Familie Amsel
Wir wohnen derzeit zusammen in einer Wohngemeinschaft mit weiteren drei Kindern: Frau und Herr Amsel haben sich wohl im Winter, als sie von unseren Kindern ständig mit neuem Futter versorgt wurden, gedacht, es sei sehr sinnvoll, in unserer Nähe zu bleiben und ca. 70 Zentimeter von unserer Terrassentür entfernt, mitten in den Rosenranken auf Erwachsenen-Augenhöhe (sehr cleverer Schutz vor den umherstreunenden Nachbarskatzen) ein Nest zu bauen. In diesem Nest sitzen seit ein paar Tagen drei hungrige Amselkindchen, die von Mama und Papa tagaus tagein mit Regenwürmern versorgt werden. Das ist spannend zu beobachten und bisweilen etwas gefährlich, da Mama und Papa Amsel nichts anderes im Kopf haben als ihre Jungen und häufiger mal rasant im Sturzflug mit Regenwurm im Mund nur haarscharf an unseren Köpfen vorbei zum Nest düsen. Nach anfänglichen Ressentiments (”Fressen die auch wirklich nicht zu viele nützliche Regenwürmer?”) und vergeblichen Versuchen, die Amseln zum Vegetarismus zu überreden (”Wollen wir ihnen nicht Rosinen und Gras hinstellen?”), haben die Kinder die Nahrungspyramide jetzt akzeptiert und freuen sich über die neuen Mitbewohner, die übrigens trotz aller Versorgungs-Mühen noch Zeit haben, aufs Dach zu flattern und dort Liedchen zu trällern (auch Eltern brauchen mal ne Auszeit
…)
Unten ein Suchbild: irgendwo dahinter das Nest, ich wollte das junge Glück nicht stören …

