Vorurteile über Bord geworfen

Obwohl ich bislang mit keinem Bekanntschaft gemacht hatte, waren Amtsärzte bislang für mich furchterregende Personen, wohl weil ich nur merkwürdige Geschichten über sie gehört hatte – sie quälen angeblich Vorschulkinder durch ellenlange Untersuchungen, legen gezielt Finger in elterliche Wunden und disqualifizieren sich durch merkwürdige Sprüche. So war ich heute zu Beginn der Vorschul-Untersuchung unseres Großen etwas angespannt, zumal der Termin auch noch unchristlich früh angesetzt war. Aber, oh Wunder, es erwartete uns keine Frau Mahlzahn, sondern eine freundliche Frau mittleren Alters, die mit unserem Großen herumalberte, zwischendurch ihre Untersuchungen und Tests ans Kind brachte, das erfreulich wach und motiviert mitmachte. Und weil es sich um eine wirklich nette Amtsärztin mit eigenen Kindern handelte, kam man ins Gespräch über Frühförderungswahn. Englisch mit zwei, Schwimmen mit drei und BWL mit vier Jahren – und wenn man nicht mitzieht, muss man viel Rückgrat haben, um guten Gewissens NEIN zu sagen. Darin wurden wir heute bestärkt, da die Ärztin wie wir die Auffassung vertrat, dass es besser sei, jedem Kind das zu geben, was es gerade braucht und nicht, was der Mainstream gebietet. Und, am allerwichtigsten, nicht mit Geld aufzuwiegen und in keinem Frühförderkurs der Welt zu lernen, ZEIT FÜR KINDER. Alles in allem war es ein sehr erfreulicher Termin, der uns Eltern Rückenwind gegeben hat und das Kind ob der sehr gut bewältigten Aufgaben um einige Zentimeter wachsen ließ. Hm ja, und die Vorurteile entsorge ich mal schnell …

Posted on Juni 9th, 2009 by Patricia  |  No Comments »