bestelle im Geiste immer schon den Krankenwagen, wenn ich an ihnen vorbeifahre.

- sollte man weniger im Internet surfen. (damals schob mein spanischer Kollege den Einbruch des Internet-Portalgeschäfts immer auf die heißen Sommer in seinem Land)

Posted on Juni 28th, 2010 by Patricia  |  3 Comments »

Fleischliches

Eben, die Kartoffeln und Möhren für die Tortilla anbratend, ging mir durch den Sinn, dass es auf unserem Herd oft so ausschaut:

Kiloweise Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Reis, frisches Brot, am Wochenende manchmal ein wenig Kurzgebratenes, Hackbällchen oder auch mal ein Grillwürstchen – aber so gut wie nie Sauerbraten, Fleischrouladen, Kalbshaxe und die üblichen Verdächtigen der guten deutschen Küche. Das liegt zum einen daran, dass gutes Fleisch nicht ganz günstig ist und ich den übermäßigen Fleischkonsum aus Massentierhaltung für ökologischen Wahnsinn halte, zum anderen aber auch daran, dass in meiner Herkunftsfamilie eindeutig zu viel Fleisch gegessen wurde, ich nicht das glücklichste Kind war, es mir oft nicht geschmeckt hat und ich mit meinem Auszug nicht nur meiner Traurigkeit, sondern auch Blut- und Leberwurst, Schweinsbraten und Hoher Rippe Adieu gesagt habe. Und zu guter Letzt bin ich nicht so gut im Hantieren mit großen Fleischstücken – zu rot, roh und blutig … Die Kinder essen mein Essen gern (wenn die Gesundheit ordentlich und appetitlich verpackt ist ;-) … aber ich frage mich, ob sie diese Hausmannsküche vermissen und irgendwann, wenn sie groß sind, angewidert dem Gemüse abschwören und mit ihren Kindern in Sauerbraten-mit-Knödel-Orgien schwelgen. Vermutlich ist es wie mit so vielen Dingen: manche werden sie aus Protest ablegen, andere beibehalten, wieder andere dreimal überdenken und ihren eigenen Weg finden – manchmal würde ich gern durchs Schlüsselloch der Zukunft blicken, aber wenn ich es mir recht überlege, eigentlich doch lieber nicht …

Posted on Juni 28th, 2010 by Patricia  |  2 Comments »

An mein Herz, Süße …!

Heute Mittag beim Anschnallen des großen Töchterchens stieß ich mir den Kopf am Türrahmen des Autos. “Aua, Mama, das tat weh, nicht wahr? Das lag bestimmt daran, dass du heute Nacht wieder ein Stück gewachsen bist!”, tönte es mir aus dem Auto entgegen. Man sagt ja immer, Kinder spiegeln – ich warte auf den Tag, an dem sie mir erzählen, dass ich sicher nur so schlecht gelaunt bin, weil ich schlecht geschlafen habe …

Posted on Juni 24th, 2010 by Patricia  |  1 Comment »

Späte Einsicht

Manchmal dauert es lange, 30 plus X Jahre, bis einem manche Dinge auffallen, Charaktereigenschaften, die das Leben nicht unbedingt einfacher machen. Heute – bei meinen einzigen 30 Minuten Freiheit pro Woche, die ich im Schwimmbad verbringe – ging mir auf, dass sehr viel der Unzufriedenheit, Zerrissenheit, des Verknotetseins, das mich manchmal überfällt, einer Kompromisslosigkeit entspringt, mit der ich mir selbst das Leben schwer mache. Also – ich kann hervorragend Kompromisse schließen: mit meinen Kindern, mit dem Mann, mit Freunden, allein mit mir selbst schaffe ich es nicht. Wenn ich eine Arbeit anfange, möchte ich sie 100% machen, seit ich Kinder habe, möchte ich (wie alle, die ihre Kinder lieben) ihnen eine Kindheit bieten, an die sie gern  zurückdenken, mich frustriert es, wenn Dinge, die ich anfange, nicht so werden, wie ich es mir vorgestellt habe – selbst wenn es Kleinigkeiten sind. Und so sitzen da viele kleine halsstarrige Subpersönlichkeiten in mir und beharren auf ihrem Recht, sind nicht bereit, ein Stück weit von ihren Ansprüchen abzurücken – und das große Ich drumrum bekommt Kopfweh ob dieser aussichtslosen Lage, möchte jedem Anspruch gerecht werden und kann doch nur scheitern. Drum ging es mir in den vergangenen zwei Jahren vergleichsweise gut – ich musste eigentlich kaum Kompromisse mit mir selbst machen. Ich schätze, ich sollte für meine weitere Zukunft mal ein Seminar besuchen – Thema “Innerpsychischen Pragmatismus lernen – jetzt und hier”.    (oder einfach mal öfter Eis essen gehen …)

Posted on Juni 23rd, 2010 by Patricia  |  1 Comment »