Oh Mann!
Da haben wir letzte Woche um diese Zeit die glückliche Nachricht erhalten, dass die Einschulung ein Jahr später stattfindet – und heute dann erzählt uns die Kita-Leiterin, dass das Land die Eltern, die ihr Kind aus medizinischen Gründen ein Jahr länger dem Kiga anvertrauen, aus der finanziellen Trägerschaft des Landes entlassen will – sprich wir sollen den Kindergarten-Platz der Großen allein finanzieren. Sieht so Familienfreundlichkeit und Fokus auf frühkindliche Bildung aus? Wir zahlen bereits 300 Euro Kindergartengebühren, dazu 150 Euro Schul- und Ganztagsplatz plus Essensgeld für drei Tage. Wenn wir den Kitaplatz der Großen nun komplett allein übernehmen dürfen, sind wir bei satten 1000 Euro Kinderbetreuungskosten pro Monat. Und das bei eineinhalb mittleren Einkommen. Darf es sein, dass man für Kinderbetreuung fast ein Drittel seines Monatseinkommens hinblättert? Mehr als man für Nahrung ausgibt? Ich befinde mich gerade noch im “Das ist alles ein schlechter Scherz”-Modus, aber vermutlich überrollt uns irgendwann die Realität. Da ein Lottogewinn nicht in Sicht ist, kann ich ja offenbar nur meinen Job aufgeben und die Kinder zu Hause betreuen, denn mit den Monsterbetreuungskosten bleibt von meinem Gehalt sowieso nichts mehr übrig. War das so gedacht mit der Partizipation der Frauen am Arbeitsmarkt? Und für Autobahnen, Bahnhöfe, Steinkohle und Co. sind weiterhin Milliarden übrig.
